Linke wollen Gärten von Marivent-Palast öffnen

Der für die Königsfamilie bestimmte Gebäudekomplex steht viele Monate im Jahr leer

16.06.2015 | 10:14
Einblicke dank Google: Das Grundstück, auf dem die Königsfamilie ihre Mallorca-Sommer verbrachte, ist auf der Landseite mit einer hohen Mauer geschützt

Die zukünftige Links-Koaltion auf den Balearen wird im spanischen Königshaus darauf hinwirken, dass die Gärten des Marivent-Palastes auch für Normalsterbliche geöffnet werden. Man denke an 9 bis 10 Monate im Jahr, hieß es am Donnerstag (11.6.) am Rande der Koalitionsverhandlungen. Der Gebäudekomplex steht regelmäßig eine lange Zeit pro Jahr leer. Im August schneien jedoch bekanntlich viele Mitglieder des Königshauses ein.

Auch, wenn es republikanisch veranlagten Insulanern gegen den Strich geht: Die Anwesenheit der Königsfamilie ist ein Werbeeffekt für die Insel, der sich in Geld kaum beziffern lässt. Juan Carlos und Sofía verbrachten 1973, damals noch als Prinzen von Asturias, erstmals ihren Urlaub in Marivent. Und seither alle Jahre wieder.

Die rund 1,5 Millionen Euro – je nach Quelle auch 2 Millionen – jährlichen Unterhaltskosten sind da gar nicht so schlecht investiert: Man denke allein an die unzähligen Bilder der royalen Enkelsöhne und -töchter, die in den internationalen Klatschblättern bei diversen sommerlichen Freizeitbeschäftigungen abgebildet wurden. Oder die Fotos der prominenten Gäste, die vom König in seiner Sommerresidenz empfangen wurden, wie den ehemaligen russischen Präsidenten Gorbatschow oder zuletzt die Gattin des US-Präsidenten, Michelle Obama.

Auch auf nationalem Niveau wurde auf Mallorca im August Politik gemacht. Palma verwandelte sich für einen Monat praktisch in den Regierungssitz, der König empfing in Marivent die jeweiligen spanischen Ministerpräsidenten – das Anwesen war also weit mehr als nur ein Sommerpalast.

Erbaut wurde der Palast von 1923 bis 1925 von Architekt Miquel Forteza. 1966 schenkten die letzten Besitzer das Anwesen der mallorquinischen Provinzdeputation. Allerdings hatte die Witwe von Marivent-Besitzer und Kunstsammler Ioannes Saridakis das Anwesen unter der Bedingung überschrieben, daraus ein öffentlich zugängliches Kunstmuseum zu machen. Gegen den Gebrauch als königliche Residenz hatten die Saridakis-Erben jahrzehntelang geklagt, 1988 waren ihnen in einem letzten Urteil die ursprünglich im Gebäude vorhandenen Möbel und Kunstwerke zugesprochen worden.

Viele andere spanische Regionen haben sich im Laufe der Jahre beworben, um die königliche Familie in den heißen Sommerwochen zu beherbergen. Doch Marivent bot sich schon aus Sicherheitsgründen als royale Residenz an: Durch die geographische Lage ließ es sich relativ gut abschirmen. Dass selbst die kleinen Buchten davor während des Aufenthalts des Königs gesperrt waren, merkten nur ein
paar Segler.

Gerade Felipes Begeisterung für maritime Sportarten, die er als Junge auf Mallorca lernte, werden von vielen als Garant für künftige
Mallorca-Besuche gesehen. Schließlich war der neue König in den vergangenen Jahren stets treuer Besucher und Teilzeit-Teilnehmer der Regatta Copa del Rey.

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