Die ýFutterkrippe´ in Santanyí

22-05-2008  
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Zweimal pro Woche wird im rustikalen Sa Grípia Brot gebacken - von Küchenchef Toni Navarro persönlich.  Foto: Nele Bendgens

Roquefort-Eis und frisches Brot - Toni Navarro macht im Restaurant
Sa Grípia vieles selbst. Gegessen wird im Haus oder draußen im Patio - und wer mag, schlendert anschließend durch den Garten. ýIn dem", sagt Toni, ýkannste Safari machen"

KIRSTEN LEHMKUHL Antonio Navarro Mora ist Koch aus Leidenschaft. Und die gute Seele im Dorfrestaurant Sa Grípia in Santanyí. Denn er ist es, der das Brot für seine Gäste selber im Holzofen draußen gleich neben der Terrasse backt. Er denkt sich solche Gerichte wie Spanferkel an einer Sauce aus wilden Granatäpfeln aus. Und das Eis, das dort in zehn Varianten aufgetischt wird, fabriziert er auch noch selber - von Schoko, Vanille, Erdbeer bis hin zum Roquefort-Eis.

Antonio mit der weißen Kochjacke und dem blauen Halstüchlein ist Herr über 74 verschiedene Speisen, die Tag für Tag auf der Karte stehen. Wenn er das sagt, lächelt er ein wenig stolz. Manchmal zaubert der 59-Jährige auch Deutsches auf die Teller. ýMartins-Gans mit Apfelrotkraut" zum Beispiel. Oder ýSchweinsbraten mit Kümmel". Versteht sich von selbst, dass bei einem wie Antonio die dazugehörigen Knödel Eigenkreationen sind.

Allein 17 Jahre hat der Mann in München-Schwabing gearbeitet, davor war er in Augsburg tätig. Aus diesen Zeiten und einer Ehe mit einer deutschen Frau resultieren gute Deutschkenntnisse. Und das betrifft Sprache und Küche gleichermaßen.

Das Restaurant befindet sich in einem rund 750 Jahre alten Gebäude, das zu den ältesten Häusern Santanyís gehört. Seinen Namen hat es von einer Futterkrippe (grípia). Dort, wo früher Esel und Pferde sich satt fraßen, lagert heute Wein - zumindest zu dekorativen Zwecken. Im ýrichtigen" Keller allerdings ist auch so manch Tropfen zu finden. Die Weinkarte überrascht mit einer großen Auswahl einheimischer Produkte (zu Preisen zwischen 12 und 29 Euro) - und für ein solch eher einfaches Lokal ungewöhnlich: mit Champagner flaschenweise (58 Euro).

An manchen Tagen kehren hier 300 Gäste ein. ýEs gab einmal eine Woche, da habe ich nur acht Stunden insgesamt geschlafen, geht alles", sagt er. Antonio ist eben einer von der alten Garde. Nur eines stört ihn daran wirklich: dass seine geliebten Ausflüge nach Cala Figuera flach fallen. Dort im Hafen wartet er liebend gern auf die Fischer, um ihnen den besten Fang abzukaufen.

Im Sa Grípia sitzt man drinnen oder im Patio mit seinem Brunnen. Und hinten im Garten (ýDa kannste Safari machen") ist auch noch Platz. Das Restaurant gehört Miguel Clar Bauzá, der nur abends Gastronom in Santanyí ist. Tagsüber verdient er sein Geld als Friedensrichter.

Restaurant Sa Grípia,
C/. Obispo Verger, 26, Santanyí.
Tel.: 971-65 38 52.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 10 - 16 Uhr und 18.30 - 23 Uhr,
Sonntag und Montag 11 - 16 Uhr und 18.30 - 23 Uhr.
Dienstag geschlossen.

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