Tipps & Tricks: So bewirbt man sich auf der Insel

Tipps, Tricks und Downloads: Was Sie bei Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch beachten sollten

25.03.2016 | 01:00
Lebensläufe sehen in Spanien und Deutschland nicht unbedingt gleich aus.
Lebensläufe sehen in Spanien und Deutschland nicht unbedingt gleich aus.

Selbst wer sich auf Spanisch gut ausdrücken kann, weiß nicht unbedingt, wie man sich in dieser Sprache bewirbt. Dazu fehlen nicht nur die Vokabeln und Floskeln, sondern auch einige Tipps über die besonderen Gepflogenheiten in unserem Gastland.

Im Prinzip klingt alles erst mal sehr vertraut: Die meisten Unternehmen fordern einen kurzen Lebenslauf mit einem entsprechenden Anschreiben. Sofern nicht anders angegeben, wird das Currículum Vitae in Spanien sehr knapp gehalten: eine oder maximal zwei Seiten. Es besteht meist aus drei Teilen: Bei den persönlichen Angaben (datos personales) gibt man den Namen, das Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift, Telefonnummer und die E-Mail-Adresse an. Meist kommt in die rechte obere Ecke ein Passfoto. Manche geben den Familienstand und die Anzahl der Kinder an. Weitere Angaben (Religion, Hobbys, etc.) sind unüblich.

Der zweite Teil beschreibt die Ausbildung (Formación académica y profesional). Der höhere beziehungsweise für den Job relevantere Titel wird zuerst genannt. Also Doktortitel vor Hochschulabschluss und spezifische Zusatzausbildung vor dem allgemeinen Titel, wenn er für die Stelle relevant ist. Wer die rein chronologische Aufzählung vorzieht, gibt immer die jüngste Ausbildung zuerst an.

Der dritte Teil umfasst die Berufserfahrung (Experiencia laboral). Meistens wird er chronologisch (von der Gegenwart zur Vergangenheit) und sehr stichpunktartig angegeben. Eine Tabellenform ist auch angebracht: Zeitraum (3/2008 - 9/2010), Unternehmen und Stellung (Bank XY, Informatiker), eventuell der Aufgabenbereich (Betreuung und Weiterentwicklung eines neuen Onlineportals) und gegebenenfalls besondere Leistungen = logros (Verdopplung der Nutzer).

Viele in Deutschland durchaus üblichen Anhänge (Referenzen, Arbeitszeugnisse, Kopien von Hochschulabschlüssen) sind in Spanien eher unüblich, sofern nicht explizit darum gebeten wird. Dafür sind als eventuell vierter Punkt Angaben über besondere Kenntnisse in Fremdsprachen (gern mit Nachweis des absolvierten Niveaus von einem offiziellen Institut) und Fähigkeiten im Umgang mit Computern (Auflistung der gängigen Programme, die man beherrscht) von Interesse.

Deutschen Bewerbern empfiehlt Jobvermittlerin Doris Stangier, die vorhandenen Sprachkenntnisse prominent weiter oben im Lebenslauf anzuführen – und zwar mit aussgekräftigen Einstufungen zum Niveau in Wort und Schrift. "Wer zweisprachig aufgewachsen ist, sollte das auch reinschreiben." Der spanische Lebenslauf wird im Gegensatz zum deutschen nicht unterschrieben. Ein Passfoto ist üblich, aber nicht verpflichtend.

Auch das Anschreiben sollte so knapp und leicht verständlich wie möglich sein. Am besten ist es an die zuständige Person oder zumindest die entsprechende Abteilung gerichtet. In jedem Fall sollte man die genaue Stelle erwähnen, auf die man sich bewirbt, eventuell mit der Publikation, in der man sie gefunden hat. Wie auch in Deutschland üblich, weist man kurz auf die Motivation und besondere Qualifikationen hin.

Hier finden Sie einige Vorlagen für Lebensläufe:

Lebenslauf auf Spanisch, Beispiel 1

Lebenslauf auf Spanisch, Beispiel 2

Lebenslauf auf Spanisch, Beispiel 3

Weitere Tipps zur Jobsuche auf Mallorca finden Sie in der Printausgabe Nr. 828 vom 17.–23. März 2016 sowie im E-Paper

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