Zika-Virus auf Mallorca? "Null-Risiko gibt es nicht"

Erst einmal müsste das Virus allerdings im Körper einer infizierten Person auf die Insel gelangen

08.02.2016 | 15:24
Die Tigermücke kommt als Überträgerin für das Virus in Frage

Auf dem spanischen Festland sind laut offiziellen Angaben vier Menschen mit dem Zika-Virus infiziert. Sie haben sich in Lateinamerika angesteckt. Im Laufe des Jahres rechnet das spanische Gesundheitsministerium mit 200 bis 250 Fällen, wobei es bevorzugt in den Sommermomaten zu Ansteckungen kommen dürfte. Das Virus kann möglicherweise Fehlbildungen bei Ungeborenen verursachen.

Wie groß ist die Gefahr, dass man sich auf Mallorca mit dem Virus ansteckt?
Bisher sehr gering. Zunächst müsste das Virus im Körper einer infizierten Person auf die Insel gelangen, erklärt Miguel Ángel Miranda, Biologe an der Balearen-Universität. Da eine Ansteckung normalerweise keine auffälligen Symptome mit sich bringt (sie können leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden), ist zwar die Gefahr groß, dass die Ankunft des ersten Virus-Trägers erstmal unentdeckt bleibt. Damit das Virus weiterübertragen wird, muss die infizierte Person aber innerhalb von zwölf Tagen, die das Virus maximal im menschlichen Organismus präsent ist, von einer Stechmücken der Gattung Aedes gestochen werden. Auf Mallorca käme nur die Tigermücke (Aedes albopictus) infrage, die das Virus beim Stich in sich aufnehmen und weiterverbreiten könnte. „Allerdings muss sich erst zeigen, ob die Tigermücke tatsächlich ein Überträger sein kann", sagt Miranda. Dies sei zwar wahrscheinlich, aber noch nicht belegt. Fazit des Biologen: „Ein Null-Risiko gibt es auf Mallorca nicht, aber die Gefahr sich anzustecken, ist ungleich geringer als etwa in Brasilien."

Wo auf der Insel ist die Gefahr, von einer Tigermücke gestochen werden, besonders groß?
Miranda zufolge kommt die Mücke inzwischen auf der ganzen Insel vor – wobei die Kolonien in feuchteren Gebieten größer sind als in trockenen. Die ­anhaltende Trockenheit und die Hitze im Sommer haben deshalb etwas Gutes: Sie könnten eine übermäßige Vermehrung verhindern.

Wie schützt man sich vor Stichen?
Jordi de Otero, Experte für Tropenkrankheiten an der Juaneda Klinik, rät zu langärmliger Kleidung und langen Hosen. Schutz bieten Insektenschutzmittel mit mindestens 35 Prozent DEET-Wirkstoff. Ein bis zu 50-prozentiger DEET-Anteil sei auch für Schwangere unbedenklich.

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