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Gesundheit

  • Gesundheit

  • Blog de
    16
    Dezember
    2016
      Momentan weihnachtet es wieder sehr! Und überall stehen diese dickbäuchigen rotweiss bemäntelten Männer rum und verteilen bestenfalls süsse Kleinigkeiten unter das (Kinder-)Volk. Seine ureigentliche Aufgabe war der Legende nach ein bisschen anders und nahm Eltern die vermeintliche Verantwortung ab, ihre “bösen” Kinder zu strafen und ihre “guten” Kinder zu belohnen, sprich zu beschenken. Diese Unterscheidung zwischen gut und böse hat sich auch für den modernen Weihnachtsmann verwischt zu Zeiten, wo seine Erziehungskollegen in den Schulen die Hausarbeiten mit Hilfe von smilies beurteilen. Und so ziehen die weihnachtlichen Trupps nur noch zur reinen Freude der Kinder durch die Stadtteile und glücklicherweise auch durch die Kinderkrankenstationen. So schön so gut. Unterschiedslos und einfach so zur Freude der Beschenkten. So jedenfalls haben wir bis heute gedacht. Nun hat sich aber herausgestellt, und das ist keine Mär sondern eine toternste  Studie im "British Medical Journal" dass auch der Weihnachtsmann nur menschlich ist und seine moralischen Vorstellungen sich von unseren nicht gross unterscheiden. Böse Buben und Mädel haben tatsächlich nichts mehr zu befürchten vor dem Unbekannten mit dem Rauschebart. Es sind die armen Schlucker, die Oliver Twists dieser Welt, die er bestraft, weil er sie vergisst oder meidet. Diejenigen, deren Leben mit einer langjährigen Pechsträhne beginnt, da sie in Armut und miese soziale Verhältnisse reingeboren wurden, die in hässlichen Stadtvierteln und konfliktiven Schulen gross werden und die dann auch noch das Pech haben, vor Weihnachten krank zu sein und in den Krankenhäusern innerhalb ihrer problematischen Stadtviertel behandelt werden. Das sind schlicht und einfach Kinderstationen, die der Weihnachtsmann nicht mag und deswegen umgeht. Vielleicht liebt er ja, wie jeder von uns, helle freundliche Räume oder eine entspannte behütete Familienatmosphäre. Vielleicht liebt er auch eher die Krankenhäuser mit einer hübschen Gartenanlage. Oder er zieht eine eher homogene Patientengruppe vor, alle eher hellhäutig und helläugig; und alle verstehen ihn und seine Helferlein. Auch er fühlt vielleicht diese gewisse Wärme, die um ein Mittelschichtskind strahlt und vermeidet unbewusst und völlig ohne Absicht diese Aura von erahntem, bevorstehendem Drama, die diese Unterschichtskinder so oft umgeben. Und ich bin mir sicher, dass das dem Weihnachtsmann garantiert nicht bewusst ist. Er zieht auf seinen Wegen durch die Welt ganz sicher völlig ohne böse Absicht durch die besseren Strassen und erfreut sich am Anblick eines Kindes im hübschen Schottenkaro-Pyjama einschliesslich Steifftier im Arm. Genauso wie wir eben. Bleiben Sie gesund! ...
  • Blog de
    06
    Oktober
    2016
    Da können einem langsam doch Zweifel kommen, warum Ärzte und v.a. Kardiologen sich solche teuren Praxen einrichten. Geht es doch, so weiss man jetzt, inzwischen viel leichter und vor allem viel günstiger. Kommt ein Patient zum Arzt… … und ein Händedruck reicht, um seinen Gesundheitszustand abzuschätzen! Das ist jetzt kein Witz. Bewiesenermassen ist es eine gültige Screening-Methode. Denn tatsächlich lässt sich schnell und preisgünstig mit einem sogenannten Dynamometer per Händedruck einiges « ablesen »: gravierende Gesundheitsprobleme, Sterberisiko, Behinderung, geistige Abbau, Rekonvaleszenz-Zeit nach Krankenhausaufenthalten, all das verraten wir über uns indirekt über die Kraft oder Kraftlosigkeit unseres Händedrucks. Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen Muskelkraft der Hand und Zustand des Herzmuskels, folglich die Aussagefähigkeit über das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Über andere Krankheiten wie Diabetes z.Bsp. sagt ein Händedruck leider nichts aus. Ganz allgemein ist der Händedruck beim Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren am stärksten und nimmt dann in den weiteren Lebensjahren langsam ab. Fallen bei einem Patienten aber die Werte des Händedrucks unter eine bestimmte Grenze, die von Alter, Geschlecht und Körpergröße abhängt, dann sind das Hinweise auf einen Gesundheitszustand, der weitere Untersuchungen auf den Gesundheitszustand geradezu herausfordert. Die Referenzwerte der neuen Studie zum Händedruck lassen sich direkt in der klinischen Praxis verwenden. Wenn Ihr Arzt Ihnen nun nicht (mehr) zur Begrüssung die Hand