King Kamehameha: Palma verliert seinen besten Club

12-03-2009  
Neue Position, neuer Look: LH&E-Manager Carsten Rath.
Neue Position, neuer Look: LH&E-Manager Carsten Rath.  Foto: Kammerer

JUTTA CHRISTOPH Am Dienstag wurden die King Kamehameha Bar und Restaurant sowie der King Kamehameha Nightclub am Paseo Marítimo geschlossen. Diese überraschende Nachricht verkündete am gleichen Tag Carsten Rath, Geschäftsführer der neuen Hotelgesellschaft ­Luxury Hospitality & Entertainment Group (LH&E Group) mit den Töchtern Kameha Hotels & Resorts und King Kamehameha.

Die Fans und Stammgäste werden sich wundern, dass die bekannte Location an der Hafenpromenade von heute auf morgen dicht gemacht hat. Schließlich ist Palmas Clubszene überschaubar, und etwas Vergleichbares gab es auf ganz Mallorca nicht. Carsten Rath begründet die Entscheidung damit, dass Lage und Zielgruppe der zwei Läden nicht ins neue Portfolio passen. "Unsere Gäste sind dynamischer, luxusaffiner und nicht so touristisch." Die Umsätze waren angeblich nicht der Grund der Schließung, diese seien, vor allem im Club, zufriedenstellend gewesen, sagt Rath. 24 Menschen haben am Dienstag ihren Job verloren. Es lägen bereits mehrere Kaufangebote für das Restaurant und den Club vor.

Die im Januar gegründete LH&E Group, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz, steckt noch in den Kinderschuhen, während die Erfolgsmarke King Kamehameha in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Den Grundstein zur King Kamehameha AG legten 1999 vier Freunde aus Frankfurt mit der Eröffnung des ersten Clubs. Ihre ursprüngliche Idee: einen Ballsaal der 1920er Jahre aufzumachen, wo man zu Live-Musik tanzen kann. Aus dem Ballsaal in einer ehemaligen Brauerei im Osten Frankfurts wurde schließlich ein House Club - und der Name King Kamehameha zur Erfolgsmarke in der Clubszene.

Eine Marke, die schnell expandierte. 2004 startete in Offenbach ein Beach Club auf 11.000 Quadratmetern, zwei Jahre später ging es zum ersten Mal ins Ausland nach Mallorca, wo der King Kamehameha Club in Palma eröffnete. 2007 folgten direkt nebenan Bar und Restaurant, ein Jahr später Lounge und Restaurant am Golfplatz Son Quint. Auch in Deutschland gibt´s inzwischen zwei neue Prestigeobjekte: die King Kamehameha Suite in der unter Denkmalschutz stehenden Allianz-Villa in Frankfurt sowie die Suite am Rheinufer von Köln.

Im April sollte auf Mallorca der Beach-Club am Strand von Puerto Portals eingeweiht werden, doch daraus wird vorerst nichts. So übernimmt Soren Holst Thomsen, Betreiber der angrenzenden Segelschule, zunächst die Räumlichkeiten und macht darin ein Bistro und Café auf. "Das Objekt bleibt weiterhin im Unternehmen", erklärt Carsten Rath, "da aber die Chancen auf eine Baugenehmigung für das angrenzende Hotel-Resort gestiegen sind, möchten wir nicht vorschnell ein Beach-Restaurant eröffnen." Besser, man plane und baue beides gemeinsam und aus einem Guss.

Weitere Schließungen sind nicht vorgesehen, betont der gelernte ­Hotelfachmann und Diplombetriebswirt, der zuletzt als Vorstandsvorsitzender der Arabella Hotel Holding International arbeitete und davor Geschäftsführer der Robinson Club GmbH war. Als LH&E-Manager hat er noch viel vor und zögert nicht, Entscheidungen prompt umzusetzen. Das hat er vergangenen Dienstag bewiesen.

So sollen in den nächsten Jahren 20 Hotels und Resorts weltweit und an außergewöhnlichen Plätzen entstehen, an denen noch keine Hotelketten existieren. Das "King" wurde für die neuen Locations aus dem Namen King Kamehameha herausgestrichen, denn mit King verbindet man nach Meinung von Carsten Rath vor allem Party und Strand - und das passe nicht zum Konzept von spektakulären Lifestyle-Hotels, die Superlative in Architektur, Design und Küche setzen sollen.

Als erstes wird im Oktober das Fünf-Sterne-Hotel "Kameha Gran Bonn" eröffnet. "Das wird ein luxuriöser Hotel-Diamant, der Bonn schmücken soll. Ein Business-­Hotel mit dem Stil, der Intimität und Exklusivität eines exklusiven Grand Hotel", meint Rath.

Die Zielgruppe seiner Gäste hat er dabei genau im Blick. Die "New Business" und "New Luxury Traveller", wie er sie nennt, seien Reisende, die Wert auf Individualität und hohen Komfort legten. "Der Minimalismus in der Ausstattung ist vorbei, heute möchte man sich vom Design mit einem Augenzwinkern überraschen lasssen." Im Hotel in Bonn wird es zum Beispiel einen Wintergarten ohne Dach geben, mit neun Meter hohen, begehbaren Blumentöpfen, auf denen man einen Cocktail trinken - oder auch heiraten kann. Einige Zimmer sind mit einem kompletten Büro eingerichtet, inklusive aller technischer Finessen sowie einem persönlichen Assistenten. Es gibt verschiedene Themensuiten, zum Beispiel ein Zimmer mit Boxring, Minigolfanlage, Basketballkorb und der passenden Sportausrüstung. "Jeder Quadratmeter ist durchgestylt", sagt Rath, "es gibt keine toten, unbeteiligten Ecken." Auch auf den Umweltaspekt wird Wert gelegt. So ist etwa das "Kameha Grand Bonn" mit einer Geothermie-Anlage ausgestattet, mit der 70 Prozent des Wärme- und Kältesbedarfs des Hotels abgedeckt und der Kohlendioxidausstoß um rund 400 Tonnen pro Jahr reduziert wird.

Der 42-Jährige Hotel-Manager aus Lahnstein gehört mit seinem fast Rund-um-die-Uhr-Job wohl selbst zu seiner favorisierten Zielgruppe "hart arbeitender Menschen mit wenig Freizeit". "Ich schlafe fünf bis sechs Stunden pro Tag, doch ich darf an den schönsten Plätzen der Welt arbeiten, daraus ziehe ich Kraft." Auf Mallorca besitzt er eine Wohnung in Bendinat. "Ich komme regelmäßig auf die Insel, mag die entspannten Leute hier und treffe mich gerne mit Freunden in Portixol und natürlich in unserer eigenen Location Son Quint."

Es ist eine kleine Ironie des Schicksals, dass er dort, im King Kamehameha Son Quint, wieder bei seinem alten Arbeitgeber auf dem Sofa sitzt - jetzt als eigener Chef. Schließlich sind die Räumlichkeiten des Restaurants der Arabella-­Gruppe nur angemietet.


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