Gegen Tattoos versichert

Britische Reiseagentur verspricht verunstalteten Mallorca-Urlaubern Gratis-Entfernung

09.01.2017 | 12:54
Nicht wirklich schön: In durchzechten Nächten lassen sich Briten gern mal ein Tattoo stechen.

Steven war 19, als er in Magaluf Urlaub machte. Nach einer exzessiven Partynacht mit viel Alkohol in dem britischen Ballermann-Pendant konnte er sich an nichts mehr erinnern. So sehr der Brite es auch versuchte: Er wusste nicht, warum er sich „Barry is a twat" (Barry ist eine F?) auf den rechten Arm hatte tätowieren lassen. Schlimmer noch: Er weiß bis heute nicht, wer dieser Barry überhaupt war. Davon hat Steven auch schon im Fernsehen berichtet, bei „Bodyshockers", einem Programm des britischen TV-Senders Channel 4, das sich mit „Tattoos, Piercings und Skalpellen" beschäftigt.

Wie Steven lassen sich viele junge Touristen im Sommer auf der berüchtigten Urlaubermeile Punta Ballena betrunken skurrile Sätze und Bilder tätowieren. Nach dem Ausnüchtern am Tag darauf schlagen sie dann die Hände über dem Kopf zusammen und können nicht glauben, dass sie für ihr Leben gebrandmarkt sind. Zur ­Rettung eilt jetzt die britische Reiseagentur Uni Trips mit einer Absicherung für Urlauber, die bei diesem Veranstalter eine Reise buchen. Jedem Kunden, der sich während der sogenannten Tour „Magaluf Invasion" ein Tattoo stechen lässt und das später bereut, zahlt das Unternehmen die Kosten für die operative Entfernung.

Hinter der cleveren Marketingmaßnahme steckt angeblich Menschenliebe. Man wolle den jungen Leuten die Nachteile bewusst machen, die eine Tätowierung von anstößigen Sätzen und schmutzigen Witzen in Bildform mit sich bringt, so der Firmenchef Tim Howell-Ives gegenüber der englischen Zeitung „Manchester Evening News".


„Wenn unsere Kunden ehrlich für ihren Fehler geradestehen und beweisen können, dass das Tattoo während unserer Tour gestochen wurde, können sie es kostenlos entfernen lassen." Das Unternehmen greife dabei auf unterschiedliche Kriterien zurück, um die Reue anzuerkennen. „Es hängt vom Motiv des Tattoos und der tätowierten Stelle ab", sagt Howell-Ives. Berücksichtigt werde auch, ob die Verunstaltung in Zukunft private Beziehungen oder die Karriere stören kann.

Die Anzahl der Tattoo-Läden in Punta Ballena und Umgebung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Laut dort arbeitenden Tätowierern ist eines der beliebtesten Motive schlicht und einfach YOLO. Das englischsprachige Akronym steht für „You Only Live Once" (Du lebst nur einmal).

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Gesellschaft

Melanie Müller am Strand von Arenal
Melanie Müller hält sich vom Strand lieber fern

Melanie Müller hält sich vom Strand lieber fern

2014 wurde die 28-Jährige Dschungel-Königin, seit fünf Jahren tritt sie regelmäßig im Bierkönig...

"Rhythm Is a Dancer": Die 90er kommen nach Mallorca zurück

"Rhythm Is a Dancer": Die 90er kommen nach Mallorca zurück

Hochamt der Dance-Szene in Port Adriano: Mit dabei am 4. August sind Jenny von Ace of Base, Snap!...

Korrespondent Miguel Ángel García: "Die Deutschen verkaufen sich nur besser"

Korrespondent Miguel Ángel García: "Die Deutschen verkaufen sich nur besser"

Der TVE-Journalist in Berlin über Anspruch und Realität in seinem Gastland

Dominik Wein und die Kunst des Schwindelns

Dominik Wein und die Kunst des Schwindelns

Ein Allround-Talent erfindet einen kompletten Stammbaum, um gestalterisch frei zu sein. Auf...

Susanne Heibl: "Meine Mitarbeiter stehen kaum noch Schlange"

Susanne Heibl: "Meine Mitarbeiter stehen kaum noch Schlange"

Die Österreicherin feiert das 30-jährige Firmenbestehen ihrer "gestoría". Nach wie vor heißt ihr...

Jan Ullrich und seine neue Liebe Mallorca

Jan Ullrich und seine neue Liebe Mallorca

Früher kam der Ex-Radprofi nur zum Trainieren auf die Insel. Jetzt lebt er hier und hat neue Pläne

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |