Uwe Ochsenknecht auf Mallorca: ´Ich find, ich hab mich gut gehalten´

05-08-2009  
Besitzt seit vielen Jahren ein Ferienhaus auf Mallorca: Schauspieler Uwe Ochsenknecht ganz entspannt in Portocolom.
Besitzt seit vielen Jahren ein Ferienhaus auf Mallorca: Schauspieler Uwe Ochsenknecht ganz entspannt in Portocolom.  Foto: Nele Bendgens

JUTTA CHRISTOPH "Jetzt muss der Ochsenknecht auch noch Musik machen." Das würden wahrscheinlich viele Leute über ihn denken, sagt Uwe Ochsenknecht. Im Grunde sei ihm das egal. Der Schauspieler lehnt sich entspannt auf seinem Stuhl zurück und zündet sich eine Zigarette an. Zum vereinbarten Interviewtermin im Restaurant „Alma de la Isla" in Portocolom kam er fast pünktlich. Im Opel Corsa und Urlaubs-Outfit: graues T-Shirt, gelbe Shorts, zertretene Badeschlappen – „ich will kein bestimmtes Bild mehr in der Öffentlichkeit abgeben", sagt der 53-Jährige. Jahrelang pflegte der Schauspieler – der mit Filmen wie „Das Boot", „Männer" und „Schtonk" bekannt wurde – sein Macho-Image. Heute ist ihm das zu anstrengend. „Das Schöne am Älterwerden ist, das man ein paar Zusammenhänge begriffen hat und bewusster lebt und genießt", sagt der Vater von vier Kindern.

Denn was bedeutet Glück anderes, als mit Hingabe das zu tun, wofür man innerlich brennt? Uwe Ochsenknecht brennt für drei Dinge: seine Schauspielerei, seine Musik und seine Tochter. „Ich bin noch nie so verliebt gewesen wie in meine Tochter!" Die neunjährige Cheyenne Savannah wickelt ihren Papa um den kleinen Finger, schreibt ihm Liebesbotschaften wie „Papa, ich lieb dich so, ich könnte weinen" und klebt sie auf seinen Bildschirm. „Wenn ich zu Hause bin, nimmt mich meine Tochter rund um die Uhr in Beschlag. Das ist wunderbar", sagt Uwe Ochsenknecht. Die Söhne Wilson Gonzalez (19) und Jimi Blue (17) gehen ihre eigenen Wege, stehen selbst als Schauspieler vor der Kamera und sind im Musikgeschäft tätig. „Mein Großer wohnt jetzt in Berlin, von dem höre ich manchmal wochenlang nichts." Für den Vater ist das ein gutes Zeichen. „Die sollen raus ins Leben, ich hab´s mit 17 Jahren genauso gemacht." Taschengeld gibt´s keines mehr, irgendwann muss das mal aufhören, findet Uwe Ochsenknecht, der sich als Jugendlicher sein Geld als Komparse am Theater verdiente. Ob er auf seine Söhne stolz ist? „Stolz ist ein komisches Wort. Ich wäre stolz, wenn ich mal einen Tisch zusammenbauen könnte." Bei seinen Kindern ist er froh, dass sie trotz Privilegien normal aufgewachsen sind und Werte wie Respekt, Toleranz und Mitgefühl gelernt haben. „Und ich bin froh, dass sie in keinen Soap-Filmen mitspielen und keine schlechte Musik hören."

Stichpunkt Musik. Ein Grund, warum wir mit Uwe Ochsenknecht, der 2008 sein fünftes Album, „MatchPoint", herausbrachte, verabredet sind. Der Open-Air-Auftritt am Freitag (7.8.) in Portocolom ist für den Sänger und seine vierköpfige Band eine Premiere auf Mallorca. „Wir werden einen Mix aus Hippie-, Salsa- und Reggae-Musik spielen", sagt Ochsenknecht, „das sind alles Einflüsse, die ich mag und die mich geprägt haben." Musik spielte schon immer eine wichtige Rolle in seinem Leben und half ihm als Jugendlicher über schwierige Situationen hinweg. „In der Musik kann ich emotional sein. Bei manchen Songs bekomme ich sogar feuchte Augen." Furchtbar peinlich sei ihm das, schließlich würden die Leute nicht kommen, um ihn flennen zu sehen. Privat arbeitet der Schauspieler konsequent daran, Emotionen zu zeigen: „Es ist eine Bereicherung, mehr Mitgefühl im Leben zu haben." Frauen dürften von Natur aus weinen, Männer müssten das erst mühsam lernen. „Es gibt noch viel zu tun, aber ich habe gute Fortschritte gemacht", sagt Uwe Ochsenknecht, der natürlich auch vor der Kamera Gefühle zeigen muss. Doch das sei etwas anderes. „Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, bin ich wieder Uwe, der den Mülleimer genauso runterbringen muss wie alle anderen auch."

Bei seinen Konzerten setzen die Emotionen schon ein, bevor´s losgeht. „Ich habe vor jedem Live-Auftritt höllisch Lampenfieber", sagt Uwe Ochsenknecht, der an der Schauspielschule Bochum auch in Gesang ausgebildet wurde. „Treffe ich die Töne, gehen die Leute mit oder muss ich sie animieren?" Nach den ersten zwei, drei Liedern sind meist alle Befürchtungen verflogen – auf der Bühne und im Publikum. „Am Anfang gucken die Leute immer etwas skeptisch und denken, was will der denn da", sagt Uwe Ochsenknecht. „Doch nach ein paar Songs, haben sie alles vergessen und einfach nur noch Spaß an der Musik."

Uwe Ochsenknecht & Band, Freitag, 7. August, im Restaurant „Alma de la Isla" in Portocolom. Einlass ab 19 Uhr, 20 Uhr „Cuba-Live-Band", anschließend Uwe Ochsenknecht. Tickets 29 Euro an der Abendkasse oder Reservierung unter Tel.: 971-83 74 27.

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