Spanische Bütz für kölsches Mädche: Preis für Inselradio-Moderatorin Bettina Bruckschen

05-03-2009  
Bettina Bruckschen - hier ausnahmsweise mal nicht vor dem Mikrofon.
Bettina Bruckschen - hier ausnahmsweise mal nicht vor dem Mikrofon.  Foto: Terrassa

THOMAS ZAPP Vermutlich haben es bislang nicht viele Kölnerinnen geschafft, auf der weltgrößten Tourismus-­Messe (ITB) vom spanischen Tourismusminister geehrt zu werden. Bettina Bruckschen, nach eigenen Angaben "waschechtes kölsches Mädshe", steht dieses Erlebnis kurz bevor. Die Programmchefin des Inselradios 95,8 wird am 11. März im Berliner E-Werk im Rahmen der klangvollen Veranstaltung "España Star Night" für die "Förderung des Austausches zwischen Spanien und Deutschland" ausgezeichnet. Als Zugabe gibt es vermutlich zwei Küsschen vom Minister Don ­Miguel Sebastián.

Um zu dieser Ehre zu gelangen, hat sich die 39-Jährige in zwölf Jahren auf Mallorca sprichwörtlich den Mund fusselig geredet. Tausende Inselradiohörer würden Bettina Bruckschen sofort an ihrer Stimme erkennen, sie moderiert meistens am Morgen "Viva Mallorca" und manchmal nachmittags das "Mallorca Journal". "Es ist eine besondere Herausforderung, die ich nicht mit einem Radio-Job in Deutschland tauschen würde", sagt sie über ihre Arbeit. Auch wenn Mallorcas Eigenarten die tägliche Arbeit nicht immer erleichtern. "Manchmal ist es sehr anstrengend, an Informationen zu kommen. In Deutschland wird man mit Infos bombardiert, hier muss man darum kämpfen", sagt sie.

Ursprünglich wollte die gelernte Hotelfachfrau und ehemalige Lufthansa-Stewardess nach Italien auswandern. Doch dank mehrerer Besuche auf der Baleareninsel wurde ihr klar: Hier gibt es mehr berufliche Möglichkeiten als in Italien. Ihr erster Mallorca-Job im April 1997 war die Pressebetreuung für einen Veranstalter, der in der Stierkampfarena Konzerte organisierte. "Das Ganze war ein großer Flop, wir hatten fast mehr Presse als Publikum. Aber für mich war es interessant, weil ich alle Medienvertreter der Insel kennengelernt habe", erinnert sich Bruckschen. Darunter war auch Daniel Vulic, bis heute Chef des Inselradios. Vulic suchte damals eine Nachrichtensprecherin und die Neu-Mallorquinerin aus dem Rheinland hatte bereits bei einem Kölner Sender Radioerfahrung gesammelt. Man wurde sich schnell einig - und bereut hat es bis heute keiner der beiden.

Sich selbst bezeichnet Bettina Bruckschen als impulsiv und etwas ungeduldig und bewundert an den Mallorquinern deren Geduld und die Fähigkeit, "super in der Schlange anstehen zu können." Ein bisschen mehr Schicksalsergebenheit würde sie manchmal auch ihren Landsleuten wünschen.

Der Deutsche, das hat sie als Exil-Alemana im Allgemeinen und als Radiomacherin im Besonderen festgestellt, möchte einfach alles ganz genau wissen. "Als wir die Meldung gesendet haben, dass Frauen mit beiden Hirnhälften entscheiden, ob sie etwas schön finden und Männer nur mit einer, haben wir einen Anrufer gehabt, der wissen wollte, mit welcher von beiden Hälften."

Dass der kulturelle Austausch zwischen Mallorquinern und Deutschen trotz aller Unterschiede klappt, erlebt sie täglich, zum Beispiel wenn sie im Rathaus ihres Wohnortes Valldemossa wegen einer Parkplakette in der Schlange steht und plötzlich ein fröhlicher Rheinländer reinplatzt. "Der fragte laut auf Kölsch in die Runde: ,Hör ma, wie sieht das hier aus mit Führungen?´", erinnert sie sich lachend. Tatsächlich wusste jemand Antwort: der mallorquinische Postbote. Freundlich beschied er dem Herrn auf Deutsch, er solle mal an der Kartause nachfragen. "Diese Lässigkeit auch in Touristenorten finde ich an Mallorca sensationell."

Überhaupt hat es ihr Valldemossa angetan. "Bei mir im Dorf hilft man sich gegenseitig, man stellt bei Dorf-Festen einen Tisch für die Nachbarn nach draußen - aber man lädt sich auch nicht jeden Tag ein. Ich finde diese unaufdringliche Hilfsbereitschaft sehr angenehm." Ins Schwärmen gerät Bruckschen bei der liebenswerten Eigenart der Marktfrauen, ihre Kundinnen mit reina (Königin) oder guapa (Schöne) anzusprechen. "Auch wenn es manchmal eine Lüge ist, zaubert es den Kunden ein Lächeln aufs Gesicht", sagt sie.

Bei aller Zuneigung zu den Einwohnern ihrer Wahlheimat fühlt sich die künftige Botschafterin des spanisch-deutschen Austausches ihrer heimischen Hörerschaft verbunden. "Das ist unglaublich, wie viele uns und der Insel die Treue halten, auch nach ihrem Urlaub. Manche Hörer schreiben uns Emails aus Thailand, weil sie uns dort vermissen."

In der Printausgabe lesen Sie außerdem:
- Prinzessin Letizia: Selbst ein vereitelter Angriff bringt die Thronfolgerin nicht aus der Fassung
- Touristiker-Serie: Oberreiseleiter Vladimir Kozar, ein Mann für alle Fälle
- Runder Geburtstag: Susanne Cerdá wird 50 Jahre alt


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