drückt, ist das kein krasser Formfehler (in manchen Krankenhäusern ist es sogar inzwischen untersagt!). Wenn er das aber dann wenigstens damit ausgleicht, dass er Ihnen so ein Dynamometer in die Hand gibt mit dem Autrag, kräfig zuzudrücken, ist es sehr im Gegenzug eine erste effiziente Massnahme, Ihren Gesundheitszustand zu erfragen. Für tatsächliche gesundheitliche Probleme oder sogar Erkrankungen, die typischerweise mit Stress, Depression, Angstzuständen einhergehen, hat Ihr Arzt vielleicht gleich auch die eindeutig billigste und effektive Therapie bereit: Die rote Nase Lachen (wieder) zu lernen, bzw. Humortraining, wie sich das heute nennt, ist ein angesagtes Mittel, um Krankheitsverläufe wirksam zu begünstigen. Durch ein regelrechtes Lachmuskeltraining den eigenen Humor (neu) zu entdecken und im Bedarfsfall anwenden zu können hört sich gut an. Tausendmal besser als Anti-depressiva zu schlucken. Ich will Sie wirklich nicht auf den Arm nehmen. Im Gegenteil. Es ist eine toternste Angelegenheit. Wieviel kann ein echter Händedruck, ein vertrauensvolles, persönliches Verhältnis, eine angemessene Sprech-zeit, in der Sie Ihre Angelegenheiten auch wirklich zum Ausdruck bringen können und dann noch ein Gespräch, in dem positive Emotionen hochkommen bewirken! Das alles klingt sehr banal und vereinfachend und schön… Tatsächlich ist oft reichlich Luft nach oben für eine gehaltvolle Sprechstunde ohne viel High-Tech, mit der eventuell kostspielige Untersuchungen und Therapien vermieden werden können - und für einen entspannten Schwenker auf die lachende Seite des Lebens. Bleiben Sie gesund! ...
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    08
    September
    2016
    Im Leipziger Universitätskrankenhaus gibt es ein Teddy-Krankenhaus, wo Kinder an ärztliche und diagnostische Massnahmen und sogar Krankenhausaufenthalte herangeführt werden und damit Angst und Unsicherheiten genommen werden sollen. Wenn die Kinder dort am morgen eintreffen, kann es sein, dass sie dort ihren Lieblingsteddy frisch eingeliefert in der Notaufnahme vorfinden, wo er nach einem Fahrradunfall nun untersucht und verbunden werden muss. Sowas wäre vielleicht gar nicht schlecht auch für uns Erwachsene. Denn auch wir Erwachsene sorgen uns oft und leiden sehr oft unter Angst vor Ärzten, Praxen, Untersuchungen, von OPs am offenen Herzen garnicht zu reden. Egal ob berechtigt oder unberechtigt: Die Angst vor einem Computertomogramm kann genauso gross wie die vor einer komplizierten Augenoperation sein, obwohl man nichts tun muss ausser einer langen Weile stillzuliegen. Angst ist eben real gefühlt. Aber leider gibt es für uns meistens keine Testverfahren , an dem wir mal in den OP reinschnuppern und dem Anästhesisten über die Schulter gucken können. Was kann man selbst gegen Angst vor einem Eingriff oder einem Krankenhausaufenthalt tun? Erstmal ist es sinnvoll, Angst anzuerekennen und ihre Auswirkungen verstehen zu lernen. Angst ist ein sehr starkes Gefühl. Schliesslich soll sie uns vor Gefahren bewahren. Gleichzeitig dient sie dazu, uns für die Verteidigung vorzubereiten. Deshalb z.Bsp. der schnelle Herzschlag, der erhöhte Blutdruck. Die meisten von uns lernen mit der Zeit, Ängste zu bewältigen und mit besorgniserregenden Situationen umzugehen. Doch der Gang ins Krankenhaus und die Aussicht auf eine grössere bevorstehende Operation stellen eine völlig neue Situation dar. Da ist dann schon mal das grosse Zittern angesagt. Unsere Strategien gegen Ängste vor einer Operation sind so unterschiedlich wie wir alle: Manche versuchen, Angst oder Stress vorzubeugen, indem sie sich ganz vorbildhaft frühzeitig informieren und ihre Sorgen mit anderen Menschen teilen. Es soll Leute geben, die sich durch Lesen ablenken können; andere machen Entspannungsübungen. Studien weisen darauf hin, dass Musikhören vor einer Operation die Angst lindern kann. Welche Musikrichtung hilft, ist reine Geschmackssache. Können Fachleute helfen? Im Krankenhaus sollten bestimmte Dinge eigentlich selbstverständlich sein: Patienten dürfen vom Personal Verständnis für ihre Bedürfnisse erwarten oder dass Wartezeiten möglichst kurz gehalten werden. Krankenhäuser bieten normalerweise Ansprechpartner wie Seelsorger, Sozialarbeiter oder freiwillig Helfende, die Unterstützung und Beistand leisten. Fachleute im Krankenhaus müssen differenziert Hilfe anbieten können: wer Angst vor der Narkose hat, braucht andere Unterstützung als jemand, der sich vor allem vor der Trennung von seiner gewohnten Umgebung fürchtet. Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Übungen zur Muskelentspannung, Massagen, Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie oder Hypnose werden vor einer Operation kommen gern zum Einsatz. Allerdings ist der Nutzen dieser Hilfsmassnahmen nicht wissenschaftlich erwiesen. (Wenn es aber hilft…) Helfen Beruhigungsmittel? Den Krankenhausbediensteten fällt meistens leider nichts anderes ein, als bereits am Vorabend zur OP eingelieferten Patienten ein Schlafmittel oder Beruhigungsmedikament gegen die Aufregung zu verabreichen. Da ist auch nicht klar, welches Medikament sich am besten eignet. Oft gehören sie zu der Gruppe der Benzodiazepine, die angstlösend und entspannend wirken und gleichzeitig machen sie schläfrig, was gelegentlich auch Nebenwirkungen wie Übelkeit hervorruft. Manchmal werden Beruhigungsmittel auch noch kurz vor der Narkose angewendet.. Rauchen vor Operationen Viele Raucher greifen in Situationen von Angst und Unsicherheit noch öfter zur Zigarette. Das mag helfen und beruhigen. Nur eins sollten Sie beachten: Raucher haben nach Operationen häufiger mit Komplikationen zu tun, vor allem bei die Wundheilung. (Wenn Sie sich das Rauchen noch nicht abgewöhnen können, ist bei geplanten Operationen eventuell eine Nikotinersatztherapie sinnvoll, die ein bis zwei Monate vor der Operation begonnen wird.) Die beste Hilfe gegen Angst ist allerdings immer, sich gut informiert zu fühlen. Denn bei Operationen und Eingriffen verhält es sich so wie mit dem Scheinriesen bei Jim Knopf. Je weiter er weg ist, desto gefährlicher erscheint er. Kommt er näher und wir lernen ihn kennen, entpuppt er sich als harmloser Zeitgenosse. So wünschen wir uns einen Krankenhausaufenthalt. Bleiben Sie gesund! ...
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    30
    August
    2016
    Wir hier in Spanien nehmen das Phänomen Sommerloch wohl etwas mehr wahr als Nordlichter. Und das nicht, weil tatsächlich Sommer ist und es so richtig heiss wird, sondern weil das Leben hierzulande in vieler Hinsicht buchstäblich zum Erliegen kommt. Keinem Menschen würde es einfallen, sich im August aufzumachen, eine Firma zu gründen und diesbzgl. bei den Behörden vorzusprechen. Man erwartet auch keine nachmittägliche Beratung im Musikspezialgeschäft, um sich die neue Lieblingsgitarre zu kaufen. Und da im Sommer auch kaum jemand krank wird, reduziert sich das Ärzteangebot auf die Belegschaften der Notaufnahmen. Nun kommt der September und langsam beginnt wieder das normale Leben oder es steht ganz plötzlich und erwartet knallhart vor uns, falls noch nicht verrentet. Der Einstieg fällt meistens nicht so ganz leicht. Der Job ist ja sogar ganz toll und die Kollegen sind auch ok. Aber vielleicht konnten Sie ja so richtig abschalten – und sich somit auch richtig erholen… Jetzt das Ruder wieder umzuwerfen und auf Kurs zu gehen, das benötigt doch schon eine gewisse Unterstützung durch den inneren Schweinehund. Wenn Sie in hierzulande nicht im Tourismussektor arbeiten, verläuft ihr Sommer wahrscheinlich auch im spanischen Rhythmus: fast 3 Monate Schulferien, Familienbesuch, Abendessen mit Freunden, … und viel Zeit zu grübeln, oder besser nachzudenken  und zu planen. Und was kommt dabei raus??? Statistisch gesehen steigt die Zahl der Trennungen und Blitzscheidungen in Spanien rapide nach dem Urlaub. Hoffen wir, dass Sie ihr Privatleben besser in den Griff bekommen. Sie haben noch volle vier Monate Zeit, um was rumzureissen. Statistisch hat sich auch bestätigt, dass der Jahresbeginn uns dazu veranlasst, den Lebensstil zu überdenken und uns im Sportstudio anzumelden, die Diät umzustellen, usw. während das Jahresende uns zum Geldausgeben verleitet: da bereichern wir unser Leben mit der Anschaffung von Dingen; inwieweit allerdings steuerliche Vergünstigungen dazu ihren Beitrag leisten, weiss ich nicht. Diese vier Monate aber stehen Ihnen komplett zur Verfügung. Falls Sie meinen, mit Ihren Plänen für 2016 im Hintertreffen zu sein oder sie noch nichteinmal angegangen haben, können Sie jetzt immer noch durchstarten. Sie können alles machen! Alles ist möglich! Sie können sich durchchecken lassen. Sie können Ihre Diät definitiv langfristig verbessern. Sie können sich einfach in Bewegung setzen. Langfristig etwas zu ändern, dauert ca. 6 Wochen, das weiss man heute, aber es ist ein Leben lang möglich! Sie können sogar etwas Neues lernen! Denn auch Alter schützt vor Wissen nicht. Bleiben Sie gesund!   ...
