Gerhard Delling auf Mallorca: ´Netzer und ich, wir haben beide eine lange Leitung´

19-03-2009  
Fußballmoderator Gerhard Delling beim MZ-Interview im Dorint-Hotel in Camp de Mar.
Fußballmoderator Gerhard Delling beim MZ-Interview im Dorint-Hotel in Camp de Mar.  Foto: Maier

In den Sendepausen geht es nach Mallorca: Wenn TV-Moderator Gerhard Delling entspannen will, joggt er von Camp de Mar bis Andratx. Mit der MZ sprach er über Sportschau, Bundesliga und sein Verhältnis zu Günter Netzer.

MICHAEL MAIER Herr Delling, willkommen auf Mallorca. Was machen Sie auf der Insel?

Meine Frau und ich machen eine Woche Urlaub im Dorint-Hotel in Camp de Mar und nutzen das gute Wetter. Zum Beispiel bin ich ein paar Mal nach Andratx gelaufen und war auch zwei, drei Mal auf dem Golfplatz.

Kommen Sie öfter zum Ausspannen nach Mallorca?

Ich bin in regelmäßigen Abständen hier - immer dann, wenn es gerade reinpasst und die vielen Termine es erlauben. Das kann ein Mal im Jahr sein oder auch zwei bis drei Mal.

Welche Mannschaft wird dieses Jahr deutscher Meister?

Da es offensichtlich kein anderer werden will, wird es wohl auf Bayern München hinauslaufen. Vom Potenzial her ist der Abstand zu den anderen noch größer als sonst, nur zeigen die Bayern das im Moment nicht immer. Ansonsten ist Hertha die einzige Mannschaft, die wirklich will. Ich finde es sehr positiv, dass Spieler wie Simunic offen sagen, dass sie Meister werden wollen. Die haben jetzt Blut geleckt, und es ist durchaus eine Chance da.

Haben Sie die Hoffenheimer denn schon abgeschrieben?

Ich habe Hoffenheim nie abgeschrieben, aber in der Endtabelle auch nie auf Platz eins gesehen. Es ist hoch zu bewerten, dass Hoffenheim trotz der Hypothek durch Ibisevics Verletzung so weit oben mitspielt. Der Gewinn der Meisterschaft wäre aber einfach unglaublich. Ein Platz im internationalen Geschäft wäre den Hoffenheimern sehr zu gönnen und zu wünschen.

Welche Sendungen moderieren Sie als nächstes?

Am Samstag ist Sportschau. Ende des Monats geht es dann mit der Nationalmannschaft nach Wales. Das wird sicherlich eine wichtige Prüfung, bei der auch eine Vorentscheidung um Platz eins oder zwei in der WM-Qualifikation fallen könnte. Das eigentliche Finale findet dann natürlich gegen Russland statt. Außerdem geht es für mich noch zum Spiel gegen Aserbaidschan.

Sind Reisen in Länder wie Aserbaidschan eigentlich eher lästig oder macht das Spaß?

Also, ich bin sehr auf Aserbaidschan gespannt, zumal mir Berti Vogts schon erzählt hat, wie interessant es dort ist. Ich bin zwar schon viel im Osten herum gekommen, zum Beispiel in der Ukraine und in Weißrussland, aber in Aserbaidschan war ich noch nie.

Wie wird die ARD-Sportschau nächste Saison aussehen?

Jetzt müssen wir erst mal diese Saison zu Ende bringen. Natürlich werden solche Sendungen immer etwas modifiziert und insbesondere technisch auf den neuesten Stand gebracht. Das Grundkonzept bleibt aber gleich, also ein recht puristisches Format, bei dem der Fußball im Mittelpunkt steht. Auch was die Zeitaufteilung betrifft, wird in Zukunft mindestens die gleiche Menge an reinem Fußball gesendet.

Wie steht es mit der Diskussion um neue Sendezeiten?

Die Kernzeit bleibt definitiv erhalten, also von 18.00 Uhr bis kurz vor 20.00 Uhr.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Günter Netzer beschreiben?

Tendenz positiv. Wir gehen nach den Sendungen oft zusammen etwas essen und einen Wein oder ein Bier trinken. Außerdem telefonieren wir regelmäßig miteinander. Besuche zu Hause sind eher schwierig, weil er in Zürich wohnt und ich in Hamburg. So haben wir beide eine lange Leitung ...

Sie sind Autor des Wörterbuchs ?Fußball-Deutsch/Deutsch-Fußball´. Wozu braucht man denn so etwas?

Zum Lesen. Das Buch ist zwar im Langenscheidt-Verlag erschienen, ist aber kein Wörterbuch im eigentlichen Sinn. Es geht darin mehr um Anekdoten und Humoristisches für alle mit Affinität zum Fußball. Eigentlich habe ich wenig Zeit für solche Projekte, aber Langenscheidt ist zum Glück hartnäckig geblieben. Ich habe das dann sehr gern gemacht, weil mich Schreiben schon immer interessiert hat und ich auch schon immer für mich geschrieben habe.

In der Printausgabe lesen Sie außerdem

- Geadelte Touren: Mit der Prinzessin durch die Tramuntana

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