Schwulen- und Lesben-Lounge im MegaPark: "Wir lehren Toleranz und Akzeptanz"

Mit dem "White Flamingo" setzt Unternehmer Tolo Cursach neue Akzente. Beteiligt ist auch Kristin Hansen, die Initiatorin des Ella-Lesbenfestivals auf Mallorca

27.04.2015 | 10:38
„Deutsche sind relativ offen": Kristin Hansen

Der MegaPark in Arenal ist bislang nicht als Tummelort gleichgeschlechtlicher Paare in Erscheinung getreten. Ausgerechnet dort, wo hauptsächlich trinkfreudige, in Gruppen auftauchende junge Heteros vor Gogo-Tänzerinnen rülpsend vorurteilsbeladene Sprüche klopfen, entsteht eine passend in Regenbogen-Farben gehaltene, über eine Rolltreppe zu erreichende Schwulen- und Lesben-Lounge. Das für 600 Gäste gedachte Etablissement „White Flamingo" hat Unternehmer Tolo Cursach seit Januar im ersten Stock einrichten lassen. Eröffnet wird es am 8. Mai mit einem großen Auftritt des „Gay Men´s Chorus". Die auf Mallorca ansässige PR-Unternehmerin Kristin Hansen, Erfinderin des Anfang September erneut anstehenden Lesbenfestivals Ella, wirkt im White Flamingo als fachkundige Beraterin und ist am Umsatz beteiligt.

Unten grölen die Machos, oben weht ein ganz anderer Wind. Wie kam es zu der Idee, die Lounge ausgerechnet hier zu platzieren?
Ich hielt das anfangs für mutig, glaube aber jetzt an den Erfolg. Tolo Cursach ist ein großer Visionär. Er will sein Unternehmen für weitere Märkte öffnen. In diesem Sinne bewegt er sich in eine moderne und zeitgemäße Richtung. Es handelt sich einfach um eine völlig normale Entwicklung. Ich finde diese Ausweitung phantastisch.

Befürchten Sie nicht Reibereien mit Teilen des Stamm-­Publikums?
Nein, wir glauben, dass das Publikum durch die Lounge toleranter wird. Hier kann jeder kostenlos rein, auch meine Oma. Und das wird zur Folge haben, dass die herkömmlichen MegaPark-Gäste wegen dieser Erfahrung offener werden. Wir lehren Toleranz und Akzeptanz.

Aber es gibt nun einmal Unbelehrbare ...
Es wird immer Menschen geben, denen gewisse Dinge nicht gefallen. In Arenal fehlt eine gewisse Akzeptanz. Ich finde es gut, dass man dagegen steuert. Und: Deutsche sind in dieser Hinsicht relativ offen. Wir wollen hier ein weltoffenes Konzept mit Normalität vorleben.

Wird sich das Publikum denn vermischen?
Es kann, muss aber nicht. Wer oben ist, muss nicht nach unten gehen. Wir haben einen eigenen Eingang und eigene Toiletten.

Was erwartet die Besucher im White Flamingo ?
Wir veranstalten hier immer mal wieder Motto-Partys mit Künstlern und Gogos. Das Ambiente ist elegant, der Service exklusiv. Cocktails wie der eigens kreierte White Flamingo-Drink werden hier von stylisch gekleideten Mitarbeitern in Ballon-Gläsern serviert. Es ist ein bisschen wie Ibiza.

Wann hat die neue Lounge geöffnet?
Ab 10 Uhr vormittags bis in die Nacht hinein. Vormittags gibt´s ein weitgefächertes Frühstücks­angebot, etwa einen bayerischen Brunch oder ein american breakfast. Tagsüber ist die Lounge eine Cafetería, abends und nachts ein Cocktail-Club.

Wie wollen Sie die Bar international bekannter machen?
Wir haben bereits einen Facebook-Account und sind auch in anderen sozialen Netzwerken aktiv. Eine Website ist im Entstehen begriffen. In Hotels und an den Stränden werden wir natürlich auch Werbung machen.

Wird der White Flamingo in das „Ella"-Festival irgendwie einbezogen?
„Ella" hat mit Cursach nichts zu tun. Es könnte sein, dass in der Lounge ein paar Partys veranstaltet werden.

Wieso heißt die Lounge eigentlich White Flamingo?
Das passt einfach ästhetisch zum Konzept und steht für Glanz und Glamour. Und: Weiß ist eine elegante und edle Farbe.

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