"Diario de Mallorca" vergibt Preise an verdiente Insulaner

Die Verleihung findet am Donnerstag (29.6.) im Kongresszentrum statt

29.06.2017 | 10:09
Die Preisträger und der Preis.

Menschen und Vereinigungen der Balearen, die durch ihr herausragendes Wirken auf sich aufmerksam gemacht haben, können sich wieder auf Preise der MZ-Schwesterzeitung „Diario de Mallorca" freuen: Die Basketballerin Alba Torrens, der Produzent und Komponist Antoni Parera, der Unternehmer Toni Fontanet, die Physikerin Alicia Sintes und die Hilfsvereinigungen Càritas Mallorca sowie 3Salut Mental werden geehrt. Sie erhalten Bronzeskulpturen des Künstlers Alfons Sard. Etwa 500 Gäste werden um 20.30 Uhr erwartet, neben den Preisträgern Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur. Die Preise waren 1993 anlässlich des 50. Bestehens der Zeitung eingeführt und bis 2008 jedes Jahr vergeben worden. Sie gingen an den Tennisspieler Rafa Nadal, den Fußballclub Real Mallorca, die Sängerin Chenoa und an König Juan Carlos.


Rosa Esteva - Cortana

Die 1975 in Son Servera geborene Rosa Esteva ist inzwischen eine der einflussreichsten Modeschöpferinnen Spaniens. Exemplare ihrer eleganten und zugleich stilistisch sehr einfach gehaltenen Haute-Couture-Kleider ihrer Marke Cortana finden sich sogar im Schrank von Königin Letizia. Die Schauspielerinnen Macarena García, Manuela Vellés und Rossy de Palma schwören auf die Kreationen der zierlichen Mallorquinerin, und kaum eine Goya-Verleihung vergeht, ohne dass eine der Preisträgerinnen mit einem Cortana-Kleid auftaucht. Dieses Jahr war es die Sängerin Silvia Pérez, die für den besten Film-Song geehrt wurde. Rosa Estevas´ Einfluss in der spanischen Modebranche wurde nach 2001 immer größer, und das nicht zuletzt, weil sie antizyklisch vorging. Denn während große Firmen Filialen schlossen und sich aufs Internet konzentrierten, machte sie Geschäfte in Madrid und Barcelona auf.

Antoni Parera Fons

Der vor 74 Jahren in Manacor geborene Antoni Parera Fons fühlte sich schon früh zur Musik hingezogen. Er ließ sich denn auch in den Konservatorien in Palma, Valencia und Barcelona ausbilden. Parera zog es allerdings nicht in den Vordergrund. Er beschränkte sich vielmehr darauf, als Produzent und Komponist zu arbeiten. Er promotete Berühmtheiten wie die Tenöre José Carreras und Alfredo Kraus, den Bariton Joan Pons und die Sopranistin Montserrat Caballé. Erste Erfolge hatte Parera bereits in den 60er-Jahren erzielt, als er Live-Konzerte sowie TV- und Radioauftritte organisierte. 2004 inszenierte Antoni Parera Fons die Oper „Der gestiefelte Kater", wurde für einen Grammy nominiert und erhielt 2016 dafür den Nationalen Spanischen Musikpreis. Seiner kompositorischen Kreativität lässt er weiter freien Lauf: Erst Anfang Mai führte das Teatre Principal in Palma Antoni Pareras Oper „María Moliner" auf.

3Salut Mental

Die aus drei mallorquinischen Vereinigungen mit mehr als 20 Jahren Erfahrung hervorgegangene Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, geistig behinderten Menschen auf den Balearen zu helfen. Im Jahr 2014 waren Gira-Sol aus Palma, Estel de Llevant aus Manacor und es Garrover aus Inca übereingekommen, ihre Kräfte zu bündeln. Die Psychologen, Psychiater, Sozialarbeiter und Arbeitsvermittler von 3Salut Mental behandeln seitdem etwa 400 Menschen. Sie versuchen unter anderem, sie mit Beschaffungsmaßnahmen ins Arbeitsleben zu integrieren – unter anderem in den Bereichen Gärtnerei, Strand- und Waldpflege sowie Parkplatz-Management. Außerdem besorgen sie Wohnungen für ihre Patienten. Dieses Jahr startete die Vereinigung zudem das Projekt „Obertament", mit dem sozial am Rande stehende geistig behinderte Menschen in die Gesellschaft intergriert werden sollen.

