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Gesellschaft

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  • Blog de
    12
    Januar
    2017
    Ich denke gerade darüber nach, wie sich die Welt nach der Wahl des 45zigsten amerikanischen Präsidenten gespalten hat. Ich denke darüber nach wie neue und alte Verbindungen zu bewerten sind. Siehe der Kontakt nach Russland bzw. die Stärkung oder gegebenfalls auch die Schwächung der NATO. Ich denke darüber nach ob es gerechtfertigt ist ein düsteres Kriegsszenario mit der neuen Präsidentschaft in Amerika zu verbinden. Auch denke ich darüber nach ob wir Europäer weiter in Frieden leben können. Am meisten aber denke ich darüber nach, ob der 45zigste Präsident der Vereinigten Staaten das normale Ende seiner Amtszeit erreichen wird? ...
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    02
    Dezember
    2016
    Angefangen bei den drei Säulen des bayerischen Selbstverständnisses, was ich als gebürtiger Münchner frei heraus behaupten darf: das bayerische Reinheitsgebot, Franz Josef Strauß und der liebe Herrgott, und zwar in dieser Reihenfolge.  Die Zahl Drei spielt in vielen Mythologien und Religionen von alters her eine bedeutende Rolle und gilt als heilige Zahl. In der heutigen Zeit und nicht zuletzt auch auf Mallorca im Zeitalter des Bau-Booms ist der religiöse Glaube mittlerweile durch die Anbetung des schnöden Mammons ersetzt worden. Und auch hier steht die Drei wieder im Mittelpunkt, denn drei Prozent war (und ist es vermutlich immer noch) die übliche Kommission, die korrupte Politiker sowohl hier als auch auf dem spanischen Festland bei der Bauvergabe von Großprojekten verlangten, um ihren Segen zu erteilen. Im konkreten Fall des Makroprojektes des öffentlichen Krankenhauses Son Espases (Diario El Confidencial vom 20.10.2016) ist die nicht zu verachtende Summe von 9 Millionen Euro an Schmiergeldern geflossen. Hinter vorgehaltener Hand wird außerdem mit einem Augenzwinkern das Geheimrezept für eine erfolgreiche Legislaturperiode eines Berufspolitikers in Funktion weitergegeben, das sogenannte „System der drei Umschläge“. Welcher politischen Gruppierung auch angehörig, es greift immer und lautet wie folgt: Bei Amtsantritt hole aus der obersten Schublade in deinem Regierungsbüro den ersten Brief heraus. Öffne ihn und lies: „Unsere momentanen Probleme sind die Folgen des „Erbes“ der Vorregierung“. Wenn zur Halbzeit der Legislaturperiode noch immer keine Verbesserungen eingetreten sind und mit weiter anhaltenden Problemen zu rechnen ist, nimm man den zweiten Umschlag zur Hand, der folgendes besagt: Die Probleme sind nicht hausgemacht, sondern es handelt sich dabei vielmehr um konjunkturelle Einflüsse von außen. Nach vier Jahren am Ende der Legislaturperiode und deiner sicheren Abwahl mit einem vernichtenden Ergebnis an den Wahlurnen hole den dritten und letzten Umschlag heraus und erfülle dessen Forderung: „Nehme drei Umschläge, schreibe ebensolche drei Briefe, wie du sie vorgefunden hast und gehe nach Hause!“ ...
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    29
    September
    2016
    ...muss man sich nach der Lektüre der folgenden Nachricht am 15. September in der Zeitung "Diario de Mallorca", der Schwesterzeitung der MZ, fast gezwungenermaßen denken: Ein Lokführer verlässt seinen Zug mit 109 Fahrgästen an Bord! So geschehen auf dem spanischen Festland, genauer gesagt in Osorno (Palencia) auf der Strecke zwischen Santander und Madrid. Wie der Artikel weiter ausführt, war der Zug mit erheblicher Verspätung unterwegs. Der Lokführer verwies als Grund für sein ungewöhnliches Vorgehen auf die strengen Vorschriften, die nach fünfeinhalb Stunden Arbeit 45 Minuten Pause vorsehen, die unbedingt eingelegt werden müssen und eben das war nun einmal gerade in diesem Moment an genau jenem Ort der Fall! Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an den unangekündigten Pilotenstreik, der 2010 zu chaotischen Zuständen auf Palmas Flughafen führte und den gesamten spanischen Flugverkehr lahmlegte, was letztendlich sogar den Einsatz des spanischen Militärs nach sich zog. Die Konsequenz dieser beiden, wohl als radikal-konsequente Protest-Maßnahmen gegen die Arbeitsbedingungen aufzufassenden Vorgehen hätten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens bei derartiger strenger Auslegung sicherlich weitreichende, teils dramatische Folgen: abgebrochene Operationen im Krankenhaus (Tut mir leid, der Magen ist zwar nicht wieder zugenäht, aber meine 40 Wochen-Stunden sind jetzt abgearbeitet). Nicht vollständig zu Ende geführte Löschaktionen der Feuerwehr (Der Dachstuhl brennt noch immer lichterloh, aber laut Tarif-Vertrag ist jetzt Feierabend!).  Auch kleinere Malheure könnten im Alltag die Folge sein: Friseur-Salons, die ihre Kunden mit lediglich auf einer Seite fertiggestellten Haarschnitt wieder unbarmherzig auf die Straße schicken - vielleicht war dies einst die Geburtsstunde der Proleten-Frisur "Vokuhila" in den 80-er Jahren - oder aber das vorzeitige, abrupte Ende der geliebten Tagesschau ohne Sport und Wetterbericht. Und wer weiß, ob dies nicht auch der wahre, bisher geheimgehaltene Grund für die Entstehung einer Vielzahl von unvollendeten Werken bedeutender Komponisten ist, wie etwa Beethovens 9. Sinfonie.Es bleiben al   Jan Lammers P.S. Sorry, leider war Redaktionsschluss und das Zeilen-Honorar ist ohnehin schon ausgeschöpft! ...
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    09
    August
    2016
    Den Erfahrungen im Alltagsleben nach zu urteilen ist der Prototyp des nach Spanien eingewanderten Chinesen eine hinter dem Verkaufstresen seines eigenen Ramsch- oder Supermarktgeschäfts sitzende – häufig treffender als kauernd oder lümmelnd zu umschreibende – weit verbreitete Spezies beständig nickender Mitfünfziger. Ihre auf nahezu jegliche Frage beipflichtende Kopfbewegung ist jedoch vielfach aufgrund geringer, oft jedoch komplett fehlender Spanischkenntnisse mit Vorsicht zu genießen (eine Ausnahme bildet hierbei meist die junge Generation der hier geborenen Nachkommen, die häufig noch minderjährig und entgegen aller Vorschriften ihren Eltern im Geschäft tätig zur Seite stehen). Bei jener Zustimmung, die sich nahezu ritualhaft wiederholt, scheint es sich daher eher um ein formelles Abnicken als um ein wirkliches Verstehen zu handeln, wohl aus Sorge, durch ein zur Kenntnis gegebenes Nicht-Verstehen wohlmöglich einen potentiellen Kunden zu vergraulen. So auch neulich, als ich abends beim Chinesen um die Ecke - ehemals eine Garage, ein stickiges und finsteres Loch in einer Seitengasse im Lonja-Viertel, seit drei Jahren zum „Supermarkt“ auffrisiert – noch schnell eine Packung Wiener kaufen wollte. Auf die wiederholte Frage nach den salchichas hakte der freundlich nickende Asiate mit ergrauten Schläfen in gebrochenem Spanisch dann doch vorsichtshalber nach: „halber oder ganzer Liter?“ Wie sagt schon ein spanische Sprichwort: Wer schlecht versteht, der antwortet falsch! (Quien mal entiende, mal responde).  Ich beließ es also bei einem resignierenden "Da igual" und ging ungläubig und schmunzelnd nach Hause, nicht allerdings ohne vorher noch die Alternativlösung einer Packung Eier für ein Omelett gekauft zu haben. Denn diese hatte mein Chinese um die Ecke dann doch da und mir sogar ohne die vermutlich treffende Nachfrage verkauft, ob ich sie denn gerne „mit oder ohne Kohlensäure“ hätte. ...
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    16
    Juli
    2016
    Hallo Freunde, vor gut 4 Wochen habe ich hier in meinem Blog gefragt was nun, nach dem Brexit passieren würde. Jetzt gibt es leider traurige Wahrheiten dazu. Die erste auf der Insel ansässige Firma hat Konkurs angemeldet. Nun kann  es geschehen, das einige Inselurlauber aus UK ihre bereits bezahlte Reise, sprich die Hotelkosten noch einmal begleichen müssen. Ich will es nicht hoffen, man sollte aber vorgewarnt sein. Soviel dazu. Schlimmer aber die Ereignisse in Nizza, wo man von über 80 Toten spricht und darüber hinaus der Militärputsch in der Türkei, da spricht man von nahezu 200 Toten. Bei diesen Vorkommnissen frage ich mich: KANN  DIESE  WELT  NICHT  IN  FRIEDEN  LEBEN ? Anscheinend nicht!   ...
