Der Cowboy aus Inca: Pedro Llinás hat sich für das ´Western Festival´ in Palmas Stierkampfarena qualifiziert

11-09-2008  
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Seit drei Wochen ein Paar: Pedro Llinás mit seinem Quarter Horse ýJack Witz Pine".  Sebastián Terrassa

JUTTA CHRISTOPH Schwarzer Hut, blutrotes Hemd und ein breiter Ledergürtel zur Bluejeans. Pedro Llinás kneift die Augen unter seinem Cowboyhut zusammen und reitet im schnellen Galopp über die Sandbahn, direkt auf die Bande zu. Kurz vor dem Holzzaun kommt das Pferd abrupt zum Stehen - ohne dass der Reiter merklich die Zügel bewegt hat. "Ein Westernpferd muss auf kleinste Gewichts- und Schenkelhilfen reagieren", erklärt der 31-jährige Mallorquiner aus Inca. Er wird als erster Einheimischer am "Mallorca Western Festival" teilnehmen, das in der nächsten Woche startet.

Pedro Llinás treibt seinen Hengst wieder an und lässt ihn um die eigene Achse drehen, immer schneller und schneller. Der Westernsattel mit breiter Sitzfläche und langen bequemen Steigbügeln bietet ihm bei den schnellen Wendungen die nötige Sicherheit. Die Drehungen um die Hinterhand nennt man im Fachjargon Spins, sie gehören ebenso wie der abrupte Stopp, Sliding Stop, zu den Wettkampf-Disziplinen im Westernreiten.

Dass sich Pferd und Reiter erst seit drei Wochen kennen, ist den beiden nicht anzumerken, so vertraut wirken sie miteinander. "Ich habe mir extra Urlaub genommen, um vor dem Festival möglichst viel Zeit für Jack zu haben", sagt Pedro Llinás und klopft seinem Pferd auf den Hals. Das achtjährige Quarter Horse hat er in Frankreich gekauft, wo es bereits in der Westerndisziplin ausgebildet wurde. Um sich auf das Festival vorzubereiten, wird zwei Stunden täglich zusammen trainiert.

Eigene Pferde besitzt der Mallorquiner bereits seit 16 Jahren und so lange reitet er auch schon. Vor fünf Jahren hat ihn die Leidenschaft für das Westernreiten gepackt. "Ein Freund von mir hatte sich ein Quarter Horse gekauft. Ich war sofort von der Art zu reiten begeistert", erzählt Llinás.

Im Prinzip lässt sich jedes Pferd ab einem Alter von vier, fünf Jahren im Westernstil ausbilden und reiten. Die bekannten Westernpferderassen kommen aus Amerika und heißen Quarter Horse, Paint Horse und Appaluser. Für Pedro Llinás sind Quarter Horses sehr soziale Pferde. Sie ließen sich gut ausbilden und seien lernwillig. Auf Mallorca würden sie gerade erst entdeckt, doch er glaubt, dass sie auf der Insel eine große Zukunft haben werden.

Seinen Ursprung hat das Westernreiten der amerikanischen Cowboys im spanischen Arbeitsreiten, dem vaquero. Diese speziell für den Stierkampf entwickelte Reitform kommt bis heute in Spanien zum Einsatz. Mit Andalusiern, eine spanische Pferderasse, werden zum Beispiel Rinder und Stiere eingefangen, von der Herde aussortiert und auf die Weiden umverteilt.

Die doma vaquera, wie die Wettkampfdisziplin in Spanien heißt, könnte ein Grund dafür sein, warum sich der Westernstil in Spanien bisher nicht so stark durchgesetzt hat wie etwa in Nord-europa. Die doma vaquera ist echt spanisch und deshalb sehr beliebt und weiter verbreitet als das Westernreiten, glaubt Pedro Llinás. "Doch das Westernreiten findet auch in Spanien immer mehr Anhänger."

"Jack Witz Pine", wie sein neues Quarter Horse mit vollem Namen heißt, wiehert seinem Besitzer über die Stalltür entgegen. Der Mallorquiner ist froh, mit dem Falben einen guten Griff gemacht zu haben. Nachdem sein erstes Westernpferd vor ein paar Monaten plötzlich verstarb, sah es fast so aus, als könnte er nicht am Festival teilnehmen.

Pedro Llinás ist der erste Einheimische, der auf dem ýMallorca Western Festival" in der Kategorie ýNon Pro" startet. Dafür braucht man ein Quarter Horse, das in der Nacional Reining Horse Association registriert ist. Sein Gesicht zu verlieren, davor hat der junge Mann keine Angst. "Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen." Unter den Konkurrenten sind immerhin World Champions wie Cira Baeck aus Belgien oder Andrea Castrucci aus Italien. "Um ein gutes Niveau zu erreichen, brauchst du ein gut ausgebildetes Quarter Horse und viel Zeit zum Trainieren", sagt der Mallorquiner.

Sein Ausbilder, der Spanier Francesc Cueto, nimmt in der höheren Disziplin, an der "Mallorca Reining Trophy", teil. Reining ist die wichtigste Turnierdisziplin im Westernreiten. Sie wird im Galopp geritten, gemischt mit Tempowechseln, Drehungen, Stopps und Rückwärtsrichten. Das diesjährige Preisgeld beträgt 170.000 US-Dollar. Pedro Llinás: ýDas 'Mallorca Western Festival' habe ich von Anfang an geliebt. Ich wusste, dass ich eines Tages teilnehmen würde."

In der Druckausgabe lesen Sie außerdem:
Comedian Matze Knop über Humor, Fußball und Komik-Potenzial
Nachschlag "Comedy Mallorca"
Tapas und Lektüre: Literaturalon im Terreno-Viertel
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