Die Flüge müssen erschwinglich bleiben

01.03.2012 | 02:00

Eine Insel ist eine Insel ist eine Insel. Wer von ihr herunter will, muss ein Schiff nehmen oder ein Flugzeug, und das ist kostspieliger, als sich wie anderswo einfach ins Auto zu setzen und loszufahren. Um diesen Standortnachteil wettzumachen, bezahlt der spanische Staat die Hälfte der Flug- und Schiffstickets der balearischen und kanarischen Residenten, die aufs Festland wollen. Eigentlich müsste es so etwas auch für Deutsche geben, jetzt, wo die Flugpreise durch die Decke schießen.

Das klingt zwar zunächst absurd, ist es aber nicht. Es darf durchaus die These aufgestellt werden, dass viele hier ansässige Deutsche ebenso zu Mallorca gehören wie die Spanier – ihr „Festland" aber nun einmal nicht Katalonien, Kastilien oder Valencia ist, sondern Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Berlin. Da wäre es nur gerecht, auch ihnen ab und an von der Insel zu helfen. Mehr noch: Die Hilfen müssten auch für Nicht-Ansässige gewährt werden – schließlich kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass die günstigen Flugverbindungen nach Mallorca gewissermaßen das Schmiermittel sind, das diese Insel wirtschaftlich in Gang hält. Ohne billige Tickets – ja, auch ohne Billigflug­linien–, werden nicht nur die Partyurlauber, sondern auch die Golfspieler wegbleiben. Und wenn die Besucher wegbleiben, kann die Insel einpacken. Die Kosten, jeden einzelnen Urlauber zu bezuschussen, dürften leichter zu verkraften sein als der wirtschaftliche Zusammenbruch Mallorcas.

Zugegeben – das ist jetzt alles etwas überzogen und un­realistisch. In der Realität der klammen Kassen ist womöglich bald nicht einmal mehr für die spanischen Reisenden Geld da, in der Realität muss versucht werden, die Airlines zu unterstützen. Nein, nicht zu finanzieren wie bei dem Span­air-Fiasko, aber ihnen zumindest in Fragen wie der Flughafensteuer entgegenzukommen – mit der Auflage, dass sie diese Nachlässe an die Kunden weitergeben. Und es muss alles getan werden, damit es auf diesem Markt genügend Wettbewerb gibt. Denn der belebt bekanntlich nicht nur das Geschäft, sondern erfreut auch die Kunden.

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