13. Juni 2018
13.06.2018

Auf Mallorca: Die Friseurin, der die Stars vertrauen

Tanya Klingler hat 20 Jahre lang bei weltweiten Fotoshootings dafür gesorgt, dass Models in Katalogen attraktiv aussehen. Nun hat sie einen Salon in Binissalem

13.06.2018 | 01:00
Klingler in ihrem Room 84: „Room" stehe für Freiraum, 84 sei ihre Glückszahl, sagt sie.

Von der Decke hängen zwei Kordeln herunter, die einen dickeren Ast tragen, der als Kleiderstange dient. Hinter einem weißen Ganzkörperspiegel wirft eine Glühbirne lilafarbenes Licht ab. Vor allem ein Objekt jedoch zieht in dem stilvoll mit antiken Holz­möbeln und selbst aufgenommenen Wandfotos ausgestatteten Raum alle Aufmerksamkeit auf sich: ein massiver antiker Barbierstuhl.

Betritt man den Room 84 von Tanya Klingler in Binissalem, braucht man seinen Blick nicht lange schweifen zu lassen, um zu bemerken, dass der im August 2017 eröffnete Friseur- und Styling­salon sich durch sein besonderes Ambiente von anderen deutlich unterscheidet. Wer hierher ohne cita previa (Vorabtermin) kommt, wird die 53-Jährige sehr wahrscheinlich nicht antreffen. Es könnte sein, dass die Darmstädterin dann gerade mit ihrem mit Friseurutensilien gefüllten Handgepäckkoffer unterwegs ist und einen Prominenten stylt. Zu ihren Kunden zählten unter anderen schon Schauspielerin Sonja Zietlow, TV-Sternchen Svetlana Nadel, Tennisspieler Rafael Nadal und Model Lena Gercke.


In vierter Generation Friseurin


Die Frau, die seit 18 Jahren auf Mallorca lebt, ist in vierter Generation Friseurin. Dabei war sie sich anfangs gar nicht sicher, ob das wirklich der passende Beruf für sie ist. Auch ihre Mutter wollte eigentlich nicht, dass auch sie Friseurin wird. Da ihr das Frisieren aber schon als Kind Spaß gemacht hatte, trat sie die Ausbildung dann doch an. Besonders ein Erlebnis sorgte später dafür, dass sie unbedingt weiter in der Branche arbeiten wollte: Ein Model nahm Klingler auf einen Foto­termin für einen Möbel-Katalog mit: „Ich habe sie dann gestylt, obwohl das damals bei Werbebildern für Möbel gar nicht üblich war. Sie war sehr dankbar – und ich hatte Gefallen an solchen Shootings gefunden."

Fortan reiste Klingler als Katalog-Fotografin und -Stylistin durch die Welt – größtenteils von Mallorca aus, wo sie seit 18 Jahren lebt, zunächst in Costa de la Calma, dann in Galilea und Palma und nun in Binissalem. Unter anderem für Otto, Gerry Weber und Wella arbeitete sie in Kapstadt, Miami, Paris oder New York. Bis sie beschloss, einen Gang zurückzuschalten und sich auf einen Salon zu konzentrieren. „Ich wollte nicht mehr jeden Tag an einem anderen Ort der Welt um 5 Uhr morgens aufstehen, um Models zu schminken. Durch diesen Lebensstil habe ich nie geheiratet und auch keine Kinder bekommen. Das macht kein Partner mit", erzählt Klingler.

Sie wirkt zufrieden in Binissalem, wo sie mit ihren Tieren in einem Häuschen lebt und gleich um die Ecke ihren Room 84 hat. Nachdem sie jahrelang mit der Idee geliebäugelt hatte, in Palmas Szeneviertel Santa Catalina einen Salon zu eröffnen, sie aber kein geeignetes Lokal fand, schätzt sie das Arbeiten auf dem Dorf mittlerweile sehr. „Ich habe jetzt jede Menge Parkplätze für meine Kunden direkt vor der Türe", freut sie sich. Außerdem sei ihr aufgefallen, dass sich in den vergangenen Jahren auch viele andere Künstler in Orte wie Santa Maria del Camí, Sencelles oder Alaró zurückgezogen haben. „Hier ist mittlerweile oft mehr los als in der Stadt", so Klingler.

Prominente Kunden


Doch wie finden all die prominenten Kunden den Weg zu ihrem Salon in dem kleinen Ort? „Bei mir läuft alles über Mundpropaganda. Zum Beispiel, dadurch dass mich ein Kamerateam weiterempfiehlt", erklärt sie. So sei sie damals auch zu Paris Hilton gekommen: Bei einem Fotoshooting mit zwei Darstellern der deutschen Erfolgs­serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten" auf der Insel hatte sie ihnen gegenüber erwähnt, wie schade es sei, dass Paris Hilton schon eine andere Stylistin habe.

Damals war die US-Milliardärstochter wegen einer Prosecco-Kampagne auf Mallorca – und scheinbar alles andere als zufrieden mit der eigentlich gebuchten Stylistin. Noch am selben Abend bekam Klingler einen Anruf. Ob sie am nächsten Tag Zeit hätte, Hilton zu stylen und ihre Haare zu machen. Dass sie es tatsächlich gemacht hat, beweisen das unterschriebene Foto und eine Prosecco-Dose, die Klingler gut sichtbar in ihrem Salon ­aufgestellt hat.

Zwischen 50 und 70 Euro kostet ein Haarschnitt bei ihr. Eine private Hair- und Make-up-Session bekommen Kunden ab 150 Euro. Ob Haare, Make-up, Fotoshootings, Wedding Planner oder DJane: Sie mache wie Pippi Langstrumpf das, worauf sie gerade Lust hat, sagt sie.

Auch nach all den Jahren ist sie immer noch fasziniert davon, wie Make-up und ein neuer Haarschnitt einen Menschen zu verändern vermag und was man ihm dadurch geben kann. An ihre ­eigenen Haare darf übrigens nur sie ran. „Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch gern mal zum Waschen oder Föhnen zu Kollegen gehe. Rein für den Genuss", schmunzelt Tanya Klingler.

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