Mallorquinische Forscher testen in Peru Strategien gegen Zika

Im Amazonas-Gebiet untersuchen die Biologen der Balearenuniversität die Wirksamkeit eines Pestizids gegen die Dengue-Mücke

05.07.2016 | 17:56
Fortschritte im Kampf gegen Zika veröffentlichte das Forscherteam der UIB.

Eine Forschungsgruppe der Balearenuniversität UIB auf Mallorca hat ihren Teil dazu beigetragen, das Zika-Virus künftig besser unter Kontrolle zu halten. Im Amazonasgebiet in Peru testeten sie Strategien und Wirksamkeit eines Pestizids gegen den Hauptüberträger von Zika, die Dengue-Mücke (Aedes aegypti).

Der Teamleiterin Claudia Paredes und ihren Mitarbeitern Miguel Ángel Miranda und Mar Leza gelang es, durch das gezielte Sprühen eines Insektengiftes in den Häusern der Region die Verbreitung der Mücke innerhalb von einer Woche deutlich einzudämmen. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift "England Journal of Medicine" publiziert und fand in Expertenkreisen große Anerkennung, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Dienstag (5.7.) berichtet.

Bei der Dengue-Mücke – auch unter den Namen Gelbfiebermücke oder Ägyptische Tigermücke bekannt – handelt es sich nicht um die auch in Europa und auf Mallorca verbreitete Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die das Zika-Virus ebenfall übertragen kann.

Besonders im Sóller-Tal, aber auch rund um Calvià, Palma, Bunyola und Santa Maria wurden die "mosquitos tigre" gesichtet. Bei einer Routine-Untersuchung in Sóller fand man erst vor wenigen Tagen Hunderte von Larven des Insekts. Auf der Insel werden verschiedene Pestizide getestet, um gegen die hier verbreitete Tigermücke vorzugehen und so einer möglichen künftigen Verbreitung des Zika-Virus auf der Insel vorzubeugen.

Auf den Balearen wurden bislang drei Fälle von Zika-Fieber bekannt. Bei keiner der Erkrankungen handelte es sich um eine Ansteckung auf den Inseln, sondern um im Rückkehrer von Auslandsreisen in die Tropen. Spanienweit weiß man bislang von 167 Zika-Fällen, die mit einer einzigen Ausnahme ebenfalls auf Auslandsaufenthalte zurückgeführt wurden. In einem Fall wurde eine Frau durch Geschlechtsverkehr von ihrem Partner angesteckt.  /tg

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