´Bachelor´: ´Man darf das auch nicht zu ernst nehmen´

Fotografin Nicole Langholz über den ungewohnten Wechsel vor die Kamera und ihren Auftritt beim "Bachelor"

21.02.2013 | 01:15
Wenn Nicole Langholz pendelt, ist Hündin Aliyah stets dabei
Wenn Nicole Langholz pendelt, ist Hündin Aliyah stets dabei

Sie hat den aktuellen Kandidaten der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor" als Model entdeckt und war Ende Januar (30.1.) auch selbst in dem Format zu sehen: Fotografin Nicole Langholz (41) lebt abwechselnd auf Mallorca und in Miami. Die MZ traf sie zum Gespräch.

Während Deutschland heftig über Brüderle und Sexismus diskutierte, waren Sie in einem Fernsehformat zu Gast, in dem zwanzig attraktive Damen um die Gunst eines Männermodels buhlen. Diskriminieren wir Frauen uns manchmal selbst?

Ich sehe das als Show, bei der sich jeder vorher die Frage stellt: Warum gehst du da rein? Und die Mädels vermarkten sich ja wunderbar in der Sendung. Wenn du dich gut anstellst, kann das ja auch eine ­Karrierechance sein.

Sie haben Jan Kralitschka als Model entdeckt – besteht nicht die Gefahr, dass sein Gesicht nach einem solchen Format „verbrannt" ist und er nicht mehr gebucht wird?

Natürlich ist das eine Frage, die sich automatisch stellt. Aber Jan geht es bei diesem Format ja nicht nur darum, die richtige Frau zu finden. Der Bachelor ermöglicht eine ganz neue, interessante Erfahrung. Man sieht einen herrlichen Teil der Welt und hat mit wunderbaren Menschen, in diesem Falle Frauen, fantastische Erlebnisse. Bis jetzt hat es ihn nur bekannter gemacht und viele Firmen haben großes Interesse an ihm, er bleibt während der ganzen Sendung ja authentisch. Und das macht seinen Charme aus.

Sie selbst waren ebenfalls in der Sendung zu sehen €

Ja, ich habe in einer Folge die Mädchen kennengelernt und Jan bei der Auswahl beraten. Das war eine
interessante Erfahrung. Die bisherigen „Bachelor"-Kandidaten hatten sich dazu immer ihre besten männlichen Freunde eingeladen, ich war die erste Frau – und als solche beurteilt man eben auch aus einem anderen Blickwinkel.

Sie haben also die inneren Werte erforscht?

Ich fand die Mädchen ziemlich authentisch und hatte nicht das Gefühl, dass die ein Drehbuch vorgegeben haben. Aber natürlich rückt sich jede gerne ins beste Licht. Es ist oft auch unfair, dass gerade die besonders hübschen Mädchen immer gleich als Dummchen oder Zicken abgestempelt werden. Da steckt auch oft viel Neid dahinter.

Wie hat Ihr Umfeld Ihren Auftritt wahrgenommen?

Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Oft wird dann gar nicht mehr gesehen, dass es sich beim „Bachelor" um eine reine Unterhaltungs­show handelt. Vielleicht wurde von meinem Umfeld erwartet,dass ich mehr als professionelle Fotografin auftrete, aber hier ging es ja darum, Jan mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und in seine – zu dem Zeitpunkt – abgeschottete Welt ein bisschen Normalität reinzu­bringen. Aber grundsätzlich war großes Interesse da, und nach der Ausstrahlung haben sich viele alte Freunde von mir gemeldet.

Haben Sie die Sendung gesehen?

Natürlich. Meine Freunde auf Mallorca haben eine kleine Party organisiert, und wir haben es alle gemeinsam angeschaut. So ein ­Rollenwechsel ist immer wieder ungewöhnlich, und man selbst findet sich auch komisch, wenn man sich im Fernsehen sieht, aber man darf das nicht zu ernst nehmen. Es ist nur eine Show, und ich stand ja auch schon bei einem Fotoshooting für „Holland´s Next Topmodel" vor der Kamera.

Sie pendeln zwischen Mallorca und Miami. Wo gefällt es Ihnen besser?

In Miami fühle ich mich mehr zu Hause, weil ich dort schon seit sieben Jahren in der Saison arbeite. Aber Mallorca ist noch authentischer, nicht so glamourös und nicht ganz so oberflächlich.

Als Sie zur Fotografin ausgebildet wurden, waren Fotos noch analog – hat sich das Frauenbild durch Digitalfotografie verändert?

Definitiv. Viele Frauen können dank Retusche Jahre länger als Model arbeiten. Aber es geht auch unheimlich viel verloren, weil die Bilder so glatt und charakterlos werden. Die Handschrift des Fotografen ist in den meisten Fällen nicht mehr erkennbar.

Wird alles immer noch oberflächlicher?

Leider ja. Photoshop ist ja auch eine Kunst, das will ich hier gar nicht abstreiten. Aber wenn jeder Makel ausgemerzt wird € Da stellt sich die Frage: Was ist noch Schönheit? Für mich sind Ecken und Kanten ganz besonders wichtig. Glatt retuschierte Gesichter oder Körper sind ausdruckslos. Mittlerweile geht dieser Trend glücklicherweise schon wieder ein bisschen zurück.

www.nicolelangholz.com

Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 14. Februar (Nummer 667) lesen Sie außerdem:

- Sanfte Löwen und Prinzessinnen: Zu Besuch bei der Sikh-Gemeinde

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