Ibuprofen: Allheilmittel gegen Schmerzen

Wer in Spanien zum Arzt geht, kehrt nicht immer, aber sehr häufig mit dieser Verschreibung nach Hause zurück. Was es damit auf sich hat

27.05.2013 | 20:22
Nicht immer sind Pilen hilfreich
Nicht immer sind Pilen hilfreich

Einst sagte ein bekannter Philosoph „Für uns bedeutet Freude, keine Schmerzen zu haben im körperlichen Bereich und im seelischen Bereich keine Unruhe zu verspüren."  

Schmerzen können sich auf sehr vielfältige Weise äußern, doch möchte ich hier in diesem Artikel nur auf den körperlichen Schmerz eingehen. Die internationale Schmerzgesellschaft definiert den Schmerz als „... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis." Und in der Tat gibt es nichts, was die Lebensqualität mehr einschränkt, nichts, was uns mehr Angst macht, als Schmerzen in unserem alltäglichen Leben oder auch am Ende unseres Daseins zu spüren. Viele überkommt das Gefühl der Ohnmacht in Angesicht des Schmerzes, welche Ursache dieser auch immer haben mag.

Selbstverständlich ist es die Aufgabe des Arztes den Ursprung dieses Leidens herauszufinden, was nicht immer leicht ist. Bei Verletzungen ist die Ursache offensichtlich, aber ich möchte auch die Nervenschmerzen bei Diabetikern, Phantomschmerzen nach Amputationen oder die Schmerzempfindungen im Verlauf psychischer Erkrankungen wie bei einer Depression nicht unerwähnt lassen. 

Als mich eine Patientin darauf hinwies, dass in Spanien – aber auch in Deutschland – unabhängig davon, was man habe, meist das Schmerzmittel Ibuprofen verschrieben würde, nahm ich dies zum Anlass, dieses seit fast 50 Jahren bekannte Medikament einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und in der Tat hat Ibuprofen eine Vielzahl positiver Wirkungen: Neben einer Schmerzlinderung kann es auch zusätzlich entzündungshemmend, abschwellend und fiebersenkend wirken. 

Ibuprofen wird in Form von Tabletten, Kapseln, Salben, Zäpfchen, Granulat zum Auflösen in Wasser und Kindersäften vertrieben, weshalb die Einsatzgebiete dieses Medikamentes sehr vielseitig sind. Meist wird es bei Rheumaerkrankungen, Schmerzen der Muskeln und des Bewegungs­apparates, bei Gichtanfällen, Kopfschmerzen oder auch bei Zahnschmerzen verschrieben. Ebenso wirkt es bei Mandelentzündungen, Menstruationsbeschwerden, Mittelohrentzündungen oder Fieber. 

Doch ist auch Vorsicht geboten: Sodbrennen, Übelkeit oder Magenschleimhautentzündungen bis hin zu blutenden Magengeschwüren sind keine seltenen Nebenwirkungen, weshalb bei längerer Anwendung meist ein Säureblocker (Pantoprazol, Omeprazol etc.) dazu gegeben werden sollte. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Tatsache, dass Ibuprofen beileibe nicht alle Formen der Schmerzen beherrschen kann. Es stehen auch noch viele andere Schmerz­mittel zur Verfügung. 

Dr. Luai Chadid ist Internist und Kardiologe an der Clinica Picasso in Palma. Tel.: 971-22 06 66.

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