Alba Torrens

Es war 2016, als Alba Torrens den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte. Bei Olympia in Rio holten die 1989 im Weinort Binissalem geborene 1.90 Meter große Basketball-Nationalspielerin und ihre Kolleginnen für Spanien die Silbermedaille. Und die Erfolge setzen sich fort: Erst am Sonntag (25.6.) wurde Torrens Europameisterin in Prag – und das nach 2013 zum zweiten Mal. Zwischendurch – 2014 – eroberte sie den Vizeweltmeister-Titel. 2011 hatte der Basketball-Verband Fiba Torrens zu Europas bester Spielerin gekürt. Sie gehört schon seit 2008 zum Stamm-Basketballnationalteam und spielte für diverse Vereine – in Spanien für den Club Perfumerías in Salamanca und in der Türkei für Galatasaray Istanbul. Nun spielt Alba Torrens für UMMC Jekaterinburg in Russland.

Antoni Fontanet

Antoni Fontanet ist bereits 98 Jahre alt, doch er arbeitet noch immer. Der im Jahr 1919 im ostmallorquinischen Ort Felanitx geborene Unternehmer gibt in Palmas Gewerbepark Son Castelló weiterhin 300 Menschen Arbeit. Seine nach ihm benannte Firmengruppe ist in unterschiedlichen Bereichen wie in der Düngeproduktion oder der Bauwirtschaft tätig. Angefangen hatte der Intimus des legendären Milliardärs und Bürgerkriegsfinanciers Juan March (1880-1962) mit einem Unternehmen namens Café Rico. Danach stampfte er eine Mehlfabrik in seinem Heimatort aus dem Boden und expandierte in die Viehzucht-Branche. Im vergangenen Jahr kürte der balearische Unternehmerverband Caeb Antoni Fontanet zum Firmenchef des Jahres.

Alicia Sintes

Die an der Balearen-Universität tätige Physikerin Alicia Sintes ist Mitglied des Wissenschaftlernetzwerks Ligo, das sich seit 1992 mit Gravitationswellen beschäftigt – dem Sound des Universums. Die auf Menorca geborene Forscherin und einige Kollegen sind die einzigen in Spanien, die dazugehören. Weltweit sind für das Netzwerk inzwischen etwa 100 Wissenschaftler in 40 Instituten tätig, zwei Observatorien in den USA sind Teil des Projekts. Alicia Sintes und ihre Forscher-Kollegen wiesen Gravitationswellen am 14. September 2015 erstmals und am 25. Dezember des gleichen Jahres zum zweiten Mal nach. Dies gilt als größte wissenschaftliche Sensation seit Albert Einsteins Relativitätstheorie. Ihre Forscher-Karriere hatte Alicia Sintes zuvor zum Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam, nach Portugal, Kanada, Grobbritannien, Österreich und Italien geführt.

Càritas Mallorca

Wenn es die im Jahr 1961 von der Diözese Mallorca gegründete Einrichtung nicht gäbe, würde es vielen Insulanern noch viel schlechter als ohnehin schon gehen. Etwa 100.000 müssen derzeit mit weniger als 300 Euro pro Monat auskommen, mehr als 10.000 sind jährlich auf die Hilfe von Càritas angewiesen. Die Mitarbeiter versorgen Bedürftige mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung. Desweiteren unterstützen sie arme Menschen bei der Bezahlung von Mieten oder Hypotheken. Càritas Mallorca kümmert sich auch um Einwanderer aus Drittwelt-Staaten. Mit dem Projekt Koluté hilft die Einrichtung meist illegal nach Mallorca gelangten Senegalesen, sich zu integrieren, indem sie etwa Spanischkurse finanzieren. Für Projekte zur Unterstützung von sozial benachteiligten Menschen auf der Insel gab Càritas Mallorca im vergangenen Jahr 3,368 Millionen Euro aus.

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