Herz-Kreislauf-Versagen: Ursachen, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten (Teil 1)

10-07-2008  
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Die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks gehört zu einer sinnvollen Vorsorge.  Foto: Dpa

DR. LUAI CHADID Der plötzliche Herzstillstand wird als unerwarteter Tod infolge eines nicht rückgängigen Herz-Kreislauf-Stillstandes definiert, der innerhalb von einer Stunde nach Auftreten von klinischen Beschwerden eintritt. Er wird nicht durch einen einzigen Faktor hervorgerufen, sondern es kommen eine Vielzahl von Faktoren zusammen.

In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle liegen einem plötzlichen Herztod sehr schnelle Herzrhythmusstörungen zugrunde. Die Rede ist vom sogenannten Kammerflimmern. Hierbei schlägt das Herz über 300 Mal in der Minute – zu schnell, um einen Blutzirkulation aufrechtzuerhalten. Auch andere Erkrankungen wie massive Lungenembolie oder Einriss der Hauptschlagader (Aorta) können Ursache eines plötzlichen, nicht arrhythmiebedingten Herz-Kreislauf-Versagens sein.

Häufigste Todesursache
Es sind mehr Schätzungen als genaue Zahlen, wenn man in Deutschland pro Jahr von 70.000 bis 100.000 Menschen spricht, die plötzlich und unerwartet versterben, und man in USA davon ausgeht, dass jährlich etwa 450.000 Menschen einem plötzlichen Herztod erliegen. Unzweifelhaft ist, dass der plötzliche Herztod mit Abstand die häufigste Todesursache ist. Er kommt häufiger als alle anderen Todesursachen zusammen vor.

Daten aus den USA zeigen, dass pro Jahr von den 450.000 Menschen, die älter als 35 Jahre sind und einen plötzlichen Herztod erleiden, 62 Prozent Verengungen in den Herzkranzgefäßen hatten, bei zehn Prozent der Patienten lagen Herzmuskelerkrankungen vor, fünf Prozent hatten eine Herzkrankheit infolge eines hohen Blutdruckes, sieben Prozent eine Herzmuskelschwäche undefinierter Ursache, und bei drei bis fünf Prozent wurden Herzklappenfehler nachgewiesen. Bei zehn bis zwölf Prozent der plötzlichen Todesfalle war keine vorausgehende Krankheit oder Fehlstörung festzustellen.

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Untersuchungen durchgeführt worden, um eine Risikogruppe herauszufinden, die hinsichtlich eines plötzlichen Herztodes besonders gefährdet ist. Es stellte sich dabei heraus, dass Patienten mit Vorerkrankungen des Herzens ein zehnfach höheres Risiko für einen plötzlichen Herztod aufwiesen als Menschen, bei denen keine vorherige Herzerkrankung bekannt war.

Bei 52 Prozent der Männer und bei 59 Prozent der Frauen war der plötzliche Herztod die Erstmanifestation einer Herzerkrankung. Das bedeutet, dass das Risiko der Mehrzahl der Menschen, die von einem plötzlichen Herztod betroffen werden, nicht immer sofort vorherbestimmbar ist.

Als wichtigster klinischer Risikoparameter ist der Schweregrad einer gegebenenfalls bestehenden Herzmuskelschwäche nachgewiesen worden. Je schwächer unsere Herzpumpleistung ist, desto gefährlicher leben wir (Herzinsuffizienz).

Cholesterin und Tabak
Bei Untersuchungen wurden auch Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck, zu hohen Cholesterinwerten und Tabakkonsum nachgewiesen. Auch Patienten, die einen ständig überhöhten Ruhepuls haben (über 80-100/min), sind gefährdet.

Weltweite Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Kammerflimmern sehr schlecht ist. Nur durch rasche und gezielte Maßnahmen ist ein Überleben solcher Patienten überhaupt möglich. Unentschlossenheit, Zögern, Ratlosigkeit oder „therapeutische Passivität“ führen unweigerlich zum Tod eines Patienten.

Doch wie oft sehen wir Menschentrauben um einen sterbenden Menschen, ohne dass jemand sich trauen würde, effektiv zu helfen. Oft ist es die Unsicherheit, etwas falsch zu machen, manchmal ist es der Ekel vor Sekreten, oder es ist die Angst, sich zu infizieren. Allen Gründen ist gemeinsam, dass diese Untätigkeit die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten maximal reduziert. Entscheidend für das Überleben des Patienten ist ein sofortiger Notruf (Telefonnummer: 092), so dass umgehend ein Krankenwagen vor Ort eintrifft.

Der Autor ist Internist und Kardiologe in der Clinica Picasso in Palma, Tel.: 971-22 06 66

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