Die Entsorgung von Tier- und Schlachtabfällen wird die balearische Landesregierung rund eine halbe Million Euro im Jahr kosten. Nach dem Protest gegen die Tierverwertungsanlage in der Gemeinde Llucmajor wurde beschlossen, die Tierkadaver in Kühlcontainern nach Lleida in Katalonien zu bringen, um sie in einer dortigen Anlage ordnungsgemäß zu entsorgen. Eine eigene Anlage auf Mallorca sei frühestens Mitte kommenden Jahres einsatzbereit, so Balearen-Premier Francesc Antich (PSOE). Die Kosten für die Entsorgung belaufen sich nun auf 250 Euro pro Tonne statt wie bisher auf 60 Euro. Den Differenzbetrag wird die balearische Landesregierung tragen.
Die Tierabfälle wurden bisher in einer Verwertungsanstallt in der Gemeinde Llucmajor entsorgt. Diese ist jedoch für die großen Mengen nicht ausgelegt, und die Anwohner klagen seit längerem über massive Geruchsbelästigungen sowie Belastungen der Umwelt. Das Rathaus von Llucmajor hatte zudem Beschränkungen für die LKW beschlossen, die die Anlage anfahren. Die Anwohner wollen am 31. August vor dem Regierungssitz Consolat de la Mar in Palma gegen die Belästigungen demonstrieren.
Wegen der Entsorgungsengpässe musste zwischenzeitlich auch der Schlachthof von Palma kurzzeitig schließen. Landesregierung und Inselrat hätten es versäumt, rechtzeitig eine Anlage mit ausreichend Kapazitäten bauen zu lassen, hieß es bei den Bauernverbänden auf Mallorca. Nun schöben sich die Institutionen gegenseitig den Schwarzen Peter für das Problem zu.