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Neues aus Absurdistan

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Blog Neues aus Absurdistan - Jan Lammers

Jan Lammers

Die Bücher "Unser kleiner Felsen Mallorca" und "Mehr von unserem kleinen Felsen Mallorca", in denen Jan Lammers mallorquinische Begriffe und Redewendungen vor ihrem historischen Hintergrund erklärt, gibt es auch in der deutschen Buchhandlung "Akzent" in Palma.

Über diesen Blog | Gesellschaft

Diese Insel ist voller kurioser Geschichten - Jan Lammers erzählt sie in diesem Blog. Die Leser der MZ-Printausgabe kennen Lammers schon seit längerem: Woche für Woche sind auf der letzten Seite seine Kurzinterviews zu lesen ("Man wird ja wohl noch fragen dürfen").


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  • 02
    Dezember
    2016

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    Mallorca Gesellschaft

    Aller guten Dinge sind drei!

    Angefangen bei den drei Säulen des bayerischen Selbstverständnisses, was ich als gebürtiger Münchner frei heraus behaupten darf: das bayerische Reinheitsgebot, Franz Josef Strauß und der liebe Herrgott, und zwar in dieser Reihenfolge. 

    Die Zahl Drei spielt in vielen Mythologien und Religionen von alters her eine bedeutende Rolle und gilt als heilige Zahl. In der heutigen Zeit und nicht zuletzt auch auf Mallorca im Zeitalter des Bau-Booms ist der religiöse Glaube mittlerweile durch die Anbetung des schnöden Mammons ersetzt worden. Und auch hier steht die Drei wieder im Mittelpunkt, denn drei Prozent war (und ist es vermutlich immer noch) die übliche Kommission, die korrupte Politiker sowohl hier als auch auf dem spanischen Festland bei der Bauvergabe von Großprojekten verlangten, um ihren Segen zu erteilen. Im konkreten Fall des Makroprojektes des öffentlichen Krankenhauses Son Espases (Diario El Confidencial vom 20.10.2016) ist die nicht zu verachtende Summe von 9 Millionen Euro an Schmiergeldern geflossen.

    Hinter vorgehaltener Hand wird außerdem mit einem Augenzwinkern das Geheimrezept für eine erfolgreiche Legislaturperiode eines Berufspolitikers in Funktion weitergegeben, das sogenannte „System der drei Umschläge“. Welcher politischen Gruppierung auch angehörig, es greift immer und lautet wie folgt:

    Bei Amtsantritt hole aus der obersten Schublade in deinem Regierungsbüro den ersten Brief heraus. Öffne ihn und lies: „Unsere momentanen Probleme sind die Folgen des „Erbes“ der Vorregierung“.

    Wenn zur Halbzeit der Legislaturperiode noch immer keine Verbesserungen eingetreten sind und mit weiter anhaltenden Problemen zu rechnen ist, nimm man den zweiten Umschlag zur Hand, der folgendes besagt: Die Probleme sind nicht hausgemacht, sondern es handelt sich dabei vielmehr um konjunkturelle Einflüsse von außen.

    Nach vier Jahren am Ende der Legislaturperiode und deiner sicheren Abwahl mit einem vernichtenden Ergebnis an den Wahlurnen hole den dritten und letzten Umschlag heraus und erfülle dessen Forderung: „Nehme drei Umschläge, schreibe ebensolche drei Briefe, wie du sie vorgefunden hast und gehe nach Hause!“

     

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