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    14
    Juli
    2016
    Wer von uns hat das nicht; leider haben manche Leute mehr Rücken als andere. Gründe gibt es viele. Allerdings nehmen gerade die Rückenprobleme, die aus unserer ungesunden Lebensweise entstehen, rapide zu. Damit nimmt natürlich auch die Notwendigkeit konservativer wie invasiver Behandlungen zu. In dieser Hinsicht hat sich einiges in den letzten Jahren verändert - manches nicht zum Guten! ... und OP und Rücken und OP ... Die Barmer GEK warnt jetzt vor unnötigen Operationen an der Wirbelsäule. Die Zahl dieser Eingriffe hat sich nämlich innerhalb von acht Jahren (2006 bis 2014) bundesweit auf gut 780.000 verdoppelt, wie die Krankenkasse mitteilte. Zudem sei die Zahl der Patienten, die sich innerhalb von zwei Jahren nach einer Rücken-OP einem erneuten Eingriff unterziehen mussten und letztlich eine Wirbelversteifung erhielten, in der Zeit von 2006 bis 2013 sogar um 137 Prozent gestiegen. Diese Zahlen beruhen auf Patienten der BEK. Es ist aber nicht anzunehmen, dass es bei anderen Krankenkassen und Versicherungen besser aussieht. Und als solche sind sie schier unglaublich bis unannehmbar. Es ist einfach nicht zu glauben, dass der Zustand deutscher Rücken in den letzten zehn Jahren sich dermassen verschlechtert hat,  dass er diesen Patientenberg mit Rückenproblemen hervorgerufen hat. So zeigen die Erfahrungen der Barmer, dass z.Bsp. rund die Hälfte der Rückenpatienten sich nach einer zweiten Expertenmeinung gegen eine Operation an der Wirbelsäule entscheidet. Soll heissen, sie erhalten neue oder andere Informationen, sie werden anders beraten, sie haben neue Kriterien, nach denen sie sich entscheiden können. Wieviele von diesen Menschen entscheiden, einfach nur “ein bisschen” zu warten und den Eingriff noch hinauszuschieben, wissen wir nicht. Auch nicht, wieviele von ihnen auf andere therapeutische (ob Schmerzmittel oder Schwimmen) Massnahmen umsteigen oder intensivieren. Anzunehmen ist nur, dass sie mit “Rücken” weiterleben können. Bis es dann vielleicht einmal irgendwann unerträglich wird. Fragen Sie sich doch selbst einmal: Wie wiegen Sie Schmerzen und OP-Risiko gegeneinander auf? Ist Ihr Rückenproblem so gross, dass Sie dafür das real existierende Risiko des OP-Tisches aufsichnehmen möchten? Ganz, ganz kurz vor der dem Eingriff sind Sie ja verpflichtet Ihr Einverständnis zum Eingriff zu geben, und sind dann offiziell informiert über mögliche Probleme wie Schlaganfall, oder Schlimmeres durch Narkose, Infektionsmöglichkeiten im OP, usw. Fragen Sie sich auch, wie gross Ihre Bereitschaft ist, sich umzustellen? Wie steht es mit Lebensgewohnheiten, die Ihrem Rücken wehtun? Wie sieht es aus mit anderen, die ihm guttun? Die Behandlung Ihres Rückenproblems sollte ein gutes Geschäft für alle Seiten sein. (Quelle: Aerztezeitung.de/ dpa)   ...
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    17
    Mai
    2016
    Oft wird Übersetzern die Aufgabe übertragen, einen Arztbericht in eine andere Sprache zu übersetzen. Das ist so ziemlich die undankbarste und schlechtbezahlteste Arbeit, die einem in dieser Berufssparte unterkommen kann. Denn normalerweise zeichnen sich solche Berichte nicht nur durch eine (logische und nachvollziehbare) Häufung von Fachausdrücken aus dem Griechischen und Lateinischen aus, sondern sie sind auch gespickt mit rätselhaften Abkürzungen und sogar so gut wie unleserlichen handgeschriebenen Anmerkungen. Eine enorme geistige und zeitliche Herausforderung, die mit Geld nicht bezahlt wird. So ähnlich geht es viel zu vielen Patienten auch in Deutschland in ihrem Versuch, dem Arztgespräch zu folgen, Beipackzettel zu verstehen, usw. Inzwischen sind es so viele, dass nun (mal wieder) sogar der Gesundheitsminister in seinem Bemühen, die Gesundheitskompetenz der Bürger zu erhöhen, die Ärzte auffordert, auf dem Gebiet der Kommunikation dringend ein paar Nachhilfestunden zu nehmen. Das Arzt-Patienten-Gespräch ist DER Moment, dem Patienten eine Diagnose und ihre Behandlung verständlich zu erklären. Das klingt ziemlich logisch, nur dass sich die Ärzte ein “verständliches” Gespräch besser bezahlen lassen wollen als ein unverständliches und der Gesundheitsminister und wahrscheinlich auch Sie dieses nicht verstehen. Denn der Aufwand, etwas verständlich zu erklären, sollte ungefähr derselbe sein, es unverständlich darzustellen, sobald der Erklärende selbst es verstanden hat. Probleme mit Gesundheitsinformationen Immerhin hat mehr als die Hälfte der Deutschen Probleme Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, so die Ergebnisse einer Studie aus Nordrhein-Westfalen. Beipackzettel sind ein Dauerthema. Ebenso fühlen sich viele Befragte verunsichert, Vor-und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen. Auch mit der Einholung von Zweitmeinungen tun sich viele Deutsche schwer. In