Jöli ist die jüngste Kirsche auf der Ballermann-Torte

Sechs Singles hat der Partysänger bisher veröffentlicht. Der ehemalige Leistungs-Skispringer will hoch hinaus

29.06.2017 | 01:00
Wer war das? Jöli in Feierpose vor den Fußballern des TSV Germania, die ihn nicht erkannten.

Die Jubelpose beherrscht er schon einmal perfekt. Julian Feldmann, alias Jöli, kniet sich in den mallorquinischen Sand an der Playa, reißt die Arme nach oben und lässt sich feiern. Die Jungs vom Fußballverein TSV Germania sind voll mit dabei. „Wir sind Kreisligameister geworden und aufgestiegen", brüllt Jakob Talko, seine Stimme ist etwas heiser. „Heute morgen um 9 Uhr sind wir gelandet, jetzt wird gefeiert!" Ob sie denn wissen, mit wem sie da gerade für unser Foto posiert haben. „Neee, keine Ahnung", sagt Talko bestens gelaunt.


Skispringer Jöli


Es ist Viertel nach zwei am Ballermann. Die MZ trifft die Stars von der Playa. Heute lernen wir Jöli („Je mehr ich trinke") kennen, der sich bis an die Spitze der Charts singen will. Dabei stand er schon einmal ganz oben.
„Ich habe zehn Jahre lang Leistungssport als Skispringer gemacht und war mehrfacher hessischer Meister", sagt er und zeigt uns auf seinem Handy ein Youtube-Video, auf dem jemand die 145 Meter hohe Mühlenkopfschanze in Willingen (Hessen) herunterbrettert, sich elegant vom Schanzentisch löst, langsam gen Boden gleitet und sicher landet. „Das bin ich", sagt Jöli. „Mein weitester Sprung war 134 Meter."

Seit April 2017 steht er auf der Bühne des Megaparks. Am 9. April hatte er einen Probe­auftritt, und er durfte wiederkommen. Jetzt tritt er zweimal die Woche im Megapark auf, zwölfmal hat er in diesem Jahr am Goldstrand von Bulgarien gesungen, in Deutschland wird er für Mallorca-Partys gebucht. Wie er den Sprung von der Schanze ins Party-Sänger-Geschäft geschafft hat? Vielleicht hat eine missglückte Landung den Ausschlag gegeben.

Schwerer Sturz


„In St. Moritz bin ich einmal so schwer gestürzt, dass ich mir das Steißbein angebrochen habe. Danach hat eine innere Blockade verhindert, dass ich den letzten Schritt zum Risiko gehe, der schließlich zum Erfolg führt." Beim Profi-Skispringen würden nur die absoluten Top-Leute so viel Geld verdienen, dass man davon leben kann. Also hat er die Ski mehr oder weniger an den Nagel gehängt („ich springe nur noch in meiner Freizeit") und sich überlegt, was er neben der Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann mit seiner Zeit anstellen kann. „Ich brauchte ein neues Projekt." Und das fand erst einmal im elterlichen Keller statt, wo er Youtube-Videos aufgenommen und Party-Songs gesungen hat.

Seinen ersten Auftritt hatte er auf dem 50. Geburtstag eines Verwandten, es folgten Gigs bei Karnevalsfeiern, Après-Ski-Partys, Dorffesten – alles ohne Gage. „Klinkenputzen", nennt er die Zeit. Geholfen hat ihm sein Vater, der nach und nach das Management übernommen hat. Jöli färbte sich die Haare weiß, trat nur noch mit einem schwarzen Stirnband auf. „Wegen des Wiedererkennungs-Effektes", sagt er. „Mein Image ist jung, lässig, cool." Ob er viele Groupies hat? Er lächelt etwas verlegen. „Natürlich hat man weibliche Fans." Es sei jetzt aber nicht so krass, dass sie so laut kreischen wie bei einem Auftritt von Marc Terenzi.


Am Ball bleiben


Zu den anderen Künstlern am Ballermann pflege er „guten Kontakt". In Sachen Bühnenperformance seien Mickie Krause und Lorenz Büffel schon vorbildlich. Tipps habe man ihm keine gegeben. Aber beim Springen von der Schanze habe ihm auch niemand die Hand gehalten. „Man muss viel Zeit investieren, darf sich nie ausruhen", und ein bisschen Glück gehöre auch dazu. Das ­hätten Leistungssport und eine Karriere als Party-Musiker gemeinsam.

Doch eigentlich lebe er schon seinen Traum, auch wenn er noch in Willingen in einer WG wohnt und nicht mehr mit seinen Kumpels wie früher am Ballermann die Nächte durchfeiern kann. Der Preis des Erfolges sei nun mal Disziplin. Wo er mit seiner Musik einmal landen wird, mag er sich noch gar nicht ausmalen. Er hat bisher auch nur eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs Singles veröffentlicht, wie er schnell nachzählt. Man wüsste ja nie, was das Leben bringt.
„Die Kirsche auf der Torte wäre natürlich ein richtiger Hit", sagt Jöli, der mit seinen 25 Jahren selbst ein noch ganz frisches Früchtchen am Ballermann-Star-Stammbaum ist.


Hier geht es zu den Vorstellungen von: 

Markus Becker


Mia Julia


Isi Glück 


Melanie Müller

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