Internet-Forum Xing auf den Balearen: Gute Kontakte auch in schlechten Zeiten

13-11-2008  
Manuel Tietsch (li.) und Guido Hansen.
Manuel Tietsch (li.) und Guido Hansen.  Foto: Nele Bendgens

JUTTA CHRISTOPH Interessengruppen auf Mallorca gibt es viele. Doch keine ist so groß und übergreifend wie das Netzwerk-Forum "Xing Islas Baleares". 2004 von den deutschen Residenten Manuel Tietsch und Guido Hansen ins Leben gerufen, zählt die Gruppe inzwischen 1.290 Mitglieder.

"In der Krise braucht man Kontakte, und die gibt es bei uns", verkündete kürzlich Lars Hinrichs in den deutschen Medien. Der 31-jährige Hamburger ist Gründer und Chef des weltweiten Netzwerks Xing, vormals "open BC", zu dem seit rund vier Jahren auch das Balearen-Forum von Tietsch und Hansen gehört.

Xing ist eine Internet-Plattform, auf der Menschen ein persönliches Profil mit Foto und biografischen Daten anlegen können. Auf www.xing.com wird kontaktet, sich vernetzt, manchmal auch geflirtet. Inzwischen verfügt das Portal über sechs Millionen Mitglieder, seit 2006 ist das Business-Netzwerk an der Börse notiert. "Wir möchten in unserer Gruppe Menschen mit einem gemeinsamen Nenner zusammenbringen", sagt Guido Hansen. Der 44-jährige Unternehmer ist vor allem für strategische Fragen beim Netzwerk zuständig. Über seinen Freund und Mitkoordinator sagt er: "Manuel ist das Herz der Gruppe, ein genialer Netzwerker mit ausgezeichneten Menschenkenntnissen. Vor allen Dingen steht er den neuen Medien nicht scheu gegenüber, sondern fühlt sich darin sehr wohl, als hätte er es mit der Muttermilch aufgesogen."

Kennengelernt hatten sich die zwei vor vier Jahren. Da sie sich auf Anhieb sympathisch fanden, entstand auch ein persönlicher Kontakt - und die Idee, die Xing-Philosophie für die Balearen anzubieten. Ihr Ziel: In der Gruppe soll es nicht nur um geschäftliche Kontakte gehen, sondern auch ein intellektueller Austausch stattfinden. "Zurzeit habe ich pro Tag zwei bis drei neue Mitgliedsanfragen", erzählt Manuel Tietsch (62), der das virtuelle Netz betreut. Die Anfragen werden von ihm geprüft und anschließend fürs Netzwerk freigeschaltet.

Islas Baleares ist zwar als Forum für alle Balearen-Inseln gedacht, zurzeit lebt die Gemeinschaft allerdings hauptsächlich von Mallorca-Fans und -Residenten. Und die sind zu 90 Prozent deutsch. "Wir wünschen uns noch mehr Spanier und Engländer im Forum, um den Kulturaustausch untereinander zu fördern", sagt Tietsch. "Schön wäre es auch, weitere engagierte Mitglieder als Co-Moderatoren zu gewinnen. Am besten einen Spanier mit Deutschkenntnissen, der das Forum für Spanier noch interessanter macht."

Beim ersten Treffen von Islas Baleares 2005 hatte die Gruppe gerade mal 50 Mitglieder. "Wir haben das Forum zuerst mehr oder weniger laufen lassen", erzählt Manuel Tietsch. Seit ungefähr einem Jahr hätten sie dann richtig Gas gegeben. "Wie viel man investiert, ist vor allem eine Zeitfrage." Geld verdienen Tietsch und Hansen nicht mit dem Kontaktforum.

Für die regelmäßigen Treffen des Xing-Netzwerks, die bereits im Hotel Portixol oder im Club House Golf Son Quint stattfanden, werden immer wieder Sponsoren gesucht. "Menschen bringt man am besten über den Faktor Geselligkeit zusammen", sagt Tietsch. Man isst und trinkt etwas zusammen und lernt in lockerer Atmosphäre Menschen kennen, die man unter normalen Umständen nicht getroffen hätte. Ob daraus ein längerfristiger Kontakt entsteht, geschäftlich oder privat, entscheidet jeder selbst.

Auch wer nicht an den Gruppentreffen teilnimmt - das nächste findet übrigens Anfang Dezember statt -, profitiert vom Netzwerk. Die Moderatoren verschicken regelmäßig Newsletter, im Forum können Mitglieder Artikel veröffentlichen und Fragen stellen. Wie zum Beispiel Maria, Spanierin mit Wohnsitz Mallorca. Sie möchte etwas über Mentalitätsunterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland erfahren, da sie gerade eine wissenschaftliche Arbeit im Fach Soziolinguistik schreibt. Binnen sechs Tagen erhielt sie bereits vier Zuschriften. Ähnlich erfolgreich ist Dirk aus Braunschweig. Er sucht Bodegas und romantische Restaurants auf Mallorca. In zwei Tagen bekam er schon über zehn Tipps.

In der Printausgabe lesen Sie außerdem:

- Liedermacher Rainhard Fendrich im Interview

- Die schöne Seele hinter den Lolitas: Schuhdesignerin Úrsula Mascaró

- Männerfreie Strick-Zone

- Vom Promi-Arzt zum Kunstschüler


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