Deutschland gibt es das Präventionsgesetz, was die Kassen in die Pflicht nimmt im Engagement für mehr gesundheitliche Kompetenz in der Bevölkerung. Aber durch dieses Gesetz fühlt sich die Ärzteschaft wohl nur bedingt angesprochen, sodass von Seiten der Regierung nun eine gemeinsame Kraftanstrengung von “Ärzten, Krankenkassen, Apotheken, Pflege, Verbraucher- und Selbsthilfeverbänden" gefordert wird. Alle Gesundheitsberufe sollen eingebunden werden, ein ganzes Bündel von weiteren Massnahmen soll ergriffen werden. Dabei haben die Ärzte eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, medizinische Inhalte verständlich zu vermitteln. Denn viele Patienten fühlen sich in einem Meer von Gesundheitsinformationen, medizinischen Angeboten und Formalitäten allein gelassen und überfordert  - und zwar quer durch alle gesellschaftlichen (Bildungs-)Schichten. Nötig werden, so die Forscher und auch die Politik, neue zielgruppengerechte Angebote und neue Formate, die das medizinische Fachwissen verständlich aufbereiten. Inzwischen hat die AOK “Faktenboxen” entwickelt, die per Internet Informationsfunktion übernehmen sollen. Das ist löblich, aber dazu ist zu sagen, dass Information ja nun (überreichlich) im Netz vorhanden ist, nur dass sie für viele eben nicht aufzufinden oder verständlich ist. Es geht also doch nichts über ein richtig gutes Arztgespräch. Fordern Sie es ein! Und verlangen Sie Klarheit! Bleiben Sie gesund. ...
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    29
    März
    2016
    Der bekannte Musiker Roger Cicero ist mit 45 Jahren gestern einem Hirnschlag erlegen. Falls Sie davon erfahren haben, wird Ihre erste Reaktion bestimmt auch Erstaunen gewesen sein: Erstaunen über sein Alter und seine Todesart. Denn normalerweise bringen wir das nicht so schnell in einen Zusammenhang. In den letzten zwei Jahrzehnten ist aber die Zahl der Schlaganfälle bei 20- bis 64-Jährigen weltweit um 25 Prozent gestiegen. Somit tritt heutzutage fast jeder dritte Schlaganfall in dieser Altersgruppe auf und zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Ursache ist meist in einem durch ein Gerinnsel verstopften Blutgefäss zu suchen; das Gehirn wird nicht mehr richtig durchblutet und die Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Bei zu langer Unterversorgung stirbt das Gewebe ab. In 85 Prozent der Fälle verstopft ein Blutgerinnsel ein Hirngefäß. Wie erkennt man einen Hirninfarkt? Die zahlreichen möglichen Symptome des Hirnschlags sind auch bei anderen Erkrankungen zu finden: Oft berichten die Betroffenen von Schwächegefühl, schwindender Muskelkraft, manchmal ist eine Körper- oder Gesichtshälfte gelähmt. Ebenso können Taubheitsgefühl, Schwindel, Sprach-, Schluck- und Sehstörungen, heftiger Kopfschmerz, Bewusstlosigkeit oder Benommenheit auftreten. Manchmal erscheint die Person plötzlich verwirrt oder depressiv. Wie kommt es zu einem Hirnschlag? Lesen Sie weiter... auch wenn Sie es doch alles wissen. (Die Sicherheitsansagen im Flugzeug werden Ihnen zu Ihrem Besten ja auch auf jedem Flug wieder neu präsentiert; Sie sollten also doch mal wieder hinhören) Übergewicht, Rauchen, Diabetes, hoher Cholesterinwert im Blut (und Herzrhythmusstörungen!!) sind so sichere wie verhasste Risikofaktoren, die wir nie ernst genug nehmen können. „Live fast, die young“ Ob der Jazzmusiker Roger Cicero einen dieser Faktoren aufwies, ist mir nicht bekannt. Ganz sicher ist aber, dass ein Künstlerleben nicht gerade geruhsam wie ein Bächlein vor sich hinplätschert. Aber genau um dieses aufregende oder zumindest abwechslungsreiche Künstlerleben geht es, wenn es uns durch den Kopf schiesst: viel zu früh, mitten aus dem Leben. Vielleicht kannten Sie ihn gar nicht, oder mochten seine Musik nicht. Aber bestimmt kommen ihnen Gedanken über Pläne und Projekte, die er gehabt haben mag. Das musikalische Werk, was nun nicht mehr realisiert werden kann... Und dann gehen die Gedanken vielleicht weiter an bekannte Verstorbene, die zwar nicht so berühmt waren, die aber auch „mitten aus dem Leben“ gerissen worden sind. Da blieben kleine Kinder und Familien auf der Strecke. Das Haus blieb unbezahlt und musste vielleicht sogar verkauft werden. Die kleine Firma machte dicht. Oma und Opa mussten Elternfunktion erfüllen. Ein Trauma für die Betroffenen. Und dann eben dieses Leben, was nicht mehr gelebt werden konnte. Die Hälfte vom Leben, das wir erwarten, oder noch mehr, wird einfach weggenommen. Ist nicht. Kriegt er nicht. Irgendwie kommt es uns vor wie Betrug. Wie bestohlen: denn jeder noch so gewöhnliche Mensch, vermuten wir, hat doch Wünsche und Pläne, sogar Ziele, die ihm das Leben lebenswert machen. Und wir wünschen uns selbst noch viele Lebensjahre, um alles in die Reihe und ins Lot zu bringen, was wir uns so auf die Fahne geschrieben haben. Die wünsche ich Ihnen auch. Tun Sie dafür, was in Ihrer Macht steht. ...
