Ebola-Fall in Madrid: Schärfere Auflagen auch auf Mallorca

Das Gesundheitsministerium kündigte an, die Schulung der Krankenhaus-Mitarbeiter zu verbessern

13.10.2014 | 10:50
Ebola-Fall in Madrid: Schärfere Auflagen auch auf Mallorca
Ebola-Fall in Madrid: Schärfere Auflagen auch auf Mallorca

Nach Protesten von Mitarbeitern und offensichtlichen Pannen in einem Madrider Krankenhaus hat auch das balearische Gesundheitsministerium das Angebot von Schulungen für die Behandlung möglicher Ebola-Patienten ausgebaut. Man werde bei Kursen im Landeskrankenhaus Son Espases mehr Wert auf die praktische Umsetzung der Vorsichtsmaßnahmen legen, teilte Gesundheitsminister Martí Sansaloni am Donnerstag (9.10.) mit. Dazu gehöre unter anderem ein ausführliches Training, wie der Schutzanzug korrekt angelegt werde. 150 Koordinatoren der Gesundheitszentren auf Mallorca wohnten zudem am Freitag (11.10.) einem Kurs im Krankenhaus Son Llàtzer über die Anwendung des Sicherheitsprotokolls bei.

Die bisherige Schulung der Mitarbeiter war auf breite Kritik gestoßen, nachdem eklatante Mängel im Krankenhaus Carlos III. in Madrid bekannt geworden waren. Dort war am Montag die Krankenpflegerin Teresa Romero eingeliefert worden, nachdem ihr die Erkrankung durch Ebola diagnostiziert worden war. Ihr Zustand hat sich inzwischen verschlimmert. Die 40-jährige Frau hatte im September als Teil eines Spezialteams den an Ebola erkrankten und später verstorbenen spanischen Geistlichen Manuel García Viejo im selben Krankenhaus betreut und sich dabei angesteckt.

Der balearische Gesundheitsminister Sansaloni erklärte zudem, dass das Sicherheitsprotokoll in Folge neuer Vorgaben der Zentralregierung verschärft worden sei. Ab sofort werde jeder Patient mit ersten Anzeichen von Fieber isoliert, wenn er Umgang mit Ebola-Erkrankten gehabt haben sollte oder in einem der Risikoländer gewesen sei. Bislang war dies erst ab einer Körpertemperatur von 38,6 Grad der Fall. Aufgestockt wird unterdessen die Zahl der zur Verfügung stehenden Schutzanzüge: Nachdem bereits 400 eingetroffen waren, werden weitere 1.400 erworben, um auf die Krankenhäuser verteilt zu werden. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf insgesamt 23.400 Euro.

Auf Mallorca gab es bislang drei Verdachtsfälle, die sich alle als falsch erwiesen haben. Zuletzt war eine Frau aus dem Krankenhaus Son Espases verschwunden, bevor die Tests abgeschlossen waren. Sie wurde kurz darauf von der Polizei gefunden. Die Diagnose lautete Malaria. Die Hoteliers auf Mallorca warnten vor unnötigen Spekulationen und Panikmache.

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