Leger, bunt und preisgünstig

Seit 2006 in Santanyí, jetzt auch in Palma: „ethno-urbane" Mode bei Annagramma

05-05-2011  
Inhaberin Marzia Glisenti ist Italienerin
Inhaberin Marzia Glisenti ist Italienerin Fotos: Bendgens

MARTINA ZENDER Stets en vogue gekleidet sein, der neueste Trend, angesagte Designs – all das spielt in der Welt der Mode eine große Rolle. Und doch ist nicht immer alles neu. Es gibt gewisse Stilrichtungen, die immer wiederkehren und spätestens alle zwei Jahre erneut die Modezeitschriften und die Kleiderschränke füllen. Dazu gehört ganz sicher auch der Ethnolook mit starken Mustern und vielen Farben. Mal etwas hippiemäßiger, mal von Schnitt und Design etwas moderner. Letztgenanntes findet sich in den beiden Boutiquen von Marzia Glisenti. 2006 eröffnete sie ihr ­„Annagramma" in Santanyí, am 1. April folgte jetzt eine Filiale in Palma. „Unseren Stil könnte man als ethno-urban, feminin und sexy bezeichnen."

Die 38-jährige Italienerin kam vor knapp sechs Jahren samt Mann und zwei Kindern nach Mallorca und begann hier eine neue Karriere als Boutique-Betreiberin. Zuvor hatte sie sich in ihrer Heimat um die Ausrichtung von großen Charity-Events gekümmert. „Ein interessanter Job, der mir auch viel Spaß gemacht hat, aber es war auch sehr anstrengend und zeitaufwendig, man war quasi Mädchen für alles. Mit Mann und Kindern kann man dies auf die Dauer nicht machen."

Mode war schon immer eine Leidenschaft der Mailänderin. Die Idee für „Annagramma" ward geboren. Zwei bis drei Wintermonate verbringt sie in Asien („meine Familie besucht mich dort einige Wochen über Weihnachten") und sucht in Thailand und Indien Tag für Tag auf Märkten, bei Firmen, aber auch auf der Straße nach interessanten Stücken. „Es gibt mehr und mehr Designer dort, die ganz bewusst Tradition und Moderne mischen. Wenn mir jemand ­beispielsweise in einem Lokal oder unterwegs begegnet, dessen Kleidung mir gefällt, frage ich nach den Läden, wo er sie gekauft hat." Mittlerweile kennt sie auch etliche Firmen und Designer, die speziell für sie arbeiten, wie einen Afghanen in Thailand, der hübsche kleine Seidentäschchen herstellt (15 Euro). „Ich kaufe immer nur kleine Stückzahlen, so dass ich eine möglichst große Auswahl in meinen Läden habe. Ich habe circa 75 verschiedene Zulieferer." Darüber hinaus sucht sie in Asien auch nach traditionellen Accessoires sowie Stoffen, um beispielsweise einfarbige Trenchcoats damit aufzupeppen und zu individualisieren.

„Kleidung in Asien ist immer noch bezahlbar, deshalb kann ich auch auf Mallorca die Teile günstig weiterverkaufen", erzählt Glisenti. Hosen, Blusen, Kleider – kein Stück in ihren Geschäften ist aktuell teurer als 42 Euro. Ergänzt wird das Sortiment durch einige „einfarbige Basics aus Italien wie Jacken oder Hosen, die perfekt die bunte Kleidung ergänzen", wie Glisenti meint. „So kann man mit den Stücken mal leger, mal eleganter auftreten."

Hinzu kommt Schmuck, den sie entweder in Asien fertig kauft, oder aber auf der Insel gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Lena aus mitgebrachten Perlen, Halbedelsteinen, Mini-Buddhas oder Gebetsketten zusammenbastelt (Ketten circa 18 - 24 Euro, Ohrringe 12 Euro). „Vor allem aber ist uns wichtig, dass sich unsere Kundinnen wohlfühlen – fast so wie in ihrem Wohnzimmer. Deshalb gibt?s Tee, angenehme Musik, und wir haben geräumige Umkleidekabinen."

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