Erster Zika-Fall auf Mallorca bestätigt

Eine 67-Jährige infizierte sich in der Dominikanischen Republik. Ansteckungsgefahr auf Mallorca minimal

09.03.2016 | 09:00
Auf Mallorca kommt nur die Tigermücke als Überträger des Virus infrage
Auf Mallorca kommt nur die Tigermücke als Überträger des Virus infrage

Es gibt einen ersten Zika-Fall auf Mallorca. Wie dasbalearische Gesundheitsministerium am Freitag (4.3.) bestätigte, hatte sich eine 67-jährige Frau während eines Aufenthalts in der Dominikanischen Republik mit dem Zika-Virus infiziert. Mit den typischen grippeähnlichen Symptomen war die Frau zunächst zum Hausarzt gegangen und von dort zur weiteren Diagnose ins Landeskrankenhaus Son Espases geschickt worden. Obwohl dort bereits am 3. Februar ein Zika-Test gemacht wurde, dauerte es einen Monat, bis das in Madrid zuständige nationale Zentrum für Mikrobiologie das Ergebnis - es war positiv - vorlegte.

Laut Marisa Martínez, Sprecherin des balearischen Gesundheitsministeriums, sei dieser Zeitraum üblich. Um künftig schneller an Ergebnisse zu kommen, hat die Balearenregierung inzwischen verfügt, dass Son Espases die Tests nun selbst - und zwar innerhalb von 48 Stunden - auswertet. Diese Maßnahme habe man ergriffen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO am 1. Februar wegen des Zika-Virus den „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes" ausgerufen hatte.

Dass die 67-jährige Patientin, die nach wenigen Tagen wieder vollkommen gesund war, andere Personen angesteckt hat, schließt das Ministerium aus. Das Ansteckungsrisiko sei derzeit minimal, zumal es jetzt im Winter kaum Tigermücken gebe, die das Virus übertragen. In einer Pressemitteilung forderte das Gesundheitsministerium die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren. Um das Übertragungsrisiko auch bei möglichen Fällen in der Zukunft von vorneherein einzudämmen, plant das balearische Umweltministerium bereits Kampagnen zur Bekämpfung der Mücken auf der Insel.

Die 67-jährige Frau war bereits am 20. Januar aus der Dominikanischen Republik nach Palma gereist. Schon zwei Tage vor der Abreise nach Spanien habe sie Fieber und allgemeines Unwohlsein verspürt. Daraufhin habe sie Ende Januar den Hausarzt aufgesucht, der erstmals den Verdacht auf Zika äußerte.
Das Ergebnis aus dem Labor in Madrid wurde am 4. März ans Krankenhaus Son Espases geschickt. Zur Zeit wird allerdings noch eine zweite Probe untersucht, um das Testergebnis zu 100 Prozent zu bestätigen.

Am Donnerstag (3.3.) hatte die Balearen-Regierung eine Kommission gebildet, die die Entwicklung des Virus beobachten und Maßnahmen ergreifen soll. In der Kommission sind die Landesminister für Gesundheit und Umwelt, die Inselräte und die Balearen-Universität UIB vertreten.

Die Infektion durch das Zika-Virus verlaufen in der Regel relativ milde und die meisten Personen entwickeln keine Symptome. Auftreten können Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis und Muskel- und Kopfschmerzen. Die Symptome klingen meist nach wenigen Tagen ab. Infektionen während der Schwangerschaft werden mit einem erhöhten Risiko von Schädigungen des Foetus in Verbindung gebracht. Zur Zeit weitet sich die Krankheit in Lateinamerika rasant aus.  /tg/sts

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