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    10
    März
    2016
    Sehr unangenehm. Na, wenigstens ist der Schatz damit nicht alleine. Denn unter schlechten Atem leiden wir alle gelegentlich. Er oder sie gehört vielleicht auch nur zu den lästigen Fällen von Knoblauch- oder Alkoholfahne. Das ist zwar kaum auszuhalten und kann jede Leidenschaft im Keim ersticken, aber das Problem verzieht sich von allein. Der Dauergeruch eines nikotinabhängigen Rauchers bereitet aber schon mehr Unannehmlichkeiten. Doch hier geht es um echten Mundgeruch, der, wenn er auch selbst keine Krankheit ist, tatsächlich ein ernstes Problem darstellt und auf Krankheiten hinweisen kann. „Echter“ Mundgeruch macht sich in den meisten Fällen als streng faulige Ausdünstungen aus dem Mund und oft auch aus der Nase bemerkbar. In 90 Prozent der Fälle sind Störungen in diesem Bereich die Ursache und nicht, wie vielfach angenommen, Magenprobleme. Nur gerade 10 Prozent der Betroffenen leiden an Mundgeruch, der als Nebenwirkung bestimmter Medikamente entsteht oder weil sie von Erkrankungen des Verdauungssystems betroffen sind. Mundgeruch? Ich? Oft weiss der Betroffene leider gar nicht, dass er Mundgeruch hat und kann daher auch nichts dagegen unternehmen. Denn die eigene Nase nimmt den Geruch gar nicht mehr wahr. Diese unangenehme Situation wird dann zum richtigen Problem und kann soweit gehen, dass dieser Mensch regelrecht sozial ausgegrenzt wird. Also, schweigen Sie nicht –sich selbst und dem Betroffenen zuliebe – wenn jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem engen Freundeskreis an Mundgeruch leidet. Schliesslich möchten Sie die Nähe zu ihm auch körperlich geniessen können. Machen Sie die betreffende Person taktvoll und freundlich auf das Problem aufmerksam. Allerdings machen Sie sich auch auf eine agressive Reaktion gefasst. Das Thema ist für die meisten unangenehm und somit tabu. Letztlich tut es aber allen Beteiligten nur gut, wenn das Thema zur Sprache kommt. Woher kommt bloss dieser Geruch? In den meisten Fällen handelt es sich um eine mangelnde Mundhygiene, einfach, weil Speisereste nicht entfernt werden und sich dann in den Zahnzwischenräumen zu zersetzen beginnen. Ebenso kann es sich um Zahnfleischentzündugnen oder Karies handeln.   Eiweissreiche Ernährung (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) ist ein idealer Nährboden für die Mundgeruch auslösenden anaeroben Bakterien, die sich im Sauerstoffarmen hinteren Mundraum und zwischen den Zähnen besonders gern ansiedeln. Je mehr Eiweiss, um so mehr Bakterien und folglich um so mehr Ausscheidungen dieser Bakterien, die den faulen Geruch ausmachen. Ungesunde Ernährung allgemein, zu viel Kaffee, Tabak, zerstören das Gleichgewicht der Mundflora; die aeroben (auf Sauerstoff angewiesene) Bakterien ziehen sich zurück. Die aeroben Bakterien überwiegen. Und es riecht faul. Das Alter macht es leider auch nicht besser. Denn mit dem zunehmendem Alter geht auch eine zunehmende Mundtrockenheit einher. Wie werde ich das wieder los? -Überprüfen Sie mal Ihre Zahnhygiene: Putzen Sie richtig? Vielleicht hilft eine fluoridfreie oder ayurwedische Zahncreme? Vielleicht helfen Kräuter? Fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat. -Lassen Sie Ihre Zähne mal wieder kontrollieren -Bringen Sie Ihre Zungenfarbe von weiss auf rosarot! So sollte die Zunge nämlich aussehen. Ansonsten ist sie von unerwünschten Bakterien belagert. Der Zahnarzt berät Sie auch hierzu gern. -Probieren Sie natürliche Mundspülungen, keine chemischen! Letztere töten alle Bakterien, auch die erwünschten... Oder knabbern Sie stattdessen Kräuter! Dazu gehören Eukalyptus, Fenchel, Kamille, Minze, Myrrhe, Gewürznelken, Niembaum, Rosmarin, Salbei, Teebaum, Thymian und Zimt. Fragen Sie für spezielle Produkte dieser Art in der Apotheke nach. -Eine gesunde Darmflora entsteht durch gesunde Ernährung. Ist der Darm intakt, ist auch der Mundraum gesund. Ûberprüfen Sie Ihre Diät und erwägen Sie eventuell Änderungen in Ihrer Ernährung. Inzwischen gibt es sogar probiotische Kaugummi. Allerdings helfen die nur im Mundraum und haben auf den sonstigen Verdauungstrakt keinen Einfluss. -Trinken Sie gefiltertes Wasser oder Quellwasser, meiden Sie Alkohol, Kaffee, Schwarztee und Softdrinks (ja, leider all das, was wir so lieben). Oftmals bewirkt der (abendliche) Alkoholverzicht aber noch etwas: Sie schnarchen nicht mehr. Also schlagen Sie 2 Fliegen mit einer Klappe! -Überprüfen Sie auch die Wirkung von Milch. Streichen Sie sie 4 Wochen aus Ihrer Nahrungsmittelliste und beobachten, was passiert. -Trinken Sie genügend! Das leidige Thema, v.a. im Alter... Aber rechnen Sie nach: der Speichelfluss von bis zu 1,5 Litern am Tag, der für eine gute Verdauung so notwendig ist, wird immer weniger. Das müssen Sie eben ausgleichen. ...
