Hilfe tut not: Mit 20 Euro im Monat Hunderte satt machen

Das Lebensmittelprojekt "Comida para todos" steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Helfen Sie dabei, es zu retten!

28.02.2013 | 09:49
Fahrer Marcos Pleite ist jeden Tag im Einsatz

Die Idee ist so einfach wie gut: Jeden Tag klappert ein Liefer­wagen die Filialen des größten deutschen Discountmarkts auf der Insel ab und sammelt diejenigen Produkte ein, deren Verfallsdatum sich nähert oder aber – im Falle von Gemüse und Obst – die nicht mehr topfrisch glänzen. Statt das Essen in den Müll zu schmeißen, wird es an Bedürftige weitergeleitet. Seit November 2010, als der Lions Club Palma das Projekt „Comida para todos" ins Leben rief, werden so Woche für Woche rund 1.500 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Für die Verteilung sind insgesamt sieben ­mallorquinische Wohlfahrts­einrichtungen zuständig, die je einmal pro Woche von den Lions beliefert werden.

Doch nun drohen Geldsorgen das Projekt zu Fall zu bringen. „Die Einnahmen aus Spenden und Sonder­aktionen wie unserem Sommer­fest oder dem Stand auf dem Weihnachtsmarkt im Pueblo Español sind zurück­gegangen", erklärt Lions-Präsidentin Sandra Aertken. Die Kosten wie beispielsweise das Benzin steigen hingegen an.

Anfang Dezember war die ­Lage so ernst, dass sich die ­Lions mit den Hilfsorganisationen ­zusammensetzten und ihnen die finanziellen Schwierigkeiten erklärten. „Sie alle waren schockiert bei dem Gedanken, dass wir das Projekt einstellen müssen – wir waren selbst ein bisschen platt über ihre Reaktionen", berichtet Stephanie Stamminger, die das Projekt von Anfang an koordiniert. „Unsere Lebensmittel sind fester Bestandteil ihrer Planung – schließlich gibt es immer mehr Hilfsbedürftige und immer weniger Spenden."

Ganz am Anfang versuchte der Verein, die Abholung mit Hilfe von Freiwilligen zu organisieren. Doch das klappte nicht: „Es handelt sich um einen Vollzeitjob, den keiner unserer Mitglieder nebenher erledigen kann. Zudem wollen die Leiter der Discountmärkte einen einzigen Ansprechpartner", so Stamminger. Den haben die Lions mit ­Fahrer Marcos Pleite gefunden. Der Mallorquiner klappert seit Mai 2011 im Auftrag der deutschen Wohltäter Tag für Tag zehn Lager ab. Auch wenn es im Winter mal ein bisschen weniger ist: Jede Kiste zählt.

100 Spender gesucht
Rund 2.690 Euro kostet das Projekt den Club jeden Monat, das sind 32.300 Euro im Jahr. In dem Betrag enthalten sind das Gehalt des fest angestellten Fahrers, Benzin und Nebenkosten wie Versicherungen, Steuern und Reparaturen.

Gemeinsam mit der MZ suchen die Lions deshalb nun hundert Spender, die das Projekt für ein Jahr mit 20 Euro pro Monat unterstützen. Das Geld fließt direkt und ohne Abzüge in das Projekt. Mit den 24.000 Euro, die so zusammenkommen, stünde „Comida para todos" wieder auf festen Füßen. Den restlichen ­Betrag kann der Lions-Club mit Einnahmen aus Charity-Events abdecken.

Damit alles transparent zugeht, verpflichtet sich der Club, den Spendern alle drei Monate einen Newsletter zukommen zu lassen, in dem über die Aktion berichtet wird, sowie einen Jahresbericht vorzulegen. Die Namen der Spender werden, so gewünscht, in der MZ veröffentlicht, die weiterhin regelmäßig über die Spendenaktion berichten wird. Der Lions Club stellt bei Bedarf Spenden­quittungen aus, der Vordruck einer Einzugsermächtigung kann auf der Homepage www.lionsclubpalma.com herunterge­laden werden.

Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 21. Februar (Nummer 668) lesen Sie außerdem:

- "Täglich um Optimismus kämpfen": Kabarettist Bernd Stelter

Hier geht's zum E-Papier: epaper.mallorcazeitung.es.

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