Klassisch mallorquinisch

14-02-2008  
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Rustikal: Die 150 Jahre alte Getreidemühle, in der man im Sommer auch draußen bewirtet wird.  Foto: Bendgens

Schlemmen in der Mühle: In der Molí d´en Pau in Sineu werden traditionelle Inselgerichte aufgetischt:
Fritos, Reis und Schweinezunge mit Kapern

Von Kirsten Lehmkuhl

Wenn Pedro Riera Caldentey am Herd steht, dann kocht er mit Vorliebe mallorquinische Gerichte. Und das seit 15 Jahren, in der Molí d´en Pau in Sineu. Schon seine Mutter hat hier hinter dem Herd gestanden. Die 150 Jahre alte Getreidemühle gehört dem Schweizer Paul Deuber, den alle nur Pau nennen. So kam auch der Name für sein Restaurant zustande. Dort serviert Riera Sepia und Entrecôte vom Grill, tischt das traditionelle solomillo con col oder Schweinezunge mit Kapern auf, füllt Artischocken mit Stockfisch und Kalmare mit Pilzen und Spinat. Das frito mallorquin hat er raffiniert variiert. So steht ein frito de cordero zur Wahl, ein Gemüse-Lamm-Mix. Das hat gleich so vielen Gästen gemundet, dass es mittlerweile zum Klassiker geworden ist und so schnell nicht mehr von der Karte verschwinden wird. Vielleicht liegt es daran, dass die Tiere direkt von Rieras Bauernhof kommen ? ýIst alles hausgemacht", sagt der 32-Jährige.

Zwei Dinge braucht der Mann, der einst bei Sternekoch Tomeu Caldentey in Sant Llorenç des Cardassar gelernt hat, zum Kochen: gute Zutaten und vor allem Zeit. Etwa, wenn er die sopas mallorquinas, die mallorquinische Brotsuppe, zubereitet. ýDas ist sehr viel Arbeit", sagt Riera, ýauch wenn man das einem solchen Eintopf nicht ansieht."

Viele Hauptgerichte - die Preise liegen zwischen 7,80 und 16,75 Euro - bekommt man auch als halbe Portionen zu einem entsprechend günstigeren Preis.

200 Plätze gibt es in dem Restaurant, 140 innen, 60 außen. ýDraußen servieren wir allerdings nur in den Sommermonaten, ab Juni etwa", sagt Riera.

Wie die Rangliste der Kunden aussieht? ýSpanier, gefolgt von Deutschen und Briten", lautet die Antwort. Wobei die kulinarischen Vorlieben höchst unterschiedlich sind. Denn während etwa die Mallorquiner am liebsten ein frito bestellen, wettet der Küchenchef darauf, dass die Deutschen Salate, Muscheln oder Fisch wählen. Zackenbarsch zum Beispiel. Allerdings nach Art des Hauses. Und das bedeutet mit Kartoffeln, Zwiebeln, Spinat und Blumenkohl im Ofen gegart.

Schwager Juan José Caldentey ist für den Wein zuständig. Die hauseigene Bodega, in die Erde gebaut und zu jeder Jahreszeit entsprechend kühl, ist bestens bestückt. ýManchmal", sagt Caldentey, ýliegen hier bis zu 7.000 Flaschen." Ab 10,20 Euro werden sie im Restaurant angeboten. Caldentey entkorkt mit Vorliebe spanische Weine, darunter 26 verschiedene Tropfen von der Insel.

Restaurant Molí d´en Pau, Carretera Santa Margalida, Sineu.
Telefon: 971-85 51 16. Di bis So 13 bis 15.30 Uhr und 19.30 Uhr bis circa 23 Uhr. Montags geschlossen. Angegebene Preise plus 7 Prozent Mehrwertsteuer.
www.molidenpau.com

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