Oktoberfest in Peguera bescherte Hoteliers goldenen Herbst

02-10-2008  
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80 Musiker aus drei Bands lässt Festwirt Jochen Mörz aus Bayern einfliegen.
80 Musiker aus drei Bands lässt Festwirt Jochen Mörz aus Bayern einfliegen. Terrassa

HOLGER WEBER Es hat mehrere Anläufe gebraucht. Doch in diesem Jahr hoffte die Gemeinde Calvià, mit dem Oktoberfest in Peguera den Hoteliers volle Häuser zu bescheren. Während in anderen Gemeinden viele Hotels wegen der wirtschaftlichen Großwetterlage schon früher dicht gemacht werden, würden in den Hotels in Peguera wegen des Festes einige Tage an die Saison angehängt, sagt Antonio Rami, Chefstratege im Rathaus von Calvià. Mallorcas Oktoberfest habe inzwischen Dimensionen angenommen, die die Zahl der Touristen deutlich steigen lasse.

Es sollte alles noch größer werden und besser organisiert sein als im vergangenen Jahr, versprach Festwirt Jochen Mörz, der das finanzielle Risiko für die Veranstaltung trug. Investiert worden seien schon im Vorfeld weit mehr als 200.000 Euro, Bier und Essen nicht mitgerechnet. Zelt und Gerätschaften, insgesamt mehr als 250 Tonnen, wurden auf die Insel geschafft, zudem 80 Musiker, 45 Bedienungen und weitere 35 Mitarbeiter. Die Gemeinde kümmerte sich um Sauberkeit, Sicherheit und Vermarktung, und Rami rührt kräftig die Werbetrommel: ?Das wird ein Luxus-Oktoberfest - authentisch, aber mit Blick auf die Malgrats-Inseln und angenehmem Klima." Und auch Mörz scheut keinen Vergleich mit München. ?Wir haben die besseren Musiker, die kommen mit Herzblut."

Für Kate Mentink, Gemeinderätin für Ausländer und Tourismus, fügt sich das Oktoberfest perfekt in die Reihe der Aktionen ein, mit denen die Tourismussaison in den Küstenorten der Gemeinde entzerrt werden soll. Dazu gehören das Schach-Festival vom 11. bis 13. Oktober dieses Jahres genauso wie eine Radrundfahrt, der Calvià-Marathon im Dezember sowie etwa ein ?Tag des Urlaubers". Zudem hofft Mentink auf Tagungstouristen außerhalb der Saison: Im inzwischen für fünf Millionen Euro modernisierten Casal de Peguera biete das Auditorium Platz für 350 Besucher. ?Im Hochsommer sind die Hotels ohnehin gut ausgelastet", sagt Mentink - im Frühjahr und Herbst dagegen seien zusätzliche Aktivitäten gefragt, um Touristen anzulocken.

Das gelingt inzwischen auch nach Einschätzung von Luis
Carrasco, Vorsitzender der Hoteliersvereinigung von Peguera und Cala Fornells. Er teilt zwar nicht den uneingeschränkten Optimismus von Rami. Die Hotels seien nicht länger geöffnet als vergangenes Jahr. Doch in der Tat kämen viele Touristen wegen des Oktoberfestes und sorgten für deutlich bessere Belegungszahlen. ?Ich würde mich ja auch freuen, wenn man für mich in Deutschland ein spanisches Fest machen würde", sagt Carrasco und lobt die Organisation der Veranstaltung. ?Man muss sich immer wieder etwas Neues ausdenken."

Mit der Wies´n solle nicht nur der Tourismus angekurbelt werden, sagt Chefstratege Rami, sie trage auch zur Integration der Ausländer bei. Schließlich lebten offiziell weit mehr als 3.000 Deutsche in der Großgemeinde. Sie hätten nun ihr eigenes Fest, und auch viele Mallorquiner hätten nicht schlecht gestaunt über die Stimmung im Zelt 2007. Laut Mörz kam die Hax´n bei den Insulanern besonders gut an, und ?die Schupfnudeln waren nach zwei Tagen ausverkauft". Nur das Wetter spielte nicht richtig mit.

Zwar wird das Fest komplett aus Deutschland importiert, die Insel wird aber zumindest die Hühnchen für die Brathendl sowie Kartoffeln aus Sa Pobla beisteuern. Nicht alles ist kompatibel - Mörz ist beispielsweise an einen 5.000-Liter-Gas-Tank für die Großküche des Zeltes gewohnt. Das sei aus Sicherheitsgründen auf Mallorca nicht möglich, aber ?wir haben uns auf eine vernünftige Menge geeinigt".

Und wenn es hakt, muss Esteban Revert ran, eine Art Volksfest-Referent der Gemeinde, der das dringend notwendige sprachliche Bindeglied zwischen mallorquinischen Behörden und hemdsärmeligen Bayern bildet. Mörz lobt die Hilfsbereitschaft vor Ort, und nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr werde er mit offenen Armen empfangen. Und schon wieder meldet sich das Handy des Festzeltwirts mit einem zünftigen Klingelton: Es gibt immer etwas zu Organisieren.

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