AOK schließt Beratungsstelle auf Mallorca

Der Bundesrechnungshof hatte die jährlichen Kosten von 200.000 Euro bemängelt und begrüßt nun die Einsparung

26.04.2017 | 18:28

Der AOK-Bundesverband wird Ende des Jahres seine Beratungsstelle auf Mallorca schließen. Das geht aus einer Veröffentlichung des Bundesrechnungshofes hervor, über die die "Ärzte Zeitung" auf ihrer Website am Mittwoch (26.4.) berichtet.

In einem Kommentar zum Jahresbericht des Bundesrechnungshofes heißt es wörtlich: "Ein Bundesverband der Krankenkassen wird nach Hinweisen des Bundesrechnungshofes seine Servicestelle auf der Insel Mallorca schließen. Er wird dadurch jährlich 200.000 Euro einsparen." Die Pressestelle der AOK in Berlin konnte eine entsprechende telefonische Anfrage der MZ spontan weder bestätigen noch dementieren.

Die AOK unterhält die Servicestelle in Palma seit dem Jahr 1995. Das Büro, eine Servicestelle in der Pasaje Juan XXII. 3 in Palma, ist nach wie vor mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt. "Sie berieten und betreuten bei den Mitgliedskrankenkassen versicherte Urlaubsgäste und ansässige Deutsche auf Mallorca", heißt es in dem Bericht des Rechnungshofes. "Sie waren auch im Außendienst tätig und vermittelten vor allem bei sprachlichen Schwierigkeiten zwischen Leistungserbringern und Versicherten."

Allerdings habe der Rechnungshof die Notwendigkeit der von den Versicherungszahlern getragenen Kosten für diese Dienstleistung in Frage gestellt. "Die Ausgaben für die Servicestelle betrugen jährlich 200.000 Euro. Der Verband führte zu der Servicestelle keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Erfolgskontrollen durch. Leistungsanträge oder sonstige Versicherungsangelegenheiten konnten in der Servicestelle nicht abschließend bearbeitet werden. Die Mitarbeiterinnen waren nicht entsprechend ausgebildet. Zudem hatten sie keinen Zugriff auf IT-Server der Mitgliedskrankenkassen und die Daten der Versicherten. Diese Vorgänge wurden deshalb nach Deutschland gesendet und dort bearbeitet."

Der Bundesrechnungshof habe bemängelt, dass der Verband für die Servicestelle keine Erfolgskontrollen durchgeführt hat, obwohl die Ausgaben in den vergangenen zehn Jahren bei 2 Millionen Euro lagen. "Bei einer Erfolgskontrolle hätte der Verband berücksichtigen müssen, dass sich Versicherte schon seit Jahren beim telefonischen Service oder im Internet über medizinische Leistungen auf Mallorca informieren können", kritisierte der Rechnungshof. Aufgrund der Hinweise des Rechnungshofs habe das zuständige Gremium des Verbandes entschieden, "dass die Servicestelle auf Mallorca zum 31. Dezember 2017 geschlossen werden soll". Der Bundesrechnungshof begrüßte die in Aussicht gestellte Schließung der Servicestelle. /tg

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