Sieben Festnahmen wegen Ausbeutung am Arbeitsplatz

Bekanntes Restaurant in Palma meldete indische Angestellte ohne Aufenthaltsgenehmigung unter falschem Namen bei der Sozialversicherung an

04.07.2016 | 19:24

In einem neuen Skandal von Ausbeutung am Arbeitsplatz hat die Nationalpolizei auf Mallorca nach einer Betriebskontrolle in einem bekannten Paella-Lokal in Palma sieben Personen festgenommen. Die Betreiber stehen im Verdacht, Urkundenfälschung begangen sowie gegen das Arbeits- und Ausländerrecht verstoßen zu haben.

Nach einem Anfangsverdacht hatte die Nationalpolizei die Ermittlungen gegen das Restaurant bereits vor zwei Monaten aufgenommen, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Montag (4.7.) berichtet. Bei der Inspektion stellte sich heraus, dass mehrere Angestellte mit indischer Staatsbürgerschaft unter falscher Identität bei der Sozialversicherung gemeldet waren. Das Restaurant stellte den Ermittlungen zufolge Leute ohne Aufenthaltsgenehmigung an, gab aber Namen von legal in Spanien lebenden Landsleuten an, um den Betrug zu vertuschen.

Die schutzlose Situation der illegal Beschäftigten wurde von den Arbeitgebern anscheinend schamlos ausgenutzt. Von den zehn bis zwölf Arbeitsstunden am Tag bezahlten sie nur einen Bruchteil. Teilweise erhielten die Arbeiter weder Ruhe- noch Urlaubstage. Die mit Teilzeitverträgen ausgestatteten Angestellten waren Beleidigungen und teilweise körperlicher Misshandlung ausgesetzt.

Ein Teil des Lohns behielten die Arbeitgeber ein und setzten diese angesparte Reserve als Druckmittel gegen Kündigung oder Strafanzeige ein. Die dem Personal zustehenden Trinkgelder seien zu 90 Prozent von den Betreibern des Restaurants eingestrichen worden. Die Ermittlungen in dem Fall laufen weiter. Die Polizei schloss weitere Festnahmen nicht aus.

Erst im Juni war es zu Festnahmen wegen ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse in Bars und Bäckereien auf Mallorca gekommen. Der balearische Arbeitsminister Iago Negueruela hat mehrfach angekündigt, streng gegen diese Missstände vorzugehen. Für Juli und August beantragte er Verstärkung im Team der Inspektoren für Betriebskontrollen.  Gleichzeitig arbeitet die Landesregierung an einem Gesetz zum besseren Schutz der in Hotels arbeitenden Zimmermädchen. /tg

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