Dschungelcamp: "Wer keinen Knall hat, geht da nicht rein"

Nach ihrer Teilnahme bei "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" sucht Jazzy auf der Insel Erholung vom RTL-Trashformat

09.02.2012 | 08:43
 Aus dem Dschungel direkt nach Mallorca: Jazzy
Aus dem Dschungel direkt nach Mallorca: Jazzy

Die Zuschauer wählten sie als Vierte aus dem „Dschungelcamp" raus. Die Sängerin Marlene ­Tackenberg, besser bekannt als Jazzy, war in den 90er Jahren Mitglied der erfolgreichen Girl-Band Tic Tac Toe. Von 1997 bis 2000 hat sie schon einmal auf Mallorca gelebt, jetzt will sie sich wieder auf der Insel niederlassen.

Durchschnittlich 6,5 Millionen Zuschauer, doch keiner will das Dschungelcamp gesehen haben – schämen sich die Zuschauer für ihren Voyeurismus?
(Lacht) Ich nenne das den ­„Modern-Talking-Effekt": Die findet ja auch jeder ganz schlimm, und trotzdem können alle die Texte und haben die Platten zu Hause.

Wie viel Geld haben Sie für Ihre Teilnahme erhalten?
Das möchte ich nicht sagen. Aber man muss das realistisch sehen: Ins „Dschungelcamp" zu gehen ist ein Job, deswegen kriegt man Geld dafür. Und die zahlen wirklich gut!

Trotzdem ist es ein unangenehmer Job, die Ekel-Prüfungen sind selbst vor dem Bildschirm schrecklich.
Schon, aber ich habe drei Monate lang auf Mallorca geübt. Wir haben in einem Angelladen in Portitxol lebende Köder gekauft, so eine Art Tausendfüßler. So einen habe ich mir auf die Zunge gelegt, um zu schauen, wie sich das anfühlt. Wenn man sich fünf Minuten mit den Tierchen beschäftigt, merkt man: Die sind eigentlich total niedlich.

Und danach waren Sie abgehärtet?
Auf jeden Fall. Das ist ja eine reine Psychonummer.Wenn man weiß, was einen erwartet, ist alles nicht so dramatisch. Andere haben sich gar nicht vorbereitet, denen ging es schlechter.

Zum Beispiel?
Ailton dachte wirklich, wir würden abends dann wieder ins ­Hotel gefahren werden und müssten nicht im Dschungel schlafen.

Hatten Sie das Gefühl, für eine bestimmte Rolle „gecastet" worden zu sein?
Mir war recht schnell klar, dass ich die Zicke sein sollte. Ich stand also vor der Wahl: Entweder ich tue so, als ob nie ein böses Wort über meine Lippen kommt, oder ich bleibe ich selbst. Ich habe halt eine große Klappe.

Mal ehrlich: Wie authentisch waren Sie und Ihre Mitstreiter im Camp?
Unterschiedlich. Einige haben sich fast gar nicht bewegt, aus Angst, falsch dargestellt zu werden. Andere platzierten am Anfang ganz bewusst ihre Sätze. Aber nach vier Tagen wird das schwerer, da sind dann die ersten Masken gefallen.

Wie ist das, als Frau dauernd Micaela Schäfers nackte Brüste vor der Nase baumeln zu haben?
Micaela war nun mal ganz klar eingekauft, um nackt zu sein. Ok, es gibt auch die weniger schönen Seiten des Nacktseins, beim Essen hätte ich das jetzt nicht unbedingt gebraucht. Aber sie ist eigentlich ein ganz liebes Mädchen. Einen Knall haben wir irgendwo alle, sonst geht man da ja gar nicht rein.

Was waren Ihre Gedanken nach dem Auszug? Fühlten Sie sich von der Presse gedemütigt?
Ich hab mir nur zwei Mal kurz die Sendung angeschaut und spontan gedacht: „Da war ich nicht". Das sieht im Fernsehen ganz anders aus als in Wirklichkeit. Die ­Presseberichte habe ich mir nicht angeschaut, ich war ja drin, ich muss das nicht noch mal erleben.

Haben Sie den Spott der Moderatoren Dirk Bach und Sonia Zietlow im Camp mitbekommen?
Nein. Aber die sind ja auch nur Papageien, kriegen ihre Texte geschrieben und lesen das ab. Das ist alles nicht so dramatisch. Bei meiner Dschungelprüfung habe ich auf den amüsiert-bösen Gesichtern von Sonia und Dirk durchaus auch Mitleid gesehen.

Ihr Fazit?
(Lacht) Ich würde mich nie wieder mit zehn Unbekannten so lange bei Reis und Bohnen einsperren lassen! Außerdem tun mir die Tiere leid, ich denke mittlerweile, die Kakerlaken haben mehr Angst vor uns als andersherum.

Immerhin kennt man Sie jetzt wieder. Wollen Sie aus dem frischen Ruhm etwas machen?
Ich suche gerade ein Apartment in Palma. Letztes Jahr habe ich einen Plattenvertrag unterschrieben. Was genau das wird, weiß ich nicht, vielleicht eine erwachsene Version von Tic Tac Toe mit französischen Einflüssen.

Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 9. Februar (Nummer 614) lesen Sie außerdem:
- Beate Sachs ist Clownin Nelly
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