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Wie Säfte, Limos und Softdrinks die Energiebilanz beeinträchtigen

19.03.2013 | 11:13
Zucker ist besonders in flüssiger Form ein wahrer Dickmacher
Zucker ist besonders in flüssiger Form ein wahrer Dickmacher

Wer seinen Zuckerkonsum drosselt, nimmt ab – auch ohne strenge Diät. Das bestätigen jetzt die Ergebnisse einer Analyse mehrerer Studien. Wer auf sein Gewicht achtet, sollte von Cola oder anderen gesüßten Limonaden besser die Finger lassen. Ihr Manko ist das Übermaß an Zucker. Der Zucker ist nicht nur für Bakterien im Mundbereich ein gefundenes Fressen, auch den Fettpölsterchen scheint er Auftrieb zu geben. Wer weniger Zucker zu sich nimmt, nimmt ab – das hat jetzt eine Metaanalyse bestätigt. Und wer auf Säfte, Limos und Softdrinks verzichtet, kann seinen Zuckerkonsum stark drosseln.

Die von der World Health Organization (WHO) beauftragte Metaanalyse konzentrierte sich auf sogenannte „freie Zucker“: Mono­saccharide und Disaccharide, die von Herstellern, Köchen oder Verbrauchern zum Essen hinzugefügt werden, sowie auf natürlich vorkommende Zucker im Honig, in Sirup und Fruchtsäften. Insgesamt 68 Studien wurden analysiert. In einigen Studien sollten die Teilnehmer den Verzehr der freien Zucker einschränken, ohne strikte Diät und ohne die Vorgabe abnehmen zu müssen. Der Effekt war bei den Erwachsenen ein geringer, aber immerhin signifikanter Gewichtsverlust um 0,8 kg. In anderen Studien wurden Probanden dazu angeregt, ihren Zuckerkonsum anzukurbeln – meist tranken sie mehr zuckerhaltige Getränke. Die Folge: eine signifikante Gewichtszunahme  um 0,75 kg. Wieder in anderen Studien sollte die Energie aus freiem Zucker durch die Energie anderer Kohlenhydrate ersetzt werden. Das Ergebnis: kein Gewichtsverlust.

Egal ob Apfelsaft, Honig oder Kartoffeln – entscheidend ist die Energiebilanz. Die Gewichtsabnahme aufgrund des reduzierten Zuckerkonsums ist demnach nur der besseren Energiebilanz zu verdanken, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Mit dem Konsum von Säften und Limonaden gerät die Energie­bilanz besonders leicht aus den Fugen. Zucker in flüssiger Form scheine, wie die Autoren anmerken, nicht gleichermaßen zu sättigen wie Zucker in fester Nahrung. Zu schnell nimmt man so zu viel Energie zu sich. Die Zuckeraufnahme einzuschränken, sei sinnvoll, kommentieren Mediziner von der Harvard School of Public Health in Boston die Ergebnisse der Metaanalyse. Fraglich bleibe allerdings, wo die Grenze liege. Die WHO empfiehlt, den Zuckeranteil auf zehn Prozent  der Energiezufuhr zu beschränken; die American Heart Association (AHA) empfiehlt fünf Prozent.

Nach Meinungen der Wissenschaftler müssten Politik und Gesundheitsdienstleister Menschen dazu anregen, den Konsum zuckerhaltiger Getränke einzudämmen. Eine Möglichkeit wäre eine Steuer auf solche Getränke. Dann würde nicht nur die Gesundheit, sondern auch der Preis gegen den Apfelsaft und für den Apfel sprechen.
 
Dr. Luai Chadid ist Internist und Kardiologe an der Clinica Picasso in Palma, Telefon: 971-22 06 66.

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