Öffentlicher Dienst - was verdient man auf Mallorca?

Nackte Tatsachen - der zweite Teil unseres Gehaltsüberblicks. Diese Woche: Krankenschwestern, Ärzte, Beamte, Polizisten und Feuerwehrleute

15.05.2012 | 12:05
Feuerwehrleute verdienen 1.800 bis 2.000 Euro
Feuerwehrleute verdienen 1.800 bis 2.000 Euro

In der vergangenen Woche haben wir auf dieser Seite über relativ niedrige Löhne berichtet. Ungelernte Hilfsarbeiter verdienen häufig auf der Insel unter 5 Euro in der Stunde. Heute wenden wir uns den etwas besser gestellten Gehaltsklassen zu. Denn wer im öffentlichen Dienst arbeitet – egal ob als Angestellter im Rathaus, Lehrer, Polizist, Feuerwehrmann oder Hausarzt –, verdient meist etwas mehr. Allerdings wurden hier in den vergangenen Krisenjahren starke Kürzungen vorgenommen.

Besonders beliebt sind die Jobs bei der Feuerwehr. Die Angestellten bei der Berufsfeuerwehr haben recht ungewöhnliche Schichtdienste. Sind sie beim Inselrat oder der Stadt Palma angestellt, arbeiten sie 24 Stunden ohne Unterbrechung und haben dafür dann drei Tage lang frei. Dafür erhalten sie einschließlich der verschiedenen Gefahrenzuschläge etwa 1.800 bis 2.000 Euro brutto im Monat (bei 14 Monatsgehältern). Noch mehr Freizeit, allerdings auch ein etwas geringeres Gehalt, haben die Kollegen auf dem Flughafengelände von Palma (Arbeitgeber ist die Flughafenbehörde AENA). Sie können sich nach jeder gearbeiteten 24-Stunden-Schicht vier bis fünf Tage freinehmen, erhalten dafür zwischen 1.600 und 1.800 Euro im Monat.

Das Gehalt der Beamten bei der Ortspolizei bewegt sich in vergleichbaren Größen. Allerdings ist dies sehr stark von den jeweiligen Nacht- oder Wochenendzuschlägen abhängig. In der Regel erhalten sie 14 Brutto-Monatsgehälter von rund 1.600 Euro.

Bei Krankenschwestern hängt das übliche Gehalt neben den verschiedenen Zusatzqualifikationen stark davon ab, ob sie in öffentlichen oder privaten Einrichtungen arbeiten. Eine enfermera in öffentlichen Krankenhäusern wie Son Llátzer, Inca oder Son Espases verdient etwa ein Bruttojahresgehalt von 29.000 Euro (etwa 2.000 Euro im Monat bei 14 Monatsgehältern). Dazu kommen die jeweiligen Zuschläge für Nacht- und Wochenendschichten. Private Kliniken zahlen weniger, im Schnitt etwa 24.000 Euro ­Bruttojahresgehalt. In privat geführten Seniorenresidenzen kann das Gehalt auch auf 20.000 Euro im Jahr sinken. Da aber im öffentlichen Diensta die Wochenarbeitszeit angehobn (von 35 auf 37,5 Wochenstunden) und das Gehalt mehrfach gekürzt wurde (um 5 bis 7 Prozent), gleichen sich die Bezüge langsam an.

Im öffentlichen Gesundheitssystem IB-Salut angestellte Ärzte verdienen deutlich mehr. Allerdings hängt das Gehalt auch hier stark von den Zusatzausbildungen und Zuschlägen ab. Ein Hausarzt in einem Gesundheitszentrum verdient im Schnitt zwischen 3.000 und 3.500 Euro brutto im Monat. In den vergangenen Jahren wurde die Arbeitszeit ebenfalls um 2,5 Wochenstunden erhöht und das Gehalt um 5 bis 7 Prozent gekürzt.

Zwischen Mileurista und 6.000 Euro netto

Auch die Beamten, also die funcionarios públicos in den Rathäusern und Landesministerien der Balearen, mussten in den vergangenen Jahren Einschnitte im Gehalt hinnehmen. Je nach Gehaltsklasse zwischen 2 und 5 Prozent. Viele haben dagegen geklagt und den Prozess verloren. Die Angestellten der untersten Gehaltsklassen (ohne Universitätsabschluss) verdienen monatlich zwischen 1.000 und 1.700 Euro. Viele einfache Angestellte in den Rathäusern zum Beispiel sehen sich selber als mileuristas – also als Arbeiter, die am Monatsanfang nicht mehr als 1.000 Euro auf das Konto überwiesen bekommen. Manche müssen zudem darum bangen, das Gehalt auch rechtzeitig ausgezahlt zu bekommen, weil die Haushaltslage im öffentlichen Dienst so angespannt ist.

Viele Angestellte mit Universitätsabschluss in den Ministerien verdienen natürlich deutlich mehr. 2.000 bis 2.500 Euro im Monat sind keine Seltenheit. Und wichtige Abteilungsleiter können in den Ministerien leicht auf ein Monatsgehalt von über 6.000 Euro kommen. Da diese Stellen manchmal aufgrund von Beziehungen vergeben werden, sorgen die enormen Ungerechtigkeiten oft für Missgunst unter den Kollegen.

Vergleichsweise gut bezahlt sind auch viele Angestellte in öffentlichen Unternehmen. Da die meisten von ihnen keinen Beamtenstatus haben, können sie allerdings auch relativ schnell zum Opfer einer ­Kürzungswelle werden.

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