Lucas Cordalis: „Am Ende entscheiden wir als Eltern"

Der Sohn des Schlagersängers hat sich als Kind an Öffentlichkeit gewöhnt. Sein eigener Nachwuchs kommt nun vor der Kamera zur Welt

06.05.2015 | 19:19
Lucas Cordalis im RBC in Santa Ponça beim EMS-Training. Dabei werden Muskelpartien elektrisch stimuliert

Produzent, Sänger, Texter – und neuerdings auch, in seinen Worten, „Teilhaber und Aushängeschild" des Royal Body Concept in Santa Ponça: Lucas Cordalis (42) ist ordentlich beschäftigt. Und weiß, wie man für ein Produkt wirbt: Um ein schweißtreibendes Probe­training im EMS-Anzug kommen auch wir nicht herum. Im Anschluss stellt sich Cordalis, der gerade an der Seite seiner Lebens­gefährtin Daniela Katzenberger für eine neue RTL II-Reality Doku vor der Kamera steht, den Fragen der Mallorca Zeitung.

Sie sehen deutlich weniger fertig aus als ich – ist das Fitnesstraining schon eine Vorbereitung auf die Reality Doku über die Geburt Ihres Kindes?
(Lacht.) Nein, ich bin einfach sehr fitnessafin, habe immer schon viel Sport gemacht. Das EMS-Konzept (Elektrostimulationstraining) kommt mir entgegen, weil ich so in kurzer Zeit sehr effizient trainieren kann. Gerade auch bei der Vorbereitung auf die Wok-WM im März hat mir das sehr geholfen.

Hauptberuflich beschäftigen Sie sich aber nach wie vor mit Musik?
Ja, ich habe seit 2002 mein Studio hier auf der Insel und ergänze eigene Projekte mit den Shows und Auftritten, die ich mit meinem Vater bestreite.

Einen wirklichen Ballermann-Song haben Sie noch nie zusammen gemacht, oder?
Nein, das ist nicht meine Welt. Die Szene dort hat sich gerade in den vergangenen Jahren in eine Richtung entwickelt – nehmen Sie allein diese sinnfreien Texte € Das passt auch nicht zu meinem Vater, der ja ein seriöses Musikstudium hinter sich hat. Obwohl sicherlich einige seiner frühen Lieder, wie „Anita", ballermannkompatibel sind.

Wie war es, als Sohn eines Schlager­stars aufzuwachsen?
Ich bin in das Business hineingewachsen, schon als ganz kleiner Junge bei Frank Farian unter dem Mischpult rumgekrabbelt und habe die Größen der Branche als ganz normale Menschen kennengelernt.

Ihr bekannter Nachname war also nie ein Problem für Sie?
Nein. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich meine Dance-Projekte unter diversen Künstlernamen herausbringe, da die DJ-Größen zumindest zu Beginn der Dance-Welle vor einigen Jahren den Namen Cordalis nicht cool fanden. Heute, wo viel Crossover angesagt ist, ginge das wohl eher.

Hatten Sie je das Gefühl, im Schatten Ihres Vaters zu stehen?
Nein. Mein Vater ist sehr bekannt und vor allem einzigartig, seine Rolle kann niemand anders einnehmen. Man muss eben seinen eigenen Weg finden, um glücklich zu sein – und ich hatte nie Zweifel, dass mir das gelingen würde. Das liegt sicherlich auch daran, dass mein Vater ein gutes Vorbild war. Er hat uns immer vorgelebt, wie man´s macht: Statt zu sagen ´Rauch nicht´ hat er eben selbst nicht geraucht. Und es ist ja nicht selbstverständlich, dass man in meinem Alter mit den eigenen Eltern noch so viel zu tun hat: Ich stehe mit meinem Vater auf der Bühne, wir komponieren zusammen, treiben gemeinsam Sport und haben sehr viele andere Berührungspunkte.

Hat es Sie als Kind nicht gestört, in der Öffentlichkeit zu stehen?
Während meiner Kindheit war das gar nicht so ein Thema: Im Schwarzwald wächst man sehr behütet auf, da ist die Welt noch in Ordnung. Die anderen Kinder wussten zwar, wer mein Vater ist, aber das spielte keine Rolle. Allerdings habe ich in letzter Zeit viel mit Daniela über das Thema diskutiert, weil sich natürlich die Frage stellt, wie wir als werdende Eltern damit umgehen wollen.

Und?
Wissen Sie, die Kinder ganz aus der Öffentlichkeit rauszuhalten oder sie gar so zu verstecken wie Michael Jackson, der seine Kindern nur mit Tücher über dem Kopf rausließ, ist auch nicht das Wahre. Und: Bei aller Bekanntheit findet ja auch bei uns trotzdem ein ganz normales Leben statt, nur dass wir halt eine Art Dienstleister sind. Und wenn man das mal kapiert hat, dann kann man auch als Kind gut damit umgehen.

