Mallorca-Werbung: Landesregierung verhandelt weiter mit Rafael Nadal

Das balearische Tourismusministerium kann sich den Tennisstar von Mallorca nicht mehr als Werbebotschafter leisten, will aber nicht mit ihm brechen. Ein teurer Werbespot blieb weitgehend ungenutzt

10-11-2010  
Rafal Nadal: Zweiter Werbespot für die Balearen
[24/05/2012]

Wenn die Tourismusmesse World Travel Market am kommenden Montag (8.11.) in London ihre Pforten öffnet, dürften Besucher das Konterfei von Rafael Nadal auf dem Balearen-Stand vergeblich suchen. Das balearische Tourismusministerium fährt die Werbung mit dem bisherigen Insel-Botschafter zurück und will den bis kommendes Jahr laufenden Vertrag mit dem Tennisstar vorzeitig auflösen. Mallorca kann sich offenbar die Werbung mit der Nummer eins der Tennis-Weltrangliste nicht mehr leisten.

Während bei der Vermarktungsfirma von Nadal bestätigt wird, dass Regierungsvertreter in Verhandlungen von einem vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag gesprochen hätten, druckst Tourismusministerin Joana Barceló bislang herum. Im MZ-Interview am Montag vergangener Woche (25.10.) sprach die Sozialistin von laufenden Verhandlungen und dem unschätzbaren Wert Nadals als Werbebotschafter.

Am Freitag (29.10.) folgte dann die Ankündigung, dass Nadal in London nicht zum Einsatz komme, da man das „touristische Angebot" in den Fokus rücken wolle, besonders bei der Bewerbung der Nebensaison. Anfang der Woche schließlich hieß es im Tourismusministerium, dass man die vertragliche Beziehung mit Nadal stufenweise zurückfahren, aber nicht ganz aufgeben wolle. Man müsse einen Weg finden, um die Kosten vertretbar zu halten.

Rafael Nadal war in der Amtszeit von Miquel Nadal unter Vertrag genommen worden. Der Tourismusminister mit demselben Nachnamen wie der Tennisstar war der zweite von insgesamt vier Amtsträgern dieser Legislaturperiode und hatte schließlich wegen Korruptionsvorwürfen, die ein früheres Amt betrafen, seinen Hut nehmen müssen. Die Einigung mit dem Shootingstar aus Manacor sah vor, dass sein Image drei Jahre lang (2009-2011) für die Tourismuswerbung auf den Balearen verwendet wird. Die Landesregierung verpflichtete sich im Gegenzug zur Zahlung von insgesamt sechs Millionen Euro.

Doch damit ist es nicht getan – hinzu kommen Kosten für Film- und Fotoaufnahmen sowie für die Schaltung von Werbespots in Fernsehsendern. Das Budget für die Nadal-Werbung verschlingt so nach Angaben der Zeitung „Última Hora" insgesamt 15 Millionen Euro in drei Jahren – einen Betrag, den sich das balearische Tourismusministerium nicht mehr leisten kann oder will.

So belaufen sich die Verbindlichkeiten des Ministeriums derzeit nach Angaben der Zeitung „Diario de Mallorca" auf 47 Millionen Euro – ein Schuldenberg, der sich schon seit vielen Jahren angehäuft habe. Um den Haushalt für das laufende Jahr zu retten, musste bereits die Landesregierung Schulden in Höhe von 20,5 Millionen Euro übernehmen. Im Zuge der Spar­zwänge wurden außerdem die bisherigen Tourismusbehörden Ibatur und Inestur zusammengelegt. Was an Geld fehle, müsse nun mit Effizienz und Fantasie ausgeglichen werden, so Ministerin Barceló.

In der Tourismusbranche auf Mallorca stößt allerdings der Mangel an langfristiger Planung sauer auf. Das Budget wurde auch schon in der Vergangenheit als zu gering kritisiert. Hinzu kommt der Verdacht der Vetternwirtschaft vergangener Jahre: Die Justiz ermittelt gegen mehrere frühere Minister und leitende Angestellte wegen deren Verwaltung der Haushaltsgelder.

Zudem: Das teuer erkaufte Werbepotenzial Nadals wurde offenbar gar nicht ausgeschöpft. Während ein Ende 2008 gedrehter Werbespot in europäischen Fernsehsendern ausgestrahlt worden war, kam ein zweiter Werbefilm von August 2009 nur vereinzelt zum Einsatz. Der 200.000-Euro-Spot, bei dem Nadal am Ruder eines Segelschiffs an der Küste Mallorcas entlangschippert, war zwar nach Angaben des Tourismusministeriums im Fernsehen zu sehen, allerdings nur vereinzelt im Spartenkanal Eurosport während des Roland-Garros-Turniers sowie im spanischen Fernsehen.

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