Vox sei Dank: Goodbye Türkei, hallo Mallorca

Neue TV-Auswanderer am Ballermann: Phyllis Maeter und Christian Recke waren vorher in Alanya, aber dort nicht glücklich

20.02.2014 | 02:30
Recke (li.) und Maeter vor dem neuen Laden am Balneario 13
Recke (li.) und Maeter vor dem neuen Laden am Balneario 13

Dass hier in zehn Tagen eine „Tattoo Fashion Bar" eröffnen soll, sieht man dem Laden­lokal gegenüber dem Balneario 13 an der Playa de Palma noch nicht wirklich an. Doch Phyllis Maeter (32) und Christian Recke (32), die das „Hamburg Inc" ab dem 24. Februar betreiben wollen, sind optimistisch, dass sie auch den Rest des Umbaus in Eigenregie pünktlich fertig kriegen. Das Ehepaar ist nicht so leicht aus der Fassung zu bringen – was vermutlich auch damit zu tun hat, dass beide bereits Erfahrungen nicht nur in Sachen Auswandern, sondern auch in Sachen „Goodbye Deutschland" gesammelt haben.

Erst Anfang Dezember ist das Paar mitsamt drei Söhnen aus dem türkischen Alanya nach Mallorca gezogen. In dem Badeörtchen östlich vor Antalya hatten sie sich vor drei Jahren den Traum vom Auswandern erfüllt. Im heimischen Hamburg verdienten sie so gut wie nichts: „Christian arbeitete im Betrieb seines Vaters als Elektriker und verdiente gerade mal acht Euro mehr im Monat, als wir mit Hartz 4 gekriegt haben", erinnert sich Maeter. Und da die Tochter einer Türkin und eines Deutschen immer schon gerne in Alanya Urlaub gemacht hatte, beschlossen die beiden, dort ein Tattoo-Studio zu eröffnen.

Allerdings war das nicht so einfach wie geplant: „Man bekommt da als Ausländer keine Arbeitserlaubnis und wird von der Polizei schikaniert", so Recke. Er durfte nur als Chef seines Unternehmens tätig sein und den Angestellten Anweisungen geben, mehr nicht. Auch mit dem türkischen Schulsystem und den Englisch-Kenntnissen der ­dortigen Lehrer konnte sich die Familie nicht so recht anfreunden. Und in kulinarischer Hinsicht schmeckte nicht einmal der Döner: „Das ist nicht so, wie man türkisches Essen aus Deutschland kennt", erinnert sich Recke.

Als nach den Unruhen in der Türkei im vergangenen Jahr dann auch noch die Touristenzahlen in der Gegend um 40 Prozent einbrachen, halfen nicht einmal mehr die vielen Besucher, die das Studio aus dem Fernsehen kannten: „Das Leben in der Türkei ist wahnsinnig teuer. Nur die Mieten sind billiger als auf Mallorca". Auch den Söhnen Marcel (12) und Neo Anthony (7) gefällt es auf der neuen Schule, „wo sie niemand mehr wie Ausländer behandelt", der jüngste Sohn Tyson Brooklyn (5) freut sich, dass es endlich wieder Currywurst zu essen gibt.

Und überhaupt genießt das Ehepaar „die Ruhe" hier auf der Insel: „Es ist ja eigentlich alles wie in Deutschland hier, nur eben wärmer. Und die Leute sind nicht so spießig", findet Maeter. Die Entscheidung für Mallorca war übrigens ebenfalls wieder wegen guter Urlaubs­erinnerungen gefallen. Diesmal von Recke, der hier früher regelmäßig seine Ferien verbrachte. Allerdings sagt Maeter ganz offen: „Ohne ´Goodbye Deutschland´ wären wir wahrscheinlich nicht nach Mallorca gekommen. Die bringen dann doch viele Kunden."

Und die Fernsehleute werden natürlich zur Eröffnungsparty am 24.2. auch wieder mit einem Kamerateam vor Ort sein.

Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 13. Februar (Nummer 719) lesen Sie außerdem:

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