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    03
    Februar
    2016
      Alle, die heutzutage gesundheitsmässig was auf sich halten, laufen und/ oder machen Yoga, so scheint es. Alle? Naja, genauer gesagt: alle Frauen. Denn Männer sind eher selten zu sehen in sämtlichen Yoga-Schulen der westlichen Welt. Wieso eigentlich? Yoga ist vermutlich das älteste Trainingssystem der Welt, um mal bei einem „männlichen“ Ausdruck zu bleiben, das bis heute praktiziert wird. Und Yoga war doch über jahrtausendde eine reine Männerdomäne. Tatsächlich durften Frauen gar kein Yoga ausüben. Und die bekanntesten Yoga-Lehrer dieser Welt sind doch auch - Männer!?!? Warum machen Frauen öfter Yoga? Warum sind dann trotzdem sowenig Männer dabei? Auch wenn inzwischen die Fussballnationalmannschaft Yoga macht: in Deutschland gilt es noch immer eher als Frauensport. Es sind noch immer die starren Rollenbilder in unseren Köpfen, die die Frauen zum Yoga und die Männer zum Gewichtheben treiben. Und Themen wie Meditation, Entspannung bishin zur Selbstfindung, die ja beim Yoga eine besondere Stellung haben, werden auch eindeutig dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben. Männer kostet es deshalb oft große Überwindung, sich auf eine Yoga-Stunde einzulassen. Dann sind da die Vorurteile über Beweglichkeit und Elastizität: Männern fehlt eben diese Beweglichkeit, die es Frauen ermöglicht, sich in alle möglichen Stellungen mit den merkwürdigsten (Tier-)Namen zu verrenken. Das ist einfach nichts für einen Mann. Was keiner weiss, der kein Yoga macht, ist, dass Dehnung nur ein Nebenaspekt im Yoga ist und dass im Vordergrund der Kraftaufbau steht. Das hört sich doch gut an! Mit der wachsenden Beliebtheit des Yoga in unserer westlichen Welt hat sich natürlich vieles geändert. Das Yoga, was wir kennen, ist ein modernes Produkt; die Übungen wurden mehr und mehr auf den Körper ausgerichtet und der ganzheitliche Ansatz des Yoga verlor dabei teilweise an Bedeutung. Warum auch Männer Yoga praktizieren sollten Weil Yoga einfach gesund ist – für den Körper und den Kopf. Die Körperübungen halten die Gelenke geschmeidig und bringen den Körper in eine muskuläre Balance. Yoga ist ein ausgeklügeltes System; es wird mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Das Resultat ist eine schlanke, gesunde und bewegliche Muskulatur. Muskelberge können Sie natürlich mit Yoga nicht erreichen. Aber Sie können vor allem ihe Wirbelsäule stärken. Und ist Ihr Rücken erst gesund, sind Schmerzen oder sogar Bandscheibenvorfälle kein Thema mehr. Auch die Atemübungen haben ihren Sinn. Die meisten Menschen nutzen nur einen geringen Teil ihres Lungenvolumens tatsächlich aus. Die Folgen der Falschatmung sind Sauerstoffmangel und Verspannungen im Rücken und im Nacken. Und das Allerbeste: Yoga kann auch Ihrem Herzen sehr förderlich sein! Atemübungen, Körperpositionen und meditative Elemente von Yoga stärken das Herz. Die Herzfrequenz wird variabel und das Herz kann sich leichter jeder Be- und Entlastung anpassen. Das alles hört sich naheliegend und ziemlich vernünftig an. Wenn da nicht diese Räucherstäbchen, das Gesinge und die Friede-Freude-Eierkuchenstimmung wären. Ja, allerdings liegt der besinnliche Teil des Yoga in der Meditation. Inzwischen gibt es aber Yoga-Kurse, bei denen sogar laute Musik eingesetzt wird; oder wo sportliche Elemente mehr im Vordergrund stehen, oder die eher akrobatisch anmuten; Hormon-Yoga, Wellness-Yoga, und und und. Dabei ist „Meditation“ prinzipiell nur ein anderes Wort für Entspannung des Kopfes. Und das tut immer gut! ...
