Vatikan tauscht nach Liebesskandal Mallorca-Bischof aus

Jetzt ist es amtlich: Javier Salinas muss die Insel verlassen. Seine Nachfolge übernimmt zunächst vorübergehend Sebastià Taltavull

08.09.2016 | 19:04
Javier Salinas muss die Insel verlassen.

Was in den vergangenen Tagen in der Kirchenwelt auf Mallorca als offenes Geheimnis galt, ist seit Donnerstagmittag (8.9.) amtlich. Das Mitteilungsblatt des Vatikans veröffentlichte, dass Javier Salinas seit Donnerstag, 12 Uhr, nicht mehr Bischof des Bistums von Mallorca ist. Der bisherige Weihbischof von Barcelona, der Menorquiner Sebastià Taltavull, wurde gleichzeitig zu seinem Nachfolger ernannt.

Auch wenn der Vatikan offiziell angibt, das Rücktrittsgesuch des Bischofs Salinas angenommen zu haben, berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" darüber, wie Salinas bis zuletzt vergeblich darum bat, auf der Insel bleiben zu dürfen. Die Kirchenführung lastet ihm an, durch die Gerüchte über eine mögliche Liebesbeziehung zu seiner Privatsekretárin Sonia Valenzuela der Institution schweren Schaden zugefügt zu haben.

Salinas soll der Kirche künftig als zweiter Auxiliarbischof in Valencia dienen. In einer letzten Messe in der Kathedrale wird er sich am Samstag (10.9.) um 11 Uhr von der Diözese Mallorca verabschieden. In einem auf der Webseite des Bistums veröffentlichten Abschiedsbrief verweist er darauf, dass er sich aus freien Stücken entschieden habe, nach Valencia zu gehen, abwägend "was das beste für die Diözese" sei. In demselben Brief bittet Salinas auch um "Entschuldigung, sollte irgendein Fehler von mir jemanden beleidigt oder besorgt haben".

Sein Nachfolger, Bischof Taltavull, wird zunächst einmal nur für eine Übergangszeit nach Mallorca beordert, bis der Vatikan endgültig über das Amt entscheidet. Dabei gilt es als durchaus wahrscheinlich, dass der Menorquiner dauerhaft auf der Mallorca bleibt. Er gehört dem eher progressiven Flügel der katholischen Kirche an. In einer offiziellen Stellungnahme zu seiner Versetzung beteuerte Taltavull, dass er die neue Verantwortung "mit aller Liebe, die ich aufbringen kann, annehmen" werde. Gleichzeitig drückte er die Ehrfurcht vor "der neuen Herausforderung" aus. /tg

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