Damit nichts ins Auge geht

Pollen, Milben, Tierhaare – es gibt viele Auslöser für Allergien am Auge. Wie man sie erkennt, vorbeugt und behandelt

20.03.2014 | 01:00
Auch Augentropfen können manchmal eine Allergie auslösen
Auch Augentropfen können manchmal eine Allergie auslösen

Eine Allergie kann am Auge in verschiedenen Formen auftreten. Häufig ist eine allergische Bindehautentzündung (allergische Konjunktivitis). Aaber auch eine Lidhautentzündung kann allergischen Ursprungs sein (Kontaktekzem). Die Ursachen beziehungsweise Auslöser für eine Augenallergie können ebenso vielfältig sein. Rötung, Schwellung und Juckreiz sind häufige Symptome der Allergien an den Augen. Meist ist die allergische Augenreizung harmlos, aber lästig.

Was kann eine allergische Augenreizung auslösen?
Eine Allergie ist eine überschießende und eigentlich unnötige Abwehr­reaktion des Körpers auf eine ansonsten harmlose Substanz. Beim ersten Kontakt mit einem solchen Stoff kann es dazu kommen, dass die Bildung von speziellen Anti­körpern angeregt wird. Trifft später der Stoff erneut auf den Körper beziehungsweise das Auge, so kann es zu einer stark übertriebenen Immunreaktion kommen. Es entsteht eine Art Entzündung.

Prinzipiell können verschiedenste Stoffe (Allergene) eine allergische Reaktion auslösen. Dies ist bei jedem Menschen individuell unterschiedlich. Häufig handelt es sich jedoch um eine allergische Augenreizung durch Pollen (etwa von Bäumen und Gräsern), Milben (z. B. aus dem Hausstaub), Schimmelpilze oder Tierhaare, die auf die Bindehaut des Auges geraten. Bisweilen kann die Allergie am Auge durch Nahrungsmittel ausgelöst werden. Manchmal reagiert der Körper auf Kontaktlinsen beziehungsweise auf Eiweißstoffe, die sich darunter ablagern. Die allergische Lidentzündung (Kontaktdermatitis, Kontaktekzem) kann beispielsweise Kosmetika oder Pflaster auf dem Auge als Ursache haben, aber auch Augentropfen und Augensalbe, vor allem solche mit Konservierungsmitteln.

Welche Symptome treten bei der Allergie der Augen auf?
Die allergische Bindehautentzündung äußert sich durch ein gerötetes Auge mit Juckreiz und Brennen. Das Auge kann tränen. Nicht selten kommt es zu einer starken Schwellung der Bindehaut oder des Lides, mitunter kann die Schwellung sehr heftig sein. Die Beschwerden werden durch Reiben am Auge weiter gefördert. Wegen des Pollenflugs ist die allergische Bindehautentzündung im Frühjahr und Sommer häufig, tritt bei anderen Ursachen aber auch ganzjährig auf. Sie ist häufig an beiden Augen vorhanden; bei direktem Kontakt eines Auges mit dem Auslöser kann sie einseitig sein. Oft sind Kinder betroffen. Die Augenallergie kann eine Begleiterscheinung von Heuschnupfen darstellen oder das alleinige Krankheitsbild sein.

Beim allergischen Kontakt­ekzem am Auge kommt es zu einer Rötung der Lidhaut. Die Lider sind geschwollen und können Falten aufweisen, manchmal finden sich auch Bläschen. Es besteht starker Juckreiz. Bald beginnt eine Hautabschuppung der betroffenen Augenlider.

Welche Untersuchungen werden durch den Arzt durchgeführt?
Der Patient wird befragt (Anamnese), und die Grunduntersuchungen wie Sehtest und Betrachtung der Augen werden durchgeführt. Bereits durch das Beschwerdebild und durch den Anblick des Auges kann der Augenarzt die allergische Augenreizung feststellen. Ausgeschlossen werden müssen andere Formen einer Bindehautentzündung, z. B. durch Bakterien, Viren oder weitere Ursachen.

Durch einen Allergietest (z. B. Prick-Test) kann herausgefunden werden, worauf der Körper reagiert. Diesen führt in der Regel ein Spezialarzt für dieses Gebiet (Allergologie) durch. Da manchmal spezifische Antikörper in der Bindehaut sein können, ohne dass sie sich im Rest des Körpers befinden, wird in Zweifelsfällen auch ein Test an der Bindehaut vorgenommen. Dazu wird der Stoff, auf den der Patient vermutlich allergisch ist, auf die Bindehaut gebracht. Ist danach das Auge gerötet und tränt, bestätigt sich die Allergie.

Wie wird eine Augenallergie behandelt?
Eine allergische Augenreizung wird im Prinzip wie jede andere Allergie behandelt. Zunächst ist es wichtig, dass der auslösende Stoff (das Allergen) nicht mehr auf das Gewebe einwirken kann. Beispielsweise müssen Augentropfen weggelassen werden, wenn sich nach ihrer Gabe eine Kontaktallergie entwickelt. Bei einer Pollenallergie sollte darauf geachtet werden, an welchen Tagen ein starker Pollenflug herrscht. Auch vorbeugend sollte der Betroffene versuchen, mit dem Auslöser nicht oder nur wenig in Kontakt zu kommen.
Bei allergischer Bindehautentzündung kann eine Augenspülung sinnvoll sein, um Pollen oder andere Substanzen von der Bindehautoberfläche zu beseitigen. Auch durch die kühlende Wirkung werden die Beschwerden gemindert.

Oft ist eine weitere Therapie nicht notwendig, weil die Beschwerden in vielen Fällen von alleine zurückgehen. Manchmal kann es sinnvoll sein, Cortison als Salbe anzuwenden. Durch das Cortison geht die allergische Reaktion oft rasch zurück. Weitere Wirkstoffe, die zu einer Abschwellung und zu einer Linderung des Juckreizes führen, können z. B. als Augentropfen gegeben werden. Allgemein kann bei Allergien eine Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung genannt) durchgeführt werden. Das ist eine Behandlung, bei der der Körper dem Allergieauslöser ausgesetzt wird und zwar in immer höherer Dosis. Meist wird der auslösende Stoff unter die Haut gespritzt. Nach einiger Zeit kann sich die allergische Reaktion deutlich verringern oder ganz verschwinden.

Dr. Ludger Hanneken ist Augenarzt in der Clínica Picasso in Palma, Tel.: 971-22 06 66 und 609-54 95 09. www.clinica-picasso.eu

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