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    22
    Januar
    2016
    Am 19. Januar, war der angeblich „traurigste Tag des Jahres“. Wie haben Sie ihn erlebt? Pseudowissenschaftlich gilt als nachgewiesen: das definitive Ende der langen Weihnachtszeit mit allen Festen und Feiern, der finanzielle Abgrund, der sich für viele regelmässig (warum muss das eigentlich so sein?) im Januar auftut, die Dunkelheit der Jahrezeit in den nördlichen Breitengraden, die drastisch abklingende Euphorie über das neue, so ganz andere Jahr tun alles, um uns stimmungsmässig runterzureissen. So ein Stimmungstief am traurigsten Tag des Jahres, auch wenn er 100 Stunden hätte, hat aber rein gar nichts mit einer echten Depression zu tun. Eine depressive Episode ist eine ernste Krankheit, über die die meisten von uns allerdings nicht viel wissen und die noch immer mit vielen Vor- und Falschurteilen behaftet ist. Eine Depression ist eine richtige Krankheit, kein Stimmungstief! Eine Depression ist eine Erkrankung, die unabhängig von äußeren Faktoren auftreten kann. Es kann aber Auslöser geben. Vielmehr werden in einer Depression die Probleme, die das ganz normale Leben mit sich bringt, übermässig vergrößert wahrgenommen. So trifft die Kritik eines anderen einen dermassen, dass man das Gefühl hat, wertlos zu sein. Die zermürbenden Rückenschmerzen werden als böse Vorzeichen gedeutet, im Rollstuhl zu enden.  Der Alltag wird als unerträgliche Bürde erlebt. Eine Depression kann jeden treffen Depressiv sein heisst nicht psychisch labil oder schwach zu sein, sich gehen zu lassen. Ganz genauso  sind oft Menschen betroffen, die sehr gewissenhaft sind, grosse Verantwortung übernehmen. Es kann einfach jeden treffen. Depressionen werden nicht häufiger Allerdings nimmt die Zahl der Menschen zu, die sich Hilfe holen und die Zahl der Ärzte, die eine Depression diagnostizieren. Oftmals verdecken körperlichen Beschwerden wie chronischen Rückenschmerzen und ähnliches eine Depression. Das heißt, die entsprechende Diagnose wird heute einfach häufiger als vielleicht noch vor einigen Jahren gestellt. Das ist an sich sehr positiv zu bewerten. Hat sich doch die Zahl der Selbstmorde seit den 80-er Jahren in Deutschland z. Bsp. von 18.000 auf 10.000 Fälle reduziert.  Eindrücklicher gesagt bedeutet das: heute nehmen sich pro Tag 20 Menschen weniger das Leben als noch vor 30 Jahren. Das ist ein grosser und erfreulicher Fortschritt, denn die häufigste Ursache für einen Suizid sind noch immer Depressionen. Depression ist heilbar Viele Betroffene werden auch wieder völlig gesund und leistungsfähig. Bei manchen Menschen bleibt ein erhöhtes Risiko, eventuell im späteren Verlauf des Lebens erneut in eine solche Depression zu rutschen. Wichtig ist, dass die Betroffenen sich mit der Krankheit auseinandersetzen und sich informieren. Nicht jede Depression wird medikamentös behandelt. In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung nötig sein, manchmal ist eine Psychotherapie empfehlenswert; der Erfolg von Methoden wie Lichttherapie oder Meditation dagegen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Allerdings sind sportliche Aktivität allgemein, richtiger Schlaf und eine gesunde Ernährung äusserst fördernd für eine gelungene Wiederaufnahme des Alltags. Antidepressiva machen nicht abhängig süchtig Antidepressiva machen auch nicht high, sondern wirken gezielt gegen Funktionsabläufe im Gehirn, die bei einer Depression gestört sind. Die Wirkung ist anders als die von anderen Psychopharmaka wie Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Antidepressiva sind nicht für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Erst nach ein bis zwei Wochen bemerkt der Betroffene erste Verbesserungen. Und die medikamentöse Behandlung muss über mindestens vier bis sechs Monate laufen. Danach müssen Arzt und Patient entscheiden, ob das Medikament weiter eingenommen oder abgesetzt werden kann; und das wiederum darf nicht abrupt geschehen, sondern langsam. Antidepressiva verändern NICHT die Persönlichkeit Im Gegenteil: es ist die Depression, die zu schweren Veränderungen im Erleben und Verhalten der Betroffenen führt. Die mit Antidepressiva behandelten Patienten sehen es oft: „Jetzt bin ich wieder so, wie ich mich kenne“. Ursachen: Eine Depression kann mehrere Ursachen haben, die auch heute noch nicht alle definitiv erforscht sind. Genetik, Hormone oder Infektionen können genauso Depressionen auslösen wie die Jahreszeit oder Medikamente. Es gibt ebenso einige interessante psychologische Theorien zum Thema wie eine „erlernte Hilflosigkeit“, psychosoziale Faktoren (Arbeitslosigkeit, Partnerverlust), oder (bei Kindern) Depression der Eltern als Auslösefaktoren. All diese Ansätze machen deutlich, dass es noch kein klares Urteil gibt oder vielleicht nie ganz geben wird. Aber immerhin ist die Krankheit inzwischen aus einer dunklen Ecke ans Licht geholt worden und die Betroffenen haben gute Möglichkeiten, sich wirksame, professionelle Hilfe zu holen. La Vita è bella! ...