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    30
    Juni
    2016
    Hallo Freunde, mit Freude habe ich gelesen das  auf der Insel ein soziales Auffangnetz geschaffen wurde. Ähnlich dem deutschen Hartz IV gibt es nun auch hier Sozialleistungen für Personen und verstärkt für Familien. Das gewisse Voraussetzungen erfüllt werden müssen versteht sich von selbst. Nun noch eine Anmerkung zu Europa. Auch da ist Spanien auf einem guten Weg. Nach dem Brexit hat sich aber gezeigt, daß die europäische Bevölkerung viel zu wenig mit den Grundlagen und Arbeitsweisen der EU vertraut gemacht wurde. Daher möchte ich den Ländern und der EU in Brüssel vorschlagen, mal eine gewaltige Summe Geldes in die Hand zu nehmen und mit einer geziehlten Aufklärungskampangnie dieses nach zu holen. Das kann Europa, in dem ich seit 70 Jahren ohne Krieg leben kann, nur hilfreich sein. Machts gut Freunde und wenn ihr wollt schaut mal in meinen fb Blog " Dikusch DER Politikblogger"   ...
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    14
    Juni
    2016
    Hallo Freunde, lange habe ich mich nicht mehr zu Wort gemeldet. Bücher sind genug geschrieben und mein Mini Bildband über Cala Millor ist auch seit längerem abgeschlossen. Was mich jetzt interessiert ist folgendes, was passiert mit den vielen hier lebenden und auch selbsständigen Engländern, wenn sie in absehbarer Zeit keine EU Bürger mehr sind? Wie werden Einreisebestimmungen sich  ändern und wieviel touristischen Ausfall wird die Insel,  wenn es soweit ist, ertragen müssen. Bisher habe ich generell zu diesem Thema wenig lesen können. ...
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    07
    Juni
    2016
    Wie wäre es möglich, noch weitere zwanzig, dreißig oder gar vierzig Jahre das mitreißende Tennisspiel des in die Jahre gekommenen mallorquinischen Linkshänders mitzuerleben? Und das, obwohl er in letzter Zeit von immer zahlreicher werdenden Verletzungen geplagt wird, was einen Absturz in der Weltrangliste zur Folge hatte. Die Antwort darauf könnte unter Umständen eine Nachricht liefern, die letztes Jahr in den Medien ein beachtliches Echo fand: Der italienische Neurochirurg Sergio Canavero will spätestens Anfang 2017 in einer 36-stündigen Operation den Kopf des dreißig Jahre alten russischen Programmierers Waleri Spiridonov auf einen gesunden Spenderkörper transplantieren. Spiridonov leidet an einer seltenen und unheilbaren genetischen Erkrankung, dem Werdnig-Hoffmann-Syndrom. Dieses Vorhaben soll mit einem aus rund einhundert Ärzten bestehenden Team bewältigt werden, die Kosten dafür belaufen sich auf rund zehn Milionen US-Dollar. Als mögliche “Körperspender” kämen beispielsweise Hirntote nach einem Autounfall in Frage. Was auf den ersten Blick gruselig anmuten mag, ist in anderen Bereichen längst zum medizinischen Alltag geworden und wird nicht mehr als abstoßend empfunden: Neue Hände, Arme oder gar das Herz zu transplantieren ist längst zur Routine geworden, Organspende schon lange kein Tabuthema mehr. Erste Versuche mit Kopfverpflanzungen wurden bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei Hunden mit Erfolg durchgeführt. Als schauriger Höhepunkt schuf der russische Forscher und Mediziner Wladimir Demichow 1960 den Schäferhund Laika: Er hatte zwei Köpfe, die beide fressen und bellen konnten. Auch bei