Oktoberfest auf Mallorca: Konkurrenz belebt das Geschäft

Peguera oder Playa de Palma? Gleich zwei Wirte veranstalten dieses Jahr deutsche Oktoberfeste auf mallorquinischem Boden

30-09-2010  
Im Visier haben beide Veranstalter auch das spanische Publikum.
Im Visier haben beide Veranstalter auch das spanische Publikum.  Foto: Nele Bendgens
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Auf der Wies´n lässt sich Geld verdienen. Nicht nur beim Original-Oktoberfest in München, sondern auch auf Mallorca ist die Konkurrenz unter den Festwirten groß. Von nächster Woche an mischt auch der mallorquinische Discotheken­betreiber Tolo Cursach beim Verkauf von Hendl, Hax´n und Bier vom Fass kräftig mit. Vier Wochen lang wird ab Freitag (24.9.) im Party­tempel ­MegaPark an der Playa de Palma der Exportschlager deutscher Festkultur gefeiert.

Für Service, Küche und die ganze Logistik hat sich Cursach einen auf der Insel bekannten Experten ins Boot geholt: Mallorcas Festwirt-Pionier Jochen Mörz, der in den vergangenen drei Jahren in Zusammenarbeit mit der Gemeide Calvià das Oktoberfest am Boulevard von Peguera organisiert hatte.

Zwischen der Gemeinde und Mörz kam es jedoch zum Bruch. Statt auf den Festwirt aus Bayern setzt Calvià jetzt auf den Rheinländer Wolfgang Krämer, der sich auf dem spanischen Festland und auch in Portugal mit der Ausrichtung von Oktoberfesten einen Namen gemacht hat. In Calvià wird das Oktoberfest vom 8. bis 20. Oktober wie gehabt am Boulevard stattfinden.

Wie es in Calvià heißt, habe man die Geschäftsbeziehungen zu Jochen Mörz beendet, weil dieser die geforderten Nachweise über die Abgaben an die Sozialversicherung (seguridad social) und ans Finanzamt (Hacienda) nicht erbracht habe. Außerdem habe es bei der Verwaltung Beschwerden von Zulieferern gegeben, die nach dem Oktoberfest im vergangenen Jahr nicht bezahlt worden seien. Jochen Mörz weist die Vorwürfe von sich. „Die Anschuldigungen sind völlig aus der Luft gegriffen." Alle Lieferanten hätten ihr Geld bekommen, und auch die Steuern und Sozialabgaben habe er ordnungsgemäß abgeführt. Der Deutsche wittert eine Verschwörung hinter der Aufkündigung seines Vertrages, der eigentlich noch bis zum Jahr 2013 gültig gewesen sei. „Ich glaube, dass mein Rauswurf von langer Hand geplant worden ist", sagt der Bayer. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und habe drei Jahre lang erfolgreich mit der Gemeinde Calvià zusammengearbeitet."

Die Auseinandersetzung könnte auch ein gerichtliches Nachspiel haben. „Wir haben Herrn Mörz angezeigt", so eine Sprecherin der Gemeindeverwaltung. Gestritten wird auch um die Marke „Oktoberfest Mallorca". Diese sei geschützt und dürfe nur von der Gemeinde Calvià verwendet werden, so die Sprecherin.

Calviàs Neuer, Wolfgang Krämer, lebt seit 25 Jahren in Spanien. Der Sitz seines Unternehmens „Bierfeste S.L." ist in Benidorm in der Provinz Alicante. Krämer will nach eigenen Angaben bei der diesjährigen Ausgabe des Oktoberfestes in Peguera „komplett was anderes machen". Aus Deutschland lässt er rund 130 Musiker einfliegen. „Absolute Profis in Trachten", betont er. Das 2.200 Menschen fassende Zelt wird mit dem Schiff vom Festland auf die Insel gebracht. Hendl, Hax´n und alles, was auf der Karte steht, werde von mallorquinischen Unternehmen geliefert. Mörz hingegen importiert den Großteil seiner Produkte aus Deutschland.

Krämer verspricht in Peguera das größte Oktoberfest Spaniens. Und auch Jochen Mörz spart nicht mit Superlativen. Zwar komme man mit einem deutlich kleineren Zelt als in den Jahren zuvor, weil ein größeres nicht in den MegaPark passe. Doch mit Außenbestuhlung und der Nutzung des MegaInns, einem angrenzenden Restaurant, habe man diesmal Platz für mehr als 2.700 Gäste.

Bei den Bierpreisen liegt der Newcomer Krämer mit 9,50 Euro pro Maß Paulaner-Bier über dem MegaPark, wo der Humpen 7,80 Euro kosten wird. In München liegt der Durchschnittspreis dieses Jahr bei 8,70 Euro. Die Konkurrenzsituation fürchten beide Unternehmer nicht: „Im MegaPark findet man ein anderes Publikum als bei uns in Peguera", sagt Krämer. „Unsere Stammkunden, die wir in den vergangenen drei Jahren in Peguera gewonnen haben, kommen auch an die Playa", glaubt dagegen Mörz. Ein Prosit auf die Gemütlichkeit!

In der Printausgabe vom 4. März (Nummer 513) lesen Sie außerdem:
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- Sexshop: Sabinas Gespür für die Lust
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