Top-Model Sara Nuru zu Besuch in Palma

Am Rande eines Fotoshootings für den Moderiesen C&A auf Mallorca spricht die bodenständige 20-Jährige offen über ihr neues Leben und Äthiopien, die Heimat ihrer Eltern. Dort unterstützt sie mehrere Hilfsprojekte.

24-04-2010  
Sara Nuru während eines Shootings für eine aktuelle Kampagne.
Sara Nuru während eines Shootings für eine aktuelle Kampagne. Ralf Jürgens

GABRIELE RICKE Es war eines der TV-Ereignisse des Jahres 2009: Millionen Fernseh-Zuschauer fieberten mit, als Sara Nuru (20) im Mai die Wahlen zu „Germany´s next Top-Model" gewann. Einige sagten ihr bereits eine so große Karriere voraus wie den farbigen Models Waris Dirie, Iman oder Tyra Banks. Tatsächlich hat sich das Leben der schönen Münchnerin seither um 180 Grad gedreht: Shootings statt Schule – so sieht ihr Alltag aus.

Das Abitur hat sie erst mal verschoben. Und statt in ihrer Heimat ist Sara Nuru fast nonstop unterwegs. Balanciert in High Heels in einer Turbine, posiert mit einem lebendigen Adler auf dem Arm und rockt im sexy Outfit den Cockpit-Eingang eines Fliegers für das Label Staji. Oder sie sorgt mit vollem Körpereinsatz in der Badewanne dafür, dass selbst so technische Produkte wie Rasierer in der Gillette-Kampagne sexy wirken.

Vor kurzem landete sie in Palma. Natürlich für Foto-Aufnahmen. Der Moderiese C&A lichtete sie für die neue Winterkollektion ab: „Es ist das zweite Mal, dass ich auf der Insel bin. Bereits vergangenes Jahr war ich für die Aufzeichnung der Sommersendung von „Wetten, dass ..?" hier, erzählt sie. Viel gesehen hat Sara Nuru bisher von der Insel noch nicht: „Leider, weil es rein beruflich war und ich nur zwei Tage Zeit hatte. Aber was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen."

Immerhin – bei ihrer Ankunft empfing sie strahlender Sonnenschein. Vom kalten deutschen Winter bekommt sie sowieso nicht so viel mit. Von ihrem neuen Leben als Model ist sie begeistert: „Beruflich hat sich eigentlich alles verändert. Ich bereise die ganze Welt, laufe für bekannte Designer auf Modewochen in Berlin und New York und model für tolle Kampagnen." Und privat? „Da versuche ich, so weiterzuleben wie vorher. Einige meiner Jobs finden auch in München statt. So dass ich von meinen Lieben nicht allzu lange getrennt bin."

Während viele junge Frauen in ihrem Alter von Heimweh geplagt wären, gefällt Sara Nuru ihr neues Leben aus dem Koffer: „Es ist toll, so viel herumzukommen, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Klar fühlt man sich auch manchmal einsam. Aber dafür gibt es ja zum Glück Handy und Internet." Ihre bisher spannendsten Aufträge? „Jeder neue Auftrag ist irgendwie spannend. Aber besonders aufregend finde ich es nach wie vor, auf den verschiedenen Fashion Weeks (Kollektionspremieren, d. Red.) zu laufen. Es herrscht dort jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre und das ist einfach toll!" Sie liebt es, sich zu stylen. Und zu shoppen. Besondere Schwäche: Sonnenbrillen und Schuhe. „Als wir bei ´Germany´s next Top Model´ einkaufen durften, habe ich 16 Paar gekauft!"

In der oft als oberflächlich beschriebenen Modewelt hat sich Sara Nuru ihre Natürlichkeit erhalten. Sie findet, dass sie sich nicht groß verändert hat: „Ich bin ziemlich bodenständig. Man sollte sich immer treu bleiben. Und nie vergessen, woher man kommt." Sara Nuru hat vier Schwestern, ist die zweitjüngste: „Da kann man gar nicht abheben. Meine Eltern haben mir außerdem beigebracht, immer höflich zu sein. Denn man bekommt im Leben das zurück, was man selbst gibt."

Vielleicht macht ihr deshalb auch die große Konkurrenz im Modelgeschäft nicht zu schaffen: „Konkurrenzdenken ist meiner Meinung nach nicht branchenabhängig. Das trifft man in jedem Beruf. Man sollte einfach an sich glauben und immer sein Bestes geben." Freundschaften unter Models – viele sagen, dass das schwierig sei. Sara Nuru sieht das anders: „Es kommt ganz darauf an, wie man auf jemanden zugeht. Wenn man freundlich, offen und ehrlich ist, gewinnt man Menschen grundsätzlich schnell für sich."

Und was ist mit dem Dauerthema des Modelbusiness, dem Magerwahn? „Viele Medienberichterstattungen vermitteln den Eindruck, man könne nur erfolgreich und begehrenswert sein, wenn man extrem schlank und überdurchschnittlich schön ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich besonders junge Frauen, die in ihrem Selbstwertgefühl noch nicht gefestigt sind, unter Druck setzen lasssen. Die Grundlage für Schönheit ist aber in erster Linie Gesundheit."

Sie selbst hat zwar Glück mit ihrer Figur, „aber trotzdem muss ich mich fit halten. Ich gehe regelmäßig laufen und mache Pilates." Sie gibt zu: „Seit der Top-Model-Wahl ernähre ich mich bewusster, trinke mehr Wasser und esse häufiger Obst und Gemüse. Eine ausgewogene, vitaminreiche  Ernährung und viel Schlaf sind sehr wichtig. Vor Jobs gehe ich immer früh ins Bett, um bei der Arbeit ausgeruht zu sein." Dass sie das erste schwarze deutsche Top-Model ist, findet sie gar nicht so besonders: „Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich neben so vielen schönen Mädchen gewonnen habe. Aber ich glaube nicht, dass meine Hautfarbe einen großen Einfluss auf den Sieg hatte."

Hat sie als Deutsche überhaupt eine Beziehung zu der Heimat ihrer Eltern? „Ja, sogar eine sehr enge. Sonntags beim Frühstück haben mir meine Eltern oft Geschichten aus Äthiopien erzählt und ich war bereits einige Male dort. Da mir das Land und die Menschen sehr am Herzen liegen, bin ich mittlerweile Botschafterin der Stiftung von Karlheinz Böhm, Äthiopienhilfe Menschen für Menschen. Im Rahmen dieser Tätigkeit war ich erst vor kurzem wieder dort. Mit meinem Projekt Generation ABC – 2015 engagiere ich mich für den Bau einer neuen Schule, um den Kindern durch Bildung eine bessere Zukunft zu ermöglichen."

In der Printausgabe vom 18. Februar (Nummer 511) lesen Sie außerdem:
- Singles auf Mallorca
- Mit 70 die große Liebe finden: Das bewegte Leben der Gerte Föge
- Schweizerclub sucht neuen Präsidenten

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