Erleichterungen auf dem Weg zur "Greencard"

Die Ausländerbehörde erneuert ihren Web-Auftritt. Termine und Formulare gibt es bereits online. Andere Hürden bleiben bestehen

26.06.2014 | 08:52
Schlangestehen gehört einfach dazu

Alles soll ganz einfach werden für ausländische Gäste auf Mallorca. Stundenlanges Warten vor der „Extranjería", der Ausländerbehörde, soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Dazu erneuert die Behörde in der Straße Ciudad de Querétaro (in unmittelbarer Nähe zum Verlagshaus der MZ) gerade ihren Webauftritt. Und siehe da: Einige Erleichterungen funktionieren bereits. Wir beschreiben hier die Erfahrungen eines Selbstversuchs zur Erneuerung der Eintragung ins Melderegister für EU-Residenten. Wer noch immer das umständlich große grüne DinA4-Blatt mit sich herumträgt, kann so die neue grüne Karte erhalten.

Terminvergabe online
Die wichtigste Neuerung bei diesem Behördengang ist die Möglichkeit, sich online einen Termin geben zu lassen: Dies hat im Selbstversuch ohne Probleme funktioniert. Etwas umständlich ist es noch, sich unter https://sede.administracionespublicas.gob.es bis zur Terminvergabe durchzuklicken, aber es geht. Von einer Fehlermeldung, dass irgendein Sicherheitszertifikat der Webseite abgelaufen ist, lassen wir uns nicht abschrecken. Auch mit mittelmäßigen Spanischkenntnissen (an einer englischen Übersetzung der Seite wird angeblich gearbeitet) erhält man innerhalb von fünf Minuten einen Termin (zum Beispiel für die darauffolgende Woche). Die Terminbestätigung sollte man sich ausdrucken und zum Termin mitbringen.

Während der Terminvergabe (siehe Schritt 1 im Kasten) gibt es die Möglichkeit, sich das nötige Antragsformular EX-18 herunterzuladen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn eine neue Version des Adobe-Readers auf dem Rechner installiert ist. Ansonsten gibt es die Möglichkeit, sich dieses Formular bei der Information der Ausländerbehörde (vor dem Termin) abzuholen und in Ruhe handschriftlich auszufüllen.

Nötige Unterlagen
Auf der Terminbestätigung erscheint ein Link, der den Nutzer zu einer Übersicht aller notwendigen Unterlagen führt, die für den jeweiligen Behördengang notwendig sind. Leider ist diese Liste nicht unbedingt vollständig. So braucht man zum Beispiel eine ­Wohnortbestätigung des zuständigen Rathauses, falls sich seit dem ersten Eintrag ins Melderegister die Adresse verändert haben sollte. Auch bei einer Erstanmeldung ist diese Bescheinigung notwendig. Dabei ist darauf zu achten, dass die Adresse auch wirklich auf der Meldebestätigung steht. Das übliche certificado de viaje für den Residentenrabatt auf Inlandsflüge reicht nicht aus, weil der Adressen­vermerk hier fehlt.

Andere Dokumente, die im Internet aufgelistet werden, sind nicht unbedingt nötig. Bei der Erneuerung des Eintrags muss zum Beispiel keinerlei Nachweis darüber erbracht werden, wie und wo man sein Einkommen verdient. Bei Erstbeantragung hingegen verlangt die Behörde wahlweise eine Bestätigung über die Anstellung (zum Beispiel Arbeitsvertrag und Einzahlungsbestätigung mit Stempel von der Bank) oder eine Meldung als Freiberufler (Zahlungs­beleg der letzten Autónomo-Gebühr mit Bankstempel). Wer nicht berufstätig ist, muss entsprechend nachweisen, wie er seinen Lebensunterhalt und seine Krankenversicherung zahlt. Dafür gibt es noch keine endgültige Liste der nötigen Unterlagen.

Kurze Wartezeiten
Im Selbstversuch mussten wir zweimal anstehen: Einmal vor der Information (einfach anstellen, ohne Nummer), knappe zehn Minuten. Leider erhält man erst dort das Formular, mit dem man zur nächsten Bank gehen muss (Zeitaufwand, etwa 30 Minuten). Anschließend mussten wir erneut im Warteraum Platz nehmen. Zu unserem Erstaunen wurde unser Namen bereits nach etwa zwei Minuten Wartezeit aufgerufen. Die Terminreservierung per Internet hat also anscheinend wirklich das lästige Schlangestehen oder Nummernziehen ersetzt.

Außerdem waren wir erstaunt, wie freundlich und entspannt alle Beamten waren, mit denen wir zu tun hatten. Diesbezüglich hat sich die Situation innerhalb der vergangenen Jahre eindeutig verbessert.

Parkplatznot
Etwas chaotisch ist die Park­situation vor der Ausländerbehörde. Wer jedoch in die angrenzenden Wohngebiete ausweicht, findet sofort einen Parkplatz und muss damit vielleicht einen höchstens fünfminütigen Fußweg in Kauf nehmen.

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