Von Kirsten Lehmkuhl
Matías Andreu ist Mallorquiner durch und durch. Und wenn man mit ihm über die Karte seines Restaurants Es Molí de Pina spricht, dann schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn erstens lernt man ein paar Wörter mallorquí, und zweitens erfährt man einiges über alte, inseltypische Gerichte, die zum Teil schon fast in Vergessenheit geraten sind.
Der bacalao à la mallorquina zum Beispiel (siehe Rezept), diesen Stockfisch mit Mangold, Kartoffeln und Tomaten aus dem Ofen, der in der Mühle wie eh und je nach dem Rezept von Andreus Mutter Margarita zubereitet wird. Oder die burballes, diese gewellten Nudeln. Oder das frito mallorquin, das mit Fenchel gekocht wird, ýder besseren Verdauung wegen", sagt
Andreu.
Escaldums gibt es nur im Winter, um Weihnachten herum oder jetzt in der Zeit der matanzas, Mallorcas Schlachtzeit. ýDas ist eine Speise mit Kotelett- und Hühnchenfleisch sowie Mettbällchen, in einer Sauce serviert", erzählt Andreu, ýdazu reicht man patatos nuevos, kleine neue mallorquinische Kartoffeln." Und dann wären da noch der lomo con col und das Spanferkel ? Andreu ist kaum zu stoppen, schließlich umfasst seine Karte 28 Gerichte, die Desserts mal ausgenommen.
Und dieses eine, das müsse er noch erwähnen, sagt er und lacht dabei wie ein großer Junge. Denn das sei eine sehr authentische und leider selten gewordene Speise: Fava parada heißt sie. Dahinter verbirgt sich ein Bohnenpüree mit kleinen Stücken Fleisch aus der Schweinebacke. Ein Wintergericht, das es in sich habe, ein regelrechter Klassiker. ýEs gibt Gäste, die kommen, seit wir das Restaurant vor 20 Jahren eröffnet haben, immer wieder deshalb hierher", berichtet der 42-Jährige. Auch Deutsche sind darunter. Andreu spricht zwar kein Deutsch, aber die Gerichte seines Restaurants - die weiß er alle zu übersetzen.
Bei den Weinen setzt man in der 182 Jahre alten Getreidemühle - mitten im Dorf gelegen - ebenfalls besonders auf einheimische Tropfen: auf den Cabernet Sauvignon aus der Bodega Son Prim in Sencelles etwa oder den Negre aus dem Hause Son Bordils bei Inca.
60 Plätze bietet die Mühle innen, im Sommer speist man in einem kleinen, lauschigen Patio draußen. Dort allerdings können maximal 15 Personen bewirtet werden. Da heißt es dann, wie auch am Wochenende: reservieren!
Es Molí de Pina
Sant Placid, 3, Pina.
Telefon: 971-12 53 03.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 13 bis circa 15.30 Uhr und 20 bis 23 Uhr.
Montag und Dienstag geschlossen.
Die Preise für die Hauptgerichte liegen zwischen 6 und 15 Euro (plus Mehrwertsteuer).