Affen gab es zahlreiche ähnlich geartete Versuche. Könnte diese Technik letztendlich auch beim Menschen zur Anwendung gelangen, würden trotz der gebotenen Eile dabei vermutlich ähnliche Kriterien zu verfolgen sein wie bei Herztransplantationen, sprich: Der Spender/in – in diesem Fall des Körper – bleibt anonym, zudem müsste die Transplantation innerhalb weniger Stunden so schnell durchgeführt werden. Daraus entstünden allerdings eine ganze Reihe von ungeklärten Fragen, die sich aus der Vielzahl an möglichen Kombinationen von Spender und Empfänger ergeben. Erstens: Welches Alter hat dann die neugeschaffene Person, das des Körpers oder das des Kopfes? Zweitens: Welche Nationalität besitzt sie, wenn beispielsweise der Rumpf spanisch, der Kopf aber deutsch ist? Vielleicht etwa die doppelte Staatsbürgerschaft? Und vor allem, drittens: Welcher Name steht im Pass? Was passiert, wenn ein Männerkopf auf einem Frauenkörper gelangt, bzw. viceversa, welches ist dann die sexuelle Orientierung? Daraus ergibt sich beinahe zwingend die Gretchenfrage: Was würde in diesem Fall mehr zählen, der Geist (Kopf) oder aber das Herz (Körper)? Wo ist die Seele beheimatet, im Herz oder im Kopf? Wem würde welches Erbe zustehen, wer zählt nun zum Kreis der engsten Angehörigen und welche DNA wäre im Falle eines kriminellen Wiederholungstäters relevant?  Die Liste der theoretisch möglichen Szenarien bei der Verbindung von Spenderkörper mit dem Empfängerkopf ist ebenso lang wie abstrus: Mutter auf der eigenen Tochter, die US-amerikanische „Mischung“ des Kopf eines Schwarzen auf dem Körper eines Weißen, Pazifist mit Hakenkreuztätowierung, Muslim auf Christenkörper … . Nach einigen Jahrzehnten der Forschung und des Fortschritts dieses neuen Bereiches der Medizin gäbe es im zu Ende gedachten Fall die Möglichkeit, dass zur Vermeidung solcher potenziell konfliktträchtigen Szenarien und somit zur Optimierung der Ergebnisse sowie zur finanziellen Rationalisierung sogenannte “Körperfarmen” angelegt werden könnten. Darin würden Dank DNA-Analysen perfekte Körper “a la carte” herangezüchtet werden, die gesund, aber geistig komplett unausgebildet auf ihre “Endmontage” warten, die je nach Wunsch und Preis-Leistungs-Verhältnis erfolgt. Den aufgrund der vielen Banketten zu Fettleibigkeit neigenden Politikern könnte im Wahlkampf aus Imagegründen geschwind ein jugendlicher Körper verpasst werden. Alternden Fußballern würde angesichts der Extrembelastung vor einer aufreibenden Weltmeisterschaft ein von Verletzungen verschont gebliebener Körper maßgeschneidert werden. Womit wir wieder bei Rafa Nadal gelandet wären: Dem heimischen Tennisstar wäre eine jahrzehntelange Unschlagbarkeit sicher, würde man ihm nur zwei linke Arme zum beidhändigen Vorhandspielen verpassen!   ...
  • Blog de
    25
    April
    2016
    Hallo Freunde " Dikusch meint ", vor ein paar Tagen habe ich über die Problematik und auch Risiken der Radfahrer und vereinzelt der Fußgänger hingewiesen.Beide Personengruppen sind bei der Benutzung der Tunnel auf der Insel einem hohen Gefahrenpotential ausgesetzt. Warum werden Sie nicht auch wie die Fahrzeugführer, bei Pannen und Unfällen, per Gesetz dazu gezwungen in den Tunneln reflektierende Sicherheitwesten zu tragen. Allen Beteiligten wäre geholfen und das Gefahrenpotiental für Unfälle stark reduziert. ...
  • Blog de
    19
    April
    2016
    Angesichts des während der vergangenen Jahre inflationsartigen Anstiegs der Straßenmusikanten in Palmas Innenstadt wünscht sich so manch einer insgeheim sicherlich Maßnahmen von Seiten der Stadtverwaltung, um dieser Flut Einhalt zu gebieten. An den „klassischen“ Straßenmusikanten liefen einst die Passanten auf dem Bürgersteig vorbei und blieben nur dann stehen, wenn sie auch wirklich Interesse an der Darbietung hatten. Dieser Gradmesser war ein untrügliches Qualitäts-Kriterium, ebenso wie das gegebene Münzgeld. Heutzutage läuft das Ganze in der Regel wie folgt ab: Endlich hat man auf einer der zahlreichen, nichts destro trotz aber überbevölkerten Terrassen in Palmas Innenstadt einen Tisch erobert und den ersehnten Cafe con leche vor sich stehen. Da dauert es garantiert nicht lange, bis wie aus dem Nichts ein oder mehrere Straßenmusikanten auftauchen, sich in unmittelbarer Nähe plazieren und in aufdringlicher Lautstärke mit ihrer Darbietung beginnen. Jeglicher Versuch einer Unterhaltung ohne in Schreien auszuarten oder auch nur der Wunsch, versunken seinen Gedanken nachzuhängen, ist somit zunichtegemacht. Es bleibt nichts anderes übrig, als stoisch zu verharren, bis nach einer gefühlten halben Ewigkeit dieser belagerungsartige Zustand schließlich ein Ende hat. Zum krönenden Abschluss – der Cafe con leche ist längst getrunken und beglichen – wird für die ungewünschte Belästigung auch noch direkt am Tisch um einen Obolus gebeten. Die Begrenzung an Straßenmusikanten wäre also eine durchaus wünschenswerte Initiative, etwas über das Ziel hinausgeschossen mutet allerdings der während der vorangegangenen Legislaturperiode der PP (Partido Popular) vorgelegte Entwurf zur Bürgerrechtsverordnung (ordenanza cívica) an. Der Unterpunkt "Examen a artistas y músicos callejeros" sah eine Prüfung der Straßenkünstler- und Musikanten vor. Letztendlich wurde das Gesetz erst mit etlichen Modifizierungen – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Proteste quer durch die Gesellschaft – verabschiedet. Man stelle sich nur einmal den konkreten Ablauf in einer hypothetischen Umsetzung vor. Zu allererst stellt sich die Frage, wie sich das Expertengremium zusammensetzen und welche Kriterien dabei zur Anwendung gelangen würden. Bei der zum Zeitpunkt der Gesetzesinitiative konservativ ausgerichteten Regierung hätte dies aller Wahrscheinlichkeit nach eher ein steifes kulturelles „Geschmäckle“ zur Folge gehabt. Bei Straßenmusikanten wäre ein Test angelehnt an „The Voice of Germany“ (auch in Spanien dank dem holländischen Medienmogul John de Mol als „La Voz“ zu verfolgen) als geradezu ideal, bei denen die Jurymitglieder den Gesangs-Bewerbern den Rücken zudrehen. Drücken sie auf den ominösen Knopf, würde dies eine zeitlich begrenzte Erlaubnis für die Straßen Palmas sowie der Insel Mallorca zur Folge haben. Zudem könnte dieses Prozedere auch öffentlich auf dem inseleigenen Fernsehsender IB3 übertragen und so zusätzlich Geld in die stets klammen Staatskassen fließen lassen. Je nach der Zuschauergunst dürfen sie sich dann frei die lukrativsten Plätze in Palma oder den hochfrequentierten Touristen-Hochburgen auswählen. Bei anderen Straßenkünstlern wie Malern, Clowns etc. müsste jedoch eher das Format des „DSDS“ (Deutschland sucht den Superstar) zur Geltung kommen, bei dem die Jury die Beiträge direkt sehen und bewerten kann. Fraglich bleibt allerdings, ob dann jemals ein Picasso zugelassen worden wäre. Auch eigenwillig schräge Typen wie ein Helge Schneider hätten vermutlich keine Chance gehabt. Selbst ein nicht auf mainstream gebügelter Künstler wie Bob Dylan wäre aller Voraussicht nach bei den kleinbürgerlichen Kriterien durchgefallen, hätte er vor solchen „lockeren“ Typen wie Bauzá oder Matas vorsingen müssen. Zudem noch ein Anhang in Sachen Politik: Welche Sprachen wären erlaubt beziehungsweise vorgeschrieben: Katalanisch, Spanisch, Englisch oder doch Trilingue zu 33 Prozent? Letztlich stellt sich die Frage, wie weit diese Maßnahmen auch noch auf andere Gebiete auszuweiten wären, denn man könnte ja meinen, dass dieses Vorgaben für alle Lebenskünstler zu gelten hätte: Sollten dann nicht etwa holländische Spezialisten an den Rosen der vietnamesischen Blumenverkäufer riechen, ob sie auch wirklich den Duft-Kriterien ihrer Zunft entsprechen? Sind die raubkopierten Kinofilme der afrikanischen Straßenhändler einer Qualitätskontrolle zu unterziehen? Und müssten dann die Autoeinweiser in Palmas Innenstadt nicht einen gültigen, EU-genormten Führerschein vorweisen können? Warten wir`s ab, die neuen Regierenden im Rathaus sorgen diesbezüglich sicherlich wieder für ausreichend Gesprächsstoff. Nichts für ungut, Jan Lammers   ...