Acht Tipps, um einer Badeotitis vorzubeugen

Eine Ohrenentzündung kann höllische Schmerzen verursachen. Die Gefahr, sich eine einzufangen, ist jetzt besonders groß

13.08.2015 | 10:26
Gerade bei anhaltender Hitze fühlen sich in den Pools nicht nur die Kinder, sondern auch die Keime wohl

Gerade wer ­Kinder hat, kann ein Lied davon singen: Sommer­zeit auf Mallorca ist Ohrenschmerzen-Zeit. Bei der Bade­otitis handelt es sich um eine akute Ohr­entzündung des äußeren Gehörgangs. Die Mischung aus Wasser und Bakterien erhöht die Infektionsgefahr, was meist zu höllischen Schmerzen führt. Wir geben acht Tipps, wie eine solche Ohrentzündung vermieden werden kann.

Die häufigsten Ursachen für eine Gehörgangsentzündung sind kleinste Verletzungen, ausgelöst durch unsachgemäße Ohrreinigung sowie häufiges Schwimmen und Tauchen. Deshalb sind Badeurlauber, Schwimmer, Surfer oder Taucher besonders betroffen. Swimmer´s ear heißt diese Entzündung denn auch auf Englisch.

Die Krankheitserreger, die eine Ohrentzündung des äußeren ­Gehörganges auslösen können, sind meist Bakterien, Viren oder Pilze – die sich bei lang anhaltender Hitze wie derzeit besonders gut vermehren können. Kinder sind stärker gefährdet als Erwachsene, da sie sich oft länger im Wasser aufhalten. In Schwimmbädern und Pools besteht eine erhöhte Infektions­gefahr, da durch das wärmere Wasser im Vergleich zum Meer die Keimbildung erleichtert wird, insbesondere, wenn viele Menschen darin schwimmen.

Mit einigen Tricks kann man einer solchen Ohrentzündung jedoch vorbeugen.

-) Wenn möglich schon vor den Ferien, kann man sich von einem Arzt die Ohren reinigen lassen. Durch die Entfernung von überschüssigem Ohrschmalz reduziert sich das Infektionsrisiko. Das liegt daran, dass überschüssiger Ohrschmalz durch häufiges Schwimmen aufquellen und den gesamten Gehörgang verschließen kann. Das begünstigt wiederum Infektionen, da der Ohrenschmalz das Pool­wasser und die Keime absorbiert.

Auch unabhängig von dieser Reinigung gilt für Schwimmer:

-) Nach dem Schwimmen das Ohr mit der Duschbrause sanft ausspülen.
-) Durch Kopfschütteln, oder indem der Kopf in Seitenlage gebracht wird, Wasser entleeren; allenfalls leicht am Ohrläppchen oder an der Ohrmuschel ziehen.
-) Die Ohrmuscheln gut, aber sanft abtrocknen.
-) Verbleibende Nässe kann mit dem Föhn (niedrigste Stufe, großer Abstand zum Ohr!) getrocknet werden.
-) Verboten sind: Wattestäbchen oder Eindringen mit anderen saugfähigen Materialien. Damit werden der Ohrschmalz und allenfalls Hautschuppen nur noch weiter ins Ohr hineingepresst und der Gehörgang wird schlimmstenfalls verschlossen.
-) Mit Tropfen aus einem Essig-Wasser-Gemisch (50:50) kann das Ohr nach dem Schwimmen ausgespült werden. Erstens ist das Gemisch gut hautverträglich, und zweitens stellt das Säuregemisch den natürlichen Säuremantel im äußeren Gehörgang wieder her und verhindert damit, dass Bakterien sich vermehren.
-) Babyöl oder Olivenöl ­können vor dem Schwimmen ins Ohr geträufelt werden und bilden so eine natürliche Schutzschicht vor dem Wasser und vor Erregern.

Schmerzen nach dem Schwimmen, die nach einer Nacht nicht ­verschwinden, gehören in HNO-ärztliche Abklärung. Kann die Entzündung im Frühstadium behandelt werden, geht die Heilung relativ rasch voran und die Einnahme von Antibiotika ist überflüssig. Wichtig: In diesem Zustand ist jeglicher Wasserkontakt zu vermeiden.

Die Behandlung beim HNO-Arzt ist meistens lokal auf den Gehörgang bezogen. Dank Absaugen und Behandlung mit antbiotischen Salben und speziellen Ohrentropfen ist ein orales Antibiotikum selten erforderlich.

Dr. Bettina Eigel und Dr. Thomas Eigel sind HNO-Ärzte in der Clinica Picasso in Palma.

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