Farbiger Firlefanz oder echte Therapie – so wirkt das Kinesio-Tape

Die bunten Klebestreifen sehen trendig aus, sind aber mehr als nur ein teures Gimmick für Sportler

02.01.2014 | 15:24
Sieht nach Fasching aus, hilft aber bei vielen Beschwerden
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Zahlreiche bunte Klebebänder tauchen vermehrt auf den Körpern von Profi- und Freizeitsportlern auf. Kinesiologisches Tapen (auch K-Tape genannt) liegt bei Sportlern sehr im Trend. Dieser elastische Klebeverband wird nach einer speziellen Technik, der Pain Relief Technique (PRT), auf Gelenke oder bestimmte Hautstellen geklebt. Wichtig ist die korrekte Positionierung der Tapes.

Der durch sanftes Andrücken aktivierte Verband kann seine Wirkung in Kombination mit Bewegung entfalten. Das elastische Tape wirkt dabei mittels einer kontinuierlichen direkten Massage der beklebten Region auf der Haut der betroffenen Areale, wie z. B. Schulter, Rücken, Knie, Ellenbogen oder Fuß. Dabei wird sowohl eine Gewebeentstauung über die Aktivierung des Flusses in den kleinsten Gefäßen – den Kapillaren-, als auch der Lymphgefäßfluss verbessert, und damit werden indirekt auch die Muskelfunktionen unterstützt.

Mit diesem relativ einfache Verfahren ist es möglich bei den unterschiedlichsten Problemen und Störungen des Bewegungsapparates optimal zu therapieren. Denn ein vom Arzt oder Physiotherapeuten richtig angelegtes Tape kann nicht nur dem Sportler gezielt im Training und Wettkampf helfen. Da Muskeln anregt werden, Schmerzen gelindert, die Lymphfunktion verbessert und auch Schwellungen reduziert werden, können dadurch ausgeglichenere physiologische Zustände erreicht werden, die auch dem „normalen" Patienten im Rahmen eines komplexen Behandlungskonzeptes sehr zugutekommen. Ausschlaggebend ist dabei auch, dass der Patient immer die volle Beweglichkeit im Rahmen seiner Möglichkeiten beibehält, und damit die meist komplexe Störung im Zusammenspiel von Muskel, Sehnen, Gelenken und Bindegewebe in einen physiologischen Zustand zurückgeführt wird. Dabei kann das K-Tape sowohl zur Vorbeugung, als auch zur Behandlung von Schmerzzuständen verwendet werden.

Das Tape besteht aus einem dünnen, atmungsaktiven Baumwoll-Trägermaterial, das sich den Elastizitätseigenschaften der Haut optimal anpasst. Durch die wellenförmig aufgetragene Klebemasse wird der therapeutische Effekt des elastischen Tapeverbands unterstützt. Nach dem sanften Andrücken (Aktivieren) klebt das Tape ausgezeichnet auch auf empfindlicher Haut. Duschen und sogar Saunagänge sind damit möglich. Fast wie eine zweite Haut trägt es kaum auf und zeigt hohen Tragekomfort – der vorhandene Bewegungsspielraum wird nie wirklich eingeschränkt. Der Patient kann den Verband sogar bis zu einer Woche tragen, dann lässt er sich leicht entfernen.

Was sind also die Einsatzbereiche der Kinesio-Taping-Therapie? Zum einen kann sie zur Schmerzreduzierung, z. B. bei Erkrankungen der Wirbelsäule, der Gelenke oder der Muskulatur dienen, aber auch bei Kopfschmerzen oder Migräne. Und sie bietet Hilfe bei Verspannungen. Ferner reguliert sie die Lymph- und Blut­zirkulation, hat einen Einfluss auf „Energieleitbahnen" und hilft bei Behandlung von störenden Narben. Sie wird viel als begleitende Behandlung im Freizeit- und Leistungssport, zur Prophylaxe oder während der Rehabilitation, vor allem nach Sportverletzungen, zur Funktionsverbesserung von Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken eingesetzt! Aber nur wenn es von einem geschulten Profi angebracht wird, ist das Kinesiotaping auch ein echtes Therapeutikum und kein überteuerter Hokuspokus.

Dr. Marco Seita ist Orthopäde und Sportmediziner in der Palma Clinic. Tel.: 971-90 52 02. E-Mail: seita@palma-clinic.com, www.palma-clinic.com

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