19. Februar 2018
19.02.2018

Jobsuche auf Mallorca: So bewerben Sie sich richtig

In Palma steht eine große Jobmesse an. Wir haben Personaler gefragt, worauf Arbeitssuchende achten sollten

21.02.2018 | 07:46
Großer Andrang bei einer vergangenen Jobmesse. Wer hier nicht den Kürzeren ziehen will, sollte die Spielregeln beachten.

Es ist der Traum von vielen Deutschen: auswandern und auf Mallorca arbeiten. Doch damit die Jobsuche vor Ort erfolgreich ist, gilt es einiges zu beachten.

Die Stellensuche

Deutschsprachige Stellenanzeigen gibt es im Kleinanzeigenanteil der MZ, in Facebook-Gruppen wie Job Börse Mallorca oder auf der Website des Inselradios. Wer die spanische Sprache beherrscht, kann auch die Datenbank der Vermittlungsagentur Palma Activa oder die des balearischen Arbeitsamtes Soib durchforsten.

Palma Activa veranstaltet zudem am Mittwoch (21.2.) und Donnerstag (22.2.) die jährliche Jobmesse Fira de l´Ocupació. 45 Unternehmen, darunter Mietwagenfirmen, Supermärkte und Reiseagenturen, präsentieren sich mit Besucherständen in Palmas Kongresszentrum. Am ersten Messetag stehen Vorträge auf dem Programm. Direkt vorstellig werden können Sie bei den Firmen am zweiten Messetag. Dafür ist eine kostenlose Anmeldung im Internet erforderlich.

Die Anforderungen

„Auf dem Arbeitsmarkt sind besonders junge Leute mit internationalen Erfahrungen gefragt", sagt Laura Torres, Personalchefin von Sixt. Die deutsche Mietwagenfirma sucht 55 Kundenberater und weiteres Personal für Büro­tätigkeiten. „Bewerber sollten auf der einen Seite einen freundlichen und offenen Umgang mit den Kunden pflegen. Auf der anderen Seite aber auch über Verkaufstalent verfügen."

Für Arbeitssuchende mit Erfahrung rät Torres, ein Profil bei Netzwerken wie LinkedIn zu erstellen. „Viele Firmen setzen immer mehr darauf, sich Mitarbeiter gezielt zu suchen, statt auf Bewerbungen zu warten."

Die Bewerbungsunterlagen

Nachdem eine passende Stelle gefunden wurde, muss die Bewerbung geschrieben werden. „Auch in Spanien geht der Trend weg vom Papier", sagt Alba Garberí, die für die Personalsuche bei Sixt verantwortlich ist. Je nach Unternehmen gibt es auf der Website der Firma ein Kontaktformular mit der ­Möglichkeit, die Unterlagen hochzuladen. Sonst ist eine E-Mail die gängige Methode. Anders als in Deutschland ist es in Spanien unüblich, dass per Post gesendete Bewerbungsmappen zurückgeschickt werden. „Der Vorteil der elektronischen Bewerbung ist auch, dass diese gespeichert werden und die Firmen zukünftig eventuell auf die ehemaligen Bewerber zurückkommen."

Die Bewerbungsunterlagen umfassen in Spanien ein Anschreiben (carta de presentación) und den Lebenslauf (Curriculum, C.V.). Beides sollte knapp formuliert werden. „Junge Leute, deren Lebenslauf entsprechend kurz ist, können auch Anschreiben und Lebenslauf auf eine Seite zusammenfassen", sagt Garberí. Zeugnisse und Arbeitsproben sollten nur auf Nachfrage gesendet werden.

Bei einer E-Mail kann das Anschreiben direkt im Text formuliert werden. Zu Beginn sollte die Bewerbung für eine konkrete Stelle formuliert werden. In wenigen Sätzen wird danach auf die eigene Person aufmerksam gemacht. Das kann durch das Hervorheben von positiven Eigenschaften erreicht werden.

Der Lebenslauf umfasst folgende Punkte: persönliche Daten (datos personales), Ausbildung (formación), Berufserfahrungen (experiencias), Sprachkenntnisse (idiomas). Am Schluss kann noch der Besitz eines Führerscheins (carnet de conducir) und Computerkenntnisse (conocimientos informáticos) hinzugefügt werden. Persönliche Interessen werden nur angeführt, wenn sie für die Stelle von Vorteil sind. Ein Foto in der rechten oberen Ecke ist von Vorteil. „Es sollte ein professionelles Bild sein, das Sie formal gekleidet zeigt", sagt Torres. „Bilder mit Familie und Freunden haben auf einem Lebenslauf nichts zu suchen."

Bei den persönlichen Daten werden der Name (nombre y apellidos), das Geburtsdatum und -ort (fecha y lugar de nacimiento), eine Anschrift (dirección), eine Telefonnummer (teléfono de contacto) und eine E-Mail-Adresse angegeben.

Bei der Ausbildung und Berufserfahrung sind für die Stelle relevante Punkte zu nennen. „Es ist keine Lüge, wenn Sie auslassen, dass Sie mit 20 Jahren gekellnert haben", sagt Torres. „Wichtig ist die Reihenfolge: Die jüngsten Stationen sollten oben stehen."

Sprachkenntnisse sind auf der Insel gefragt. Spanisch, Englisch und Deutsch sind fast schon Pflicht. Gern gesehen sind auch Katalanischkenntnisse.

Die Reihenfolge der Punkte Ausbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse kann variiert werden. So können die Stärken hervorgehoben werden. Im Gegensatz zum deutschen Lebenslauf wird unter den spanischen keine Unterschrift gesetzt.

Das Vorstellungsgespräch

„Bewerber sollten sich unbedingt über die Firma informieren", rät Garberí. Einer Bewerbung kann durch ein Treffen auf Jobmessen, wie der Fira de l´Ocupació, ein positiver Nachdruck verliehen werden.

Bis zum Vorstellungsgespräch (entrevista de trabajo) kann es je nach Firma und Stelle zu verschiedenen Zwischenschritten kommen. Telefonate, zum Beispiel. „Wir rufen interessante Bewerber zuerst an, um Sie kurz kennenzulernen und die Sprachkenntnisse zu prüfen", sagt Torres. Auch Einladungen zu einem Assessment Center sind üblich. „Neben Wissenstests können wir dort in Rollenspielen sehen, ob der Bewerber geeignet ist und wie er charakterlich in der Gruppe harmoniert", sagt Garberí.

Die Verhaltensregeln im spanischen Vorstellungsgespräch sind wie in Deutschland. Eine formale Kleidung ist Pflicht. „Es gibt immer noch Bewerber, die in Badehose und Flip-Flops erscheinen. Dabei ist es besser, zu formal angezogen zu sein als zu sportlich."

Sprachlich sollte der Bewerber sein Gegenüber zu Beginn siezen. „Viele Personalchefs werden dann das Du anbieten", sagt Garberí. Im Gespräch ist Initiative gefragt. „Es geht darum, sich selbst so gut wie möglich zu
verkaufen."

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