Becker-Villa: Fast schon ein Schnäppchen

Dem Anwesen bei Artà droht erneut die Zwangsversteigerung. Jetzt könnte es schon für 7,2 Millionen Euro weggehen

27.03.2014 | 02:30

Für Boris Becker läuft es in letzter Zeit nicht so rund. Seit er den Profi­spieler Novak Djokovic trainiert, hat der noch kein einziges Turnier gewonnen. Beckers im Herbst erschienene Autobiografie verstaubt in den Regalen der Buchläden. Und dann kündigte im Januar auch noch Mercedes den Werbevertrag mit dem Leimener.

Und jetzt droht auch auf Mallorca mal wieder Ärger: Derzeit bereitet das zuständige Gericht in Palma erneut eine Zwangsversteigerung von Beckers Anwesen Son Coll bei Artà vor. Es geht um Rechnungen von 430.000 Euro sowie Verzugs­zinsen und Prozesskosten, die Beckers ­Firma Goatbridge S.L. dem Bau­unternehmen Melchor Mascaró schuldet. Die Kläger werden von Anwalt Carlos de la Mata vertreten.

Beckers Firma war schon im Juli 2012 vom Gericht dazu verurteilt worden, die Schulden zu begleichen, getan hat sich aber bisher nichts. Deshalb wird nun ein Termin für eine Zwangsversteigerung angesetzt – offenbar der einzige Weg, den Ex-Star zur Zahlung seiner Außenstände zu verpflichten.

Bereits im September 2012 hatte Becker eine Zwangsvollstreckung im letzten Moment abwenden müssen. Eine Überweisung von rund 350.000 Euro, die der Deutsche einer Gartenbaufirma schuldete, war gerade noch rechtzeitig eingetroffen. Damals lag der Schätzwert der Finca, die Becker einst für 15 Millionen Euro verkaufen wollte, bei 8,5 Millionen Euro. Diesmal fiel die Taxierung des Gutachters noch niedriger aus: Käme es zum Äußersten, könnten Bieter den Zuschlag schon für 7,2 Millionen Euro erhalten.

Neben dem Bauunternehmen fordert auch das Finanzamt Geld von Becker, es geht um eine Steuernachzahlung von rund 135.000 Euro.

Ganze 17 Jahre zieht sich der Ärger mit der Finca nun schon hin: Nur zwei Jahre nach dem Kauf der acht Einzelparzellen für rund 500.000 Euro erfolgte ein Baustopp wegen illegal errichteter Gebäude – 2003 musste Becker Teile wieder abreißen lassen. Ein Jahr nach der pompösen Einweihungsparty 2006 hängte ­Becker dann ein „Se vende"-Schild an die Tore der Villa. Käufer fanden sich bisher keine. Aber vielleicht ja jetzt – zum Schnäppchenpreis.

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