Schwitzen kann ganz schön nerven

16-09-2008  
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Schutz vor Geruch: Deo  Foto: DPA

DR. PETER FLEISCHHAUER Wenn die Schweißdrüsen überaktiv sind, können Spritzen mit Botulinumtoxin Abhilfe schaffen

Sommer, 32 Grad im Schatten, die Sonne brennt. Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Eine lästige und unangenehme Erscheinung des Sommers und vor allem ein unangenehmes Thema. Wenn die Schweißflecke unter den Achseln in der frisch angezogenen Bluse schon nach kurzer Zeit tellergroß sind, ja, dass ist schon peinlich, dabei hat man sich doch erst vor einer Stunde umgezogen.

Schwitzen ist ein normaler Vorgang, durch den die Körpertemperatur reguliert und der Organismus vor Überhitzung geschützt wird. Circa zwei Millionen Schweißdrüsen geben Flüssigkeit nach außen ab, bei Hitze, Aufregung oder beim Sport. Bis zu ein Liter pro Stunde wird auf diesem Wege von unserem Körper ausgeschieden.

Bei vielen Menschen ist dieses regulative System jedoch außer Kontrolle geraten. Sie leiden an übermäßigem und permanentem Schwitzen – und das nicht nur im Sommer. Die Mediziner bezeichnen diesen Zustand als Hyperhidrose. Die Ursachen sind unklar. Man vermutet, dass die Schweißdrüsen überaktiv sind.

Oft ist die Schweißproduktion nur an bestimmten Stellen stark angeregt, zum Beispiel unter den Achseln, an den Händen, auf dem Rücken oder der Stirn. Die Betroffenen haben einen großen Leidensdruck. Sie fühlen sich ständig verschwitzt, und der Kontakt zu anderen Menschen oder Kunden im Job wird nahezu unmöglich, weil ständig übergroße Schweißflecke die Kleidung verunzieren oder die Hände vor Nässe triefen. Manche Menschen fühlen sich nicht gesellschaftsfähig. Zahllose Antitranspirante und Deodorants werden ausprobiert und frustriert wieder weggeworfen, denn sie haben nur wenig Erfolg.

Doch wie kann man dieses übermäßige Schwitzen in den Griff bekommen? Es gibt beispielsweise eine effektive Möglichkeit, das Schwitzen in den Achselhöhlen zu unterbinden, durch Botulinumtoxin. Der Wirkstoff ist in der ästhetischen Medizin als Faltenkiller bekannt. Es legt aber auch bei fachgerechter Anwendung die Schweißproduktion an den betroffenen Stellen lahm und lässt sich insbesondere im Bereich der Achselhöhlen sehr erfolgreich einsetzen. Der erfahrene Arzt spritzt es direkt in die Haut.

Das Verfahren ist nahezu schmerzfrei, da vor der Injektion ein schmerzstillendes Gel auf die Haut aufgetragen wird. Korrekt angewendet, ist die Methode gut verträglich. Die Behandlung hat zu 95 Prozent Erfolg, das lästige Schwitzen verschwindet für mindestens fünf bis sechs Monate. Dann ist allerdings die nächste Spritze fällig, da nach dieser Zeit die Wirkung allmählich nachlässt.

Der Autor ist Facharzt für Allgemeinmedizin im Ärztehaus Palma, Tel.: 660-55 66 40.

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