Nun hat die Nachricht von der RTL-II-Doku-Soap, für die Sie beide in acht Folgen beim Elternwerden inklusive Kaiserschnitt von der Kamera begleitet werden, für viel Häme und Kritik gesorgt. Wie lange haben Sie diskutiert, ob Sie das machen?
Da gab es überhaupt keine Diskussion, es war von vornherein klar, dass wir das beide gerne machen wollen. Es ist ein wundervolles Thema, dessen man sich nicht schämen muss. Im Gegenteil: Wir wollen andere daran teilhaben lassen, denn ein Kind zu bekommen ist das Schönste, was einem passieren kann.

Zudem haben Sie als Profis vermutlich ein bißchen mehr Mitspracherecht als der medial unbeleckte Doku-Soap-Teilnehmer.
Natürlich haben wir uns zusichern lassen, dass wir nicht durch den Dreck gezogen werden oder Un­ästhetisches gezeigt wird. Die Leute können gerne über die Sendung diskutieren, aber am Ende entscheiden wir als Eltern.

Die im fünften Monat schwangere Daniela Katzenberger, die Cordalis zum Training und Interview begleitet, kommentiert ungläubig: „Die Leute tun ja so, als würden da irgendwelche Metzgerei-Bilder zu sehen sein – aber beim Kaiserschnitt sieht man doch eh nur ­meinen Kopf!". Dann ergreift der künftige Vater wieder das Wort.

Auch über den Kaiserschnitt haben wir diskutiert, aber es ist einfach die sicherste Methode – sowohl Ärzte als auch Hebammen haben uns versichert, dass dabei das geringste Risiko für Mutter und Kind besteht.

Sind Sie als braver Papa bei allen Untersuchungen dabei?
Ja, das ist mir ganz wichtig. Und es sind auch die größten Glücks­momente: Wenn man sein Kind sieht, wie es wächst und sich bewegt € Eltern werden ist einfach eine wahnsinnig schöne Zeit, ich kann das jedem nur empfehlen.

Was wünschen Sie sich denn für Ihr Kind – wissen Sie überhaupt schon, was es wird?
Nein, wissen wir noch nicht. Aber wenn´s ein Mädchen wird, dann hab ich daheim bald nichts mehr zu sagen€ (lacht). Wenn es ein Junge wird, dann heißt er auf jeden Fall nach meinem Vater Constantin. Ich wünsche ihr oder ihm auf jeden Fall ein glückliches, friedliches Leben, dass es alles erreichen kann, was es will. Und eine musikalische Ausbildung steht natürlich auch auf dem Plan, dass es ein Instrument und singen lernt, ist schon gebongt. Meine Schwestern haben schon vier Mädchen, das wird dann die erste Girl-Group aus einer Hand € (grinst).

Zu Beginn Ihrer beider Beziehung lästerte die Klatschpresse, das sei alles nur ein PR-Coup. Wie geht man mit solchen Artikeln und Kommentaren um?
Wir haben das mit Belustigung gelesen. Meine Mutter checkt die Klatschpresse regelmäßig, Daniela macht das auch sehr fleißig, ich eher nicht so. Da ich von Kindesbeinen mit der Materie zu tun hatte, weiß ich einfach, dass viel spekuliert und geschrieben wird und solche Storys für die Leser und die Schreiber wichtig sind.

Und irgendwie ja auch für Sie – öffentliches Interesse steigert bei Promis den Marktwert.
Sicher. Wir freuen uns einfach, wenn das, was geschrieben wird, OK ist, ärgern uns aber schon auch öfter über anderes.

Haben die Dreharbeiten zur RTL-II-Doku schon angefangen?
Ja, derzeit drehen wir auch hier – um die Schönheit der Insel zu zeigen, Mallorca bietet da ja wunderbare Bilder, und wir beide lieben die Insel sehr.

Je nach Zeitungsbericht suchen Sie beide gerade entweder im Schwarzwald oder hier vor Ort eine gemeinsame Unterkunft – was stimmt denn nun?
Wir suchen tatsächlich an beiden Orten, schließlich brauchen wir ein Nest, wo unser Kind glücklich und zufrieden aufwachsen kann – und das ist sowohl hier als auch dort gegeben.

Um das RBC in Santa Ponça geht es am 5. und 12. Mai auch bei „Goodbye Deutschland" (Vox, 20.15 Uhr).


Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 30. April (Nummer 782) lesen Sie außerdem:

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