Sonnenschutz: So riecht der Sommer auf Mallorca

Warum Sonnencreme nicht nur die Haut schützt, sondern auch nach Urlaub duftet

28.06.2013 | 14:44
Ohne Sonnencreme wird der Strandaufenthalt garantiert zur Tortur
Ohne Sonnencreme wird der Strandaufenthalt garantiert zur Tortur

Mit bloßem Auge sind sie nicht zu sehen. Sie flirren durch die Luft wie winzige Staub­körner. Duftmoleküle lassen uns im Frühling den Blütenduft genießen, kurbeln im Sommer die Lust auf Meer und Urlaub an, und beim Geruch nach Zimt und Koriander kommt im Winter ein Gefühl von Heimeligkeit auf. Wie riecht Wärme? Und warum bekommen wir beim Geruch von Sonnencreme Lust auf Urlaub?

Verdanken tun wir dies 350 Rezeptoren in der Nase. Mit ihnen können wir über 10.000 verschiedene Duft­nuancen erriechen. Ein Meisterwerk. Dabei wird das Duft­molekül durch die Luft in die Nase getrieben und lässt sich auf der Riechschleimhaut nieder; eine Fläche so groß wie eine Euromünze. „Die Rezeptoren der dortigen Zellen nehmen die Moleküle auf und erkennen sie nach dem ­Schlüssel-Schloss-Prinzip", erklärt der Zellbiologe Hanns Hatt, der sich auf das Thema Riechen spezialisiert hat.

Eine Armee in der Nase
Eine ganze Armee von Zellen, circa 30 Millionen Stück, entwirren die eingeflogenen Informationen. Ein elektrischer Reiz leitet diese Information nun an das Riechhirn im Gehirn weiter. Hier werden die Informationen zu einem Geruch oder Duft zusammengesetzt und wir erkennen: Ah, ich rieche Meer oder Rose.

Gleichzeitig gelangen die Duft­informationen an das Gefühls- und Erinnerungszentrum. Dort sind Düfte manchmal ein Leben lang abgespeichert. Deswegen sind Gerüche, Gefühle und Erinnerungen so eng miteinander verknüpft. Das führt dann dazu, dass wir noch als Erwachsene, wenn wir beispielsweise an einer frisch gemähten Wiese vorbei gehen, uns plötzlich wieder klein fühlen und an die Kindheit denken, weil wir damals viel im Heu gespielt haben.

Gerüche, Gefühle und sinnliche Bedürfnisse sind eng miteinander verknüpft. Das wissen auch die Sonnencremehersteller. Es wird gerade heiß draußen. Sonnenempfindliche flüchten sich in den Schatten oder tragen Sonnenschutz auf. In möglichst gleichmäßigen Schichten, damit das Wasser beim Baden auch gut abperlt. Es gibt die Cremes fruchtig, blumig oder auch duftneutral. Allergiefreundlich, zäh, flüssig, wasserfest und mit Schutz­faktoren von Null bis 50 +. In türkisen, orangen oder kobaltblauen Tuben oder Flaschen. Und sie sollten alle eins: uns vor den Sonnenstrahlen schützen und unsere Haut gesund und leicht gebräunt erscheinen lassen. Dabei tun sie nebenbei, und scheinbar unbemerkt, noch etwas Weiteres. Wenn wir uns Gesicht, Arme und Beine damit eincremen, verströmt die Creme genau diesen Duft, den viele Menschen lieben: Es riecht nach Wärme, nach Strand, nach Spaß und guter Laune.

Aber wie riecht gute Laune, wie duftet Wärme? „Es ist nicht einfach, den Sommerduft zu beschreiben", sagt der Duftexperte Professor Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum. „Diese Düfte mit dem Sommer zu verbinden, sind erlernte Prozesse." Wir haben über Jahre die Erfahrung gemacht, dass es im Sommer einige Gerüche häufig gibt. Das Gehirn hat dies so abge­speichert und ruft diese Erinnerung beim Duft nach Sonnencreme wieder ab.

Blumig und persönlich
Vorausgesetzt, die Hersteller haben den Geruch getroffen. Er ist ein Mix aus vielen Dingen, unter anderem aus verschiedenen Gräsern und Pflanzen, die es nur im Sommer gibt. Je nach Landschaft und Region, in der man lebt, empfindet man den Sommerduft unterschiedlich. Daher hat jeder seinen ganz persönlichen Sommerduft.

Die Antwort nach dem Sommerduft-Geheimnis einer bekannten deutschen Sonnencrememarke fällt denn auch so blumig aus wie der Duft selbst: „Für einen Sonnenduft bewegen wir uns im floralen Duft­universum. Exotische Blüten und Früchte, aquatische Akkorde und warme Noten wie Moschus und Tonka sind entscheidend", erklärt der Fragrance Manager der Firma Nivea, Christian Dingler. Es sei ein langer Prozess, den richtigen Duft zu finden. „Die Geschichte einer Marke, die Konsumenten- Zielgruppe und die Absatz­region spielen eine große Rolle."
Eine Prognose abgeben, wie der Sommer 2013 riechen wird, das möchte Professor Hanns Hatt nicht. Für ihn steht fest: ­„Sommer ist immer frisch und leicht." Gleichzeitig gehört bei ihm der Geruch nach heißem Teer bei flirrender Hitze und nach Heu dazu. Die Sonnencreme­hersteller wagen eine klarere Prognose, denn die Dufttrends für Sonnenprodukte sind träge. Ihre Antwort lautet: „Die bewährten Düfte Sonne und Strand bleiben bestehen."

Eins steht fest: Es gibt wohl keinen Duft, der weltweit allen gefällt. Aber ziemlich sicher gilt: Den Duft nach Sommer